Meine neuen Kästen und Flaschen

Vor einigen Wochen bin ich bei dem Portal von Industrie Auktionen Bernhard Maier auf die Auktion der Reste der Wernecker Brauerei gestoßen. Hier waren einige Posten die mich Interreisert haben. Als erstes habe ich ein Gebot auf 40 leere Kästen der Wernecker Brauerei abgegeben. Dann bin ich auf das Angebot einer Palette mit circa 500 Lochmundflaschen gestoßen. Also auch dafür ein Angebot abgegeben, die Bügelverschlüsse sollte ich schon irgend wo günstig bekommen. Ferner habe ich noch auf circa 10 Tafeln der Wernecker Brauerei geboten so wie auf 5 50l KEG mit Flachfitting. Als ich am Ende der der Auktion angekommen waren wurden hier noch 40 Kästen Unica Rot mit Bügelverschlussflaschen angeboten. Für den Fall dass ich die anderen Flaschen nicht bekomme habe ich auch darauf ein Gebot abgegeben.

Mit Spannung habe ich den Tag der Auktion erwartet und was denkt Ihr? Ich habe alles bekommen auf das ich geboten habe.

An dem vom Auktionator angegebenen Tag bin ich dann mit dem Hänger nach Werneck gefahren. Die 40 roten Unicakästen entpuppten sich als Kästen der Schwelmer Brauerei die 2010 pleite gegangen ist. Scheinbar hat damals die Wernecker Brauerei hier Kästen mit Flaschen aus der Konkursmasse gekauft, diese dann auf einer ehemaligen Laderampe abgestellt und vergessen. So sahen die Kästen dann auch aus, mit Spinnweben, abgefallenen Blättern und dem Dreck eines Jahrzehnts im Freien. Ich hab sie dann aufgeladen, mal sehen was ich damit anfange. Dann noch 40 leere Kästen der Wernecker Brauerei, die 5 Kegs 50l so wie die Palette mit Lochmundflaschen. Dies habe ich dann in die leeren Wernecker Kästen gestellt, die sicherste Methode sie zu Transportieren. Doch dann waren die Kästen alle voll und die Flaschen immer noch nicht zu ende. Also wenn ich richtig gerechnet habe sind 40 Kästen mit 20 Flasche so 800 Flaschen. Gut war dass noch eine Tüte mit Bügelverschlüssen in der Palette drin war. Der Mitarbeiter des Auktionators war der Ansicht dass das zu meiner ersteigerten Ware gehört, also habe ich die Bügelverschlüsse auf den Wagen gelegt. Schon wieder 200 Bügelverschlüsse die ich nicht kaufen muss.

Noch die Anschreibtafeln einladen, dann ist der Wagen voll. Hier stellte sich heraus dass die Menge wieder grob geschätzt wurde, in der Auktion war von circa 10 die Rede, gekriegt habe ich 17. Auch nicht schlecht. So bin ich dann mit vollem Anhänger die fast 2 Stunden heimgezuckelt.

Die neuen Flaschen in den Kästen von Wernecker brauchten zuerst mal Bügelverschlüsse. Diese habe ich bei Brouwland in Belgien, die den besten Preis hatten, bestellt. Auch Gummiringe für die Flaschen habe ich bestellt, denn die Flaschen in den Schwelmer Kästen sahen auf den ersten Blick nicht sehr gut aus.

Bügelverschlüsse waren relativ schnell montiert, so dass ich mich erst mal über die neuen Flaschen machen konnte. Diese warn relativ schnell mit Geschirrspülpulver gewaschen und mit klarem Wasser gespült. So war dann auch der letzte Staub weg. Zur Kennzeichnung habe ich mir bei „Wir machen Druck“ runde, wetterfeste Aufkleber bestellt. Dies klebe ich auf die Verschlüsse.

somit kann ich meine Flaschen immer erkennen. Ich lagere diese im verschlossenen Zustand, da es in der Umgebung staubig ist und ich vermeiden will dass der Staub in die Flaschen kommt.

Mehr Arbeit als dies haben die roten Kästen der Schwelmer Brauerei gemacht. Erst habe ich sie mir mal angeschaut ob sie nicht schon brüchig sind, aber zu meiner Freude sind sie noch ok. Also sollte eine gründliche Wäsche reichen.

somit habe ich sie alle in einer Lauge mit Geschirrspülpulver von Netto gebadet. Dafür habe ich sie mit meiner Pumpe erste gefüllt, dann in meiner Wanne (das ist der Vorteil einer ehemaligen Milchkammer, es ist immer noch ein große Spülwanne mit Warmen und Kalten Wasser vorhanden) die Flaschen versenkt.

Nach 10 Minuten haben die Etiketten begonnen sich abzulösen. Mit einem Spüllappen habe ich dann die Flaschen außen von dem Dreck und den Kleberresten befreit. Besondere Sorgfalt habe ich auf die Gummiringe verwendet. Ich habe jeden der nicht geklebt war heruntergemacht und den Porzelanstöpsel gründlich gereinigt. Dann habe ich mir den Gummiring genau angeschaut. Wenn auch nur eine Kleinigkeit dran war die mir nicht gefallen hat habe ich ihn gegen einen neuen getauscht. Somit haben 30 % der Flaschen neue Gummiringe bekommen.

Den Kasten habe ich mit meiner speziellen Reinigungsbürste behandelt. Einer abgeschnittenen Klobürste im Akkuschrauber. Funktionier prima um den Kasten von innen zu reinigen.

Die Flaschen habe ich innen auch mit einer Bürste für den Akkuschrauber gereinigt. Somit habe ich sogar echte Krusten oder sonstiges ekliges Zeug rückstandslos herausbekommen. Jede einzelne Flasche habe ich gegen das Licht kontrolliert, es war kein Schmutz mehr zu sehen. Ein befreundeter Laborant hat ein paar untersucht, es war kein Befund mehr in der Flasche, die Reinigung auf diese Weise hat sich bewährt.

Die Flaschen abtropfen lassen, dann nach frühestens 4 Stunden klar ausspülen. Diese Flaschen habe ich auch wieder verschlossen gelagert, die Verschlüsse und den Flaschenmund habe ich vor dem Verschließen noch mit 70% Isopropanol behandelt, falls doch noch etwas zurück geblieben ist. Diese Vorgehen mache ich seit 5 Jahren und hatte noch nie Probleme mit den Flaschen.

Am Schluss habe ich meine Kästen noch Personalisiert. Dafür habe ich mir wieder Aufkleber 80x80mm bei „Wir machen Druck“ machen lassen. Für die Schrift habe ich mir ein rotes Panzerband organisiert, das auch mal Wasser und mechanische Belastungen aushält.

Somit kann ich wieder viel Bier in Flaschen abfüllen und meine Bestände an Pfandflaschen und Kästen langsam abbauen.

Zwei Winterbiere im Test

Heute stelle ich mal gleich zwei Winterbiere vor. Als erstes das Winterbier der Stadtbrauerei Spalt, die einzige kommunale Brauerei Deutschlands. 5000 Spalter Bürger sind stolze Brauerei-Eigentümer und damit Bierbotschafter für ihr Bier.

Das Spalter Winterbier ist eine zeitlich begrenzte Bierspezialität für die Wintermonate. Auf der Homepage der Brauerei findet man dazu:

„Bierspezialität zur kalten Jahreszeit, gebraut wie ein Märzenbier mit einer Extraportion feinem Braumalz. Im Glas strahlt ein bernsteinfarbenes Bier, mit seinem vollmundigen Körper hinterlässt es einen Hauch feiner Röstaromen im Nachtrunk.“

Mein Eindruck bei der Verkostung: Das mit dem Bernsteinfarben im Glas Passt, der Geruch ist kräftig Malzig mit leichten Röstnoten, im Antrunk kommt, im Gegensatz zu den meisten Spalter Bieren, der Malzige Geschmack durch, der Hopfen hält sich dezent im Hintergrund. Im Nachtrunk kommt dann doch noch der Spalter Aromahopfen im Gaumen durch, doch nicht unangenehm. Für mich ein sehr gut trinkbares Bier, passt im Winter zu Deftigen Speisen genau so gut wie zu Lebkuchen. Mit seinen 5,2% Alkohol ist es auch etwas Stärker, somit sollte man nach dem Genuss auf keinen Fall mehr Autofahren.

Das nächste im Bunde ist das Winterbier von Leikeim, der Wintertraum. Die Brauerei sagt dazu: Kräftige, fränkische Bierspezialität. Vollmundig und würzig im Geschmack – eine Gaumenfreude für die kalte Jahreszeit.

Beim Einschenken ist mir sofort die ziemlich helle, eher Goldene, Farbe aufgefallen. Der Geruch ist etwas nach frischen Biertreber mit einem hauch Hefe. Im Antrunk kommt eine ausgewogene Vollmundigkeit mit einer guten Balance zwischen Malz und Hopfen auf die Zunge. Im Abgang bleibt die ausgewogene Note im Rachen. Wer sich in der Winterzeit etwas gutes tun will ist mit diesem Bier richtig. Mit seinen 5,4% ist es auch nicht schwach auf der Brust. Hier wieder Obacht geben, es läuft gut und den Alkohol merkt man nicht. Sehr zu Empfehlen.

Mein Roggenbier

Vor längerer Zeit bin ich im Internet einmal auf die ausgelaufene Patentschrift des Schierlinger Roggen aus den Jahre 1989 gestoßen. Diese hat mich zum Brauen meines eigenen Roggenbieres gebracht. Schon zu Anfang meiner Brauerkarriere habe ich mich an einem Roggenbier versucht, aber mangels Erfahrung und Ausstattung war das kein echter Genuss. Das folgende Rezept hab ich schon zwei mal Gebraut und war jedes mal ein Bier vom feinsten, seit ich es auf meinem letzten Brauereifest ausgeschenkt habe wurde ich immer wieder danach gefragt.

Nun kann ich das Bier nicht nach dieser Patentschrift eins zu eins nachbrauen sondern habe es auf meine Anlage mit 23l Ausschlag angepasst. Das wasser habe ich aus 60% Osmosewasser und 40% Leitungswasser gemischt, die Schüttung bestand aus 2,5kg Roggenmalz, 0,5kg Weizenmalz, 1kg Pilsner Malz, 1kg Münchner Malz so wie 200g Karamalz Dunkel. Als Läuterhilfe habe ich 250g Reishülsen zugegeben.

Eingemaischt habe ich bei 40°C, dann wurde die erste Rast bei 37°C  15Minuten gehalten.
Dann habe ich auf 47°C aufgeheizt und 10 Minuten Rast gehalten. Danach habe ich 4l Dickmaische entnommen und in einem separaten Topf auf meiner Induktionsplatte zum kochen gebracht und 5 Minuten gekocht.

Durch das anschließende Zubrühen habe ich eine Temperatur von 56°C erreicht, die ich mit etwas kaltem Wasser auf die gewünschten 53°C eingestellt habe. Bei dieser Temperatur habe ich dann 30 Minuten Rast gehalten. Im Anschluss dann 8l Dickmaische entnommen, 5 Minuten gekocht und mit dem Zubrühen 72°C erhalten.

Die Temperatur habe ich dann 20 Minuten gehalten. Anschliesend habe ich dann auf 77°C aufgeheizt und hier noch eine Rast von 5 Minuten gehalten. Die Maische war Jodnormal. Normalerweise bräuchte ich das nicht mehr mit Jod mach, doch solange die Flasche nicht leer ist wird es gemacht.

Das Läutern ist durch Hilfe der Reishülsen relativ gut gegangen. Nach 45Minuten war ich inklusive Nachguss durch. Die Maische habe ich dann 60 Minuten gekocht. Den Hopfen habe ich klassisch zugegeben. Nach 10 Minuten 20g Hallertauer Perle mit 6,7%α , nach 50 Minuten 25g Tettnanger mit 3,2%α.

Nach dem Kühlen habe ich die Würze dann auf 25°C im Gegenstromkühler abgekühlt und mit einer Zymoferm Kölschefe  Z32 aus der zweiten Führung angestellt. Hier sollten fas alle obergärigen Hefen funktionieren die sich relativ kalt vergären lasse. Bei der Gärung habe ich noch 400g Roggenbrot zugegeben das ich zuvor aus Roggenschrot, Wasser und einer Erntehefe aus einem Weizensud gebacken habe.

Den Gärbehälter habe ich dann 6 Tage bei 15 bis 16°C in der geregelten Gefriertruhe gären lassen. Dann habe ich unter Zugabe von 140g Zucker in ein Keg geschlaucht, immer darauf bedacht dass die Reste von dem Brot im Gärbehälter bleiben, und das nochmal 7 Tage bei gleicher Temperatur weiter gären lassen. Es folgte die kalte Reifung bei einer Temperatur von zirka 1°C für 14 Tage. Das erste Zwickeln hat mich danach überzeugt und ich habe mit dem GDA in Flaschen gefüllt.

Das genaue Rezept habe ich auch bei der Müggelland Brauerei veröffentlicht.

Das Roggenbier steht dunkelrötlich im Glas. Der Schaum ist nicht sehr stark ausgeprägt, hält auch nicht sehr lange. Der Geruch erinnert etwas an Schwarzbrot mit Früchten, vielleicht etwas nach Früchtebrot. Der Antrunk ist malzig mit leichtem Hopfeneinschlag, die Fruchtnote ist kaum merklich. Im Abgange bleibt der Geschmack nach Roggenbrot mit leichter herbe des Hopfens zurück. Es ist im ganzen sehr ausgewogen und gut zu trinken. Wir demnächst wieder gebraut, die von mir was zu Weihnachten bekommen haben fragen nach mehr.

Tucher Christkindlesmarkt Bier

Auch wenn heuer der Markt aus Latten und Tuch nicht aufgebaut war, die Menschenmassen auf dem Hauptmarkt fehlen und das Christkind seinen Prolog nicht gesprochen hat ist wenigstens eines wie jedes Jahr: Die Tucherbrauerei hat ihr Christkindlesmarkt Bier in den Handel gebracht.

Auf der Homepage der Brauerei ist darüber zu lesen: “ Speziell zum Christkindlesmarkt eingebraut: Die feinwürzige, bernsteinfarbene Spezialität aus Deutschlands Weihnachtsstadt Nummer eins macht die festliche Adventszeit alljährlich zum Genuss – nicht nur für Besucher des weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarktes.“

Nach dem öffnen der Flasche mit Design „Alt Nürnberg“ hat man ein Kupferfarbenes Bier mit schönem Schaum in Glas. Beim Geruch hat man Malz und Hefe etwas gemischt in der Nase. Im Antrunk finde ich die Malznoten wieder, der Hopfen kommt leicht raus, schmeckt aber nicht süßlich. Im Nachklang kommt der Alkohol und der Hopfen etwas durch. Mit 5,8% Alkohol vom Typ her ein Märzen, passt sicher zu den fettigen Speisen die gerne in dieser Jahreszeit gegessen werden.

Mir hat es Geschmeckt, ein durchaus trinkbares Bier, was man nicht von allen Bieren der Tucher sagen kann.

Mönchshof Weihnachtsbier

Heute setze ich meine lose Reihe der Weihnachtsbiere mit dem Weihnachtsbier der Kulmbacher Brauerei fort. Wie jedes mal schaue ich mich auf der Homepage der Brauerei um. Hier steht zum Weihnachtsbier:

Unser begehrtes Mönchshof Weihnachtsbier stellt alle Jahre wieder den Glanzpunkt in der Vorweihnachtszeit dar. Exklusiv nur von Oktober bis Dezember erhältlich, fiebert der wahre Feinschmecker in Sachen Bier diesem festlichen Genuss entgegen. 

Etwas dunkler in der Farbe mit einer dezenten Hopfennote ist das vollmundige Mönchshof Weihnachtsbier mit seinem besonders feinen Malzaroma nicht nur dem Namen nach ein edles „Festbier“, sondern eine besondere Bescherung von Mönchshof!

13,3% Stammwürze
5,6% Alkohol

So weit das Zitat aus der Homepage. Bei meinem Test lässt sich viel dieser Aussagen bestätigen:

Beim Einschenken steht es dunkel Golden im Glas mit einem stabilen Schaum. Der Geruch ist von Malzigen Noten domminiert, nicht schlecht. Beim Antrunk ist zu merken, dass hier auch der Hopfen eine rolle spielt. Auch schmeckt es etwas Alkoholischer, ähnlich eines Wiesenbieres. Von der Stärke her ist das merkbar. Im Nachklang bleibt der Hopfen noch eine weile präsent. Für mich ein gutes Festbier das nicht unbedingt zu Weihnachten gehört. Ein anderes Etikett und es wäre eine gutes Wiesenfestbier.

Triticale selbst mälzen

Mich hat schon immer mal gereizt aus Triticale ein Bier zu brauen. Zuerst mal zur Triticale selbst. Hier hilft mal Wikipedia weiter:

Triticale ist ein Getreide. Es ist eine Kreuzung aus Weizen (Triticum aestivum L.) als weiblichem und Roggen (Secale cereale L.) als männlichem Partner. Der Name ist aus TRITIcum und seCALE, jeweils Neutrum, zusammengesetzt. Geschmack und Inhaltsstoffe der Triticale liegen zwischen denen von Weizen und Roggen. Seine Grannen sind ca. 3–5 cm lang und vierkantig.

Bei „Besser Bier Brauen“ steht zu dem Thema folgendes:

Dieses Hybridgetreide könnte ein sehr interessantes Braugetreide sein – gemälzt und ungemälzt. Bislang gibt es hier allerdings nur wenig belastbare Erkenntnisse. Triticale ist eine Kreuzung aus Roggen und Weizen und vereint deren erwünschte Eigenschaften. Für Brauer macht ihn sein hoher Gehalt an Amylasen interessant.

Und im Hobbybrauer Wicki steht noch folgendes:

In der Brautechnik ist Triticale weitestgehend noch unbekannt. Da sich die eigentlichen Getreidsorten jedoch für Spezialbiere eignen, kann man auch mit Tritcale ein schmackhaftes Spezialbier brauen. Hier werden der „brotartige“ Geschmack des Roggens mit den Vorzügen des Weizens in einem Bier geschaffen. Ein Versuch lohnt sich für Hobbybrauer allemal.

Das alles hat mich neugierig gemacht es mal zu Versuchen. Da ich nichts gefunden habe wo ich das Malz in kleinen Gebinden selbst beziehen kann habe ich mich dazu entschlossen, es selbst zu Mälzen. Der Rohstoff ist, wenn du auf dem Dorf wohnst, kein großes Problem. Mein Cousin hat mir am Telefon gesagt, dass alles bis 10 Tonnen kein Problem ist. Also bin ich hingefahren und hab mir mal 10kg geholt.

Für den ersten Mälzgang habe ich mir 5kg abgewogen und erst mal von Hand die Stroh- und Ährenreste so wie Fremdsamen herausgeklaubt. Normalerweise macht das in der Mälzerei die Putzmaschine, hier war ich fast 1 Std an dem Getreide gesessen. Dann habe ich es zuerst in einer Mörtelwanne eingeweicht und 2 mal Gewaschen, wobei ich das schwimmende Stroh mit einem Sieb abgefangen habe

Das Wasser habe ich dann durch den Seiher abgepumpt und dann wieder mit frischem Wasser weiter gewaschen.

Das gleiche Spiel habe ich dann am nächsten Tag noch 2 mal Wiederholt, so dass alle Körner richtig aufgequollen waren.

48 Stunden nach dem Eiweichen sahen die Körner wie oben aus. Fast alle haben begonnen zu Keimen.

24 Stunden später hat sich schon ein ordentlicher Wurzelkeim entwickelt. Langsam begann sich auch das Blatt vorzuschieben.

Nochmal 24 Stunden später sahen die Körner so aus. In diesem Zustand mit Wurzeln die länger als das Korn sind und deutlich geschobenen Blattansätzen habe ich beschlossen nun die Keimung durch Darren zu unterbrechen. 2/3 habe ich auf 2 Blechen in meinem Elektroherd bei 80°C Umluft zu Dörren probiert

Die Methode hat nach häufigeren Wenden nach 10Std schön Trockenes Malz hervorgebracht.

Von meiner Mutter war noch ein Dörrautomat herumgestanden. Auf die vier Böden dieses Gerätes habe ich das restliche Grünmalz verteilt. Hier hatte ich zwar keine Temperatureinstellung, aber da ich das Malz alle zwei Stunden mit den Händen wenden konnte gehe ich davon aus dass die Temperatur nicht zu hoch war. Dieser Dörrautomat hat 12 Stunden gebraucht bis alles Malz trocken war.

Jetzt habe ich mir überlegt, dass ein Nudelsieb das richtige sein kann um die getrockneten Keime zu entfernen. Immer ein wenig in das Sieb, alles kräftig durchwalken und dann durchschütteln, dass alles was noch an Keimen drin ist abfällt.

Es schaut so aus als ob diese Methode klappt, da nach 20% des Malzes schon viel in der Auffangschüssel geblieben ist.

Nach dem ich alles gesiebt habe sieht das so aus:

Das Malz ist war nicht ganz so sauber wie aus der Mälzerei, auch die Bruchkörner konnte ich nicht alle entfernen, aber für einen Brauversuch sollte es passen.

Folgendes habe ich mir ausgedacht:

Triticale 3000 g 60 % 3 EBC
Pilsner Malz 1800 g 36 % 4 EBC
Karamellmalz Pils 200 g 4 % 4 EBC

  • 5000 g Schüttung einmaischen mit 15.0 l Wasser von 37.0 °C ergibt 35.0 °C. 15 Minuten Rast.
  • auf 45.0 °C aufheizen, 10 Minuten Rast.
  • auf 55.0 °C aufheizen, 10 Minuten Rast.
  • auf 63.0 °C aufheizen, 40 Minuten Rast.
  • auf 72.0 °C aufheizen, 30 Minuten Rast.
  • auf 78.0 °C aufheizen, 5 Minuten Rast.
  • Abmaischen .

Bei der Hefe bin ich mir nicht so ganz schlüssig welche ich nehmen soll. Folgende stehen zur Verfügung:

Angel Ale von Brouwland
Gozdawa Pale Ale 7
Safale US05
Zymoferm Z32 Flüssighefe aus zweiter Führung oder
Zymoferm German Wheat Trockenhefe.

Letztlich habe ich mich für die Gozdawa Pale Ale Yeast 7 entschieden.

Hopfen: 16 g Perle Pellets 6.7 %α Kochen 60 min
16 g Hallertauer Gold Pellets 6.2 %α Kochen 10 min
Gesamte Kochzeit 70 Minuten

Das genaue Rezept habe ich auf der Müggeland Brauerei Seite veröffentlicht.

Das Bier habe ich jetzt mit dem GDA in Flaschen gefüllt. Es schmeckt sehr gut, ziemlich leicht mit wenig fruchtigen Estern. Das kommt von der tiefen Gärtemperatur von 16°C. Wenn ich wieder mit Triticale braue werde ich mal ein Untergäriges probieren und eines mit Weizenhefe und höherer Gärtemperatur.

Die Farbe ist schön Golden, nicht zu dunkel. Der Geruch ist etwas fruchtig, riecht leicht mach Birne, Antrunk mit leichter Hefenote, ähnlich einem Weizen. Jedoch fehlt hier die süßliche Komponente. Man schmeckt noch etwas den Malzton heraus, der Hopfen ist merklich, aber dezent im Hintergrund. Das setzt sich im Abklang fort. Für mich ein sehr gut trinkbares Bier ohne Ecken und Kanten, das haben mir auch einige Freunde bestätigt, denen ich mal eines zum Probieren gegeben habe.

Pyraser Weihnachtsfestbier

Dieses Jahr will ich ein paar der Weihnachtsfestbiere probieren die in den Getränkemärkten angeboten werden. Starten will ich die Reihe mit dem Weihnachtsfestbier der Pyraser Brauerei. Schön finde ich dass die auf ihrer Homepage immer relativ viel über ihr Bier verraten. Dieses Festbier wird so beschrieben:

Bierstil: untergäriges Festbier
Farbe: 11 EBC, golden
Schaum: fest, elfenbeinfarben
Geschmack: malzaromatisch mit feiner Hopfenbittere
Mundgefühl: vollmundig, spritzig
Hopfen: Perle, Hersbrucker, Saphir
Malz: Pilsner, Münchner und Wiener Malz
Bittereinheiten: 22 IBU
Stammwürze: 13,6 %
Alkoholgehalt: alc. 6,1 % vol.
Trinktemperatur: 7 °C

Auch die Geschichte auf der Homepage will ich euch nicht vorenthalten:

Wenn es draußen stad ist und die Nächte lang und schwarz, sitzt man gerne im Warmen beisammen. Dann passt dieses Festbier perfekt.

Es wurde extra für die Zeit kreiert, in der man recht gehaltvolle Speisen genießt; einen Festtagsbraten von Gans, Ente oder Wild mit samtigen, geschmacksstarken Saucen und üppigen Beilagen.

Ein „normales“ Helles könnte da leicht in den Hintergrund treten. Das Pyraser Weihnachtsbier ist ein perfekter Begleiter festlicher Mahlzeiten.

Unser Braumeister hat sich lange Gedanken gemacht. Ähnlich dem „Märzenbier“ ist der  Gehalt an Stammwürze etwas höher, als beim normalen „Hellen“. Schonende Gärung bei niedrigen Temperaturen ergibt einen etwas höheren Alkoholgehalt.

Ein eigens abgestimmtes Maischverfahren im Sudhaus sorgt für die geschmackliche Tiefe. Die spezielle Mischung sorgt für den Unterschied: Helles Pilsener, leicht geröstetes Wiener und dunkles Münchner Malz harmonieren in einem sorgfältig abgestimmten Mischverhältnis.

Eine milde, angenehme Bittere kommt hinzu: Unser Naturhopfen, der ausschließlich von zwei Hopfenbauern aus der nächsten Umgebung stammt.

Goldfarben, spritzig und feinherb, ist das Pyraser Weihnachtsbier eine abgerundete Mischung, die ganz unaufdringlich, schwerelos Akzente setzt.

Soweit das Statement aus der Brauerei. Nun mein persönlicher Test:

Im Glas findet man eine Bier mit eine farbe die an Kupfer erinnert. Der Schaum ist stabil im Glas. Der Geruch ist Malzig ohne zu sehr ausgeprägt zu sein. Im Antrunk merkt man auch den Hopfen zu dem Malz. Das Bier kann seine Verwandtschaft zum Märzen nicht verleugnen. Der Hopfen bleibt noch lange im Mund zu schmecken. Für einen Winterabend während Coronazeiten durchaus zu empfehlen, mir hat es geschmeckt.

Bier nach Art eines Kölsch, Wiesbier

Ich weiß nicht warum, aber ab und zu trinke ich ein Kölsch gerne. Nun werden manche sagen, da ist ein Bier mit wenig Geschmack, erinnert eher an Farbwasser. Doch um mal ein erfrischendes, unkompliziertes Bier zu trinken ist das für mich das Richtige. Also habe ich wieder mal selbst eines Gebraut.

Als Schüttung habe ich Gewählt:
2800g Pilsner Malz
1200g Wiener Malz
600g Weizenmal Hell
400g Karamalz Hell

Der Maischverlauf ist einfach: bei 55°C einmaischen, dann 10 Minuten Rast. Kombiast bei 66°C für 70 Minuten, dann zum besseren Läutern auf 78°C Heizen und bei Jodnormal in den Läuterbottich.

Der Sud wird 90 Minuten gekocht, wobei ich nach 10 Minuten die erste Hofengabe mit 30g Hallertauer Perle mit 7,3%α  und nach 80 Minuten eine Aromahopfengabe mit 25g Tettnanger mit 3,4%α hinzugegeben habe.

Vergoren habe ich mit Zymoferm Z032 Flüssighefe, da sie bisher das beste Ergebnis für diesen Bierstiel ergeben hat. Berechnet habe ich die Stammwürze mit 12,2°P, Farbe 11EBC, wird bei mir immer etwas dunkler, Bittere fast 30IBU, Alkoholgehalt so um die 5%.

Nach der ersten Gärung bei so 15°C habe ich das Jungbier mit 150g Zucker zur zweiten Gärung in ein KEG geschlaucht, dieses noch 5 Tage bei 15°C gären lassen, dann in die geregelte Gefriertruhe und bei 1,5°C 2 Wochen reifen lassen.

Das Rezept ist auch bei der Müggellandbrauerei unter https://braureka.de/rezepte/rezeptdetails/?id=28396 veröffentlicht.

Zum Geschmack des Bieres hier mal die 2015 STYLE GUIDELINES aus dem BEER JUDGE CERTIFICATION PROGRAM:

5B. Kölsch
Gesamteindruck: Ein sauberes, knackiges und fein ausbalanciertes Bier,
normalerweise mit einem sehr subtilen Frucht- und Hopfencharakter. Gedämpfte Malzigkeit führt durchweg zu einer angenehm guten
und erfrischender Abgang.  Die Frische macht einen großen Unterschied bei
diesem Bier, da der zarte Charakter mit dem Alter schnell verblassen kann.
Im Glas ist eine brillante Klarheit charakteristisch.

Aroma: Niedriges bis sehr niedriges Malzaroma mit körnig-süßem Geschmack.
Ein angenehmes, subtiles Fruchtaroma aus der Gärung (Apfel, Kirsche oder Birne) ist akzeptabel, aber nicht immer vorhanden. Ein Schwaches, blumiges, würziges oder pflanzliches Hopfenaroma ist optional, aber nicht ausschlaggebend für den Stil. Einige Hefestämme können einen leichte Weinigen oder Schwefelgeschmack ergeben. Insgesamt ist die Intensität der Aromaten ziemlich subtil, aber im Allgemeinen ausgewogen, sauber und frisch.

Aussehen: Sehr blasses Gelb bis helles Gold. Sehr deutliche Klarheit
(Authentische kommerzielle Versionen werden brillant gefiltert
Klarheit), bei Hausbrauervarianten kann eine leicht Trübung hingenommen werden. Hat einen zarten weißen Schaum, der möglicherweise nicht bestehen bleibt.

Geschmack: Weicher, runder Gaumen mit einem feinem Geschmack im
Gleichgewicht zwischen weichem und dennoch abgeschwächtem Malz, ein fast
unmerkliche fruchtige Süße aus der Gärung und einer mittleren bis mäßigen Bitterkeit mit zarter Trockenheit und leichter Getreidenote im Abgang (aber kein scharfer Nachgeschmack). Die Malzigkeit geht in die getreidig-süßliche Richtung, möglicherweise mit ganz leichten brotigen oder honigartigen Noten. Der Hopfengeschmack kann unterschiedlich von gering bis mäßig stark sein, wobei meist die Intensität mittel-gering bis mittel ist und einen blumigen, würzigen oder kräutrigen Charakter hat. Kann im Antrunk einen malzig-süßen Eindruck machen, der aber nicht erforderlich ist. Keine spürbare Restsüße. Kann einen leicht weinigen, mineralischen oder schwefligen Ton haben, der die Trockenheit und Ausgewogenheit des Geschmacks betont. Ein leichter Weizengeschmack ist selten, aber kein Fehler. Sonst sehr rein.

Geruch: (Aus der Beschreibung der Müggellandbrauerei) Wenig bis sehr wenig Malzaroma mit getreidig-süßem Charakter. Ein angenehmes feines Fruchtaroma aus der Gärung (Apfel, Kirsche oder Birne) ist akzeptabel, aber nicht immer vorhanden. Ein geringes würziges, kräueriges oder blumiges Hopfenaroma ist nur optional, aber stilgerecht. Einige Hefestämme erzeugen einen weinigen oder schwefligen Charakter (diese Eigenschaft ist auch nur optional, aber kein Fehler). Insgesamt ist die Intensität der Aromen recht schwach, aber generell gut ausbalanciert, rein und frisch.

Mundgefühl: Leichter bis mittlerer Körper mit mittlerer bis leicht erhöhter Karbonatisierung. Meistens gut Ausgegoren.

Anmerkungen: Jede Kölner Brauerei stellt ein anderes Bier her und jeder interpretiert die Kölsch Konvention leicht anders. Berücksichtigen Sie eine Reihe von Variationen innerhalb des Stils, wenn sie es beurteilen. Beachten Sie, dass trockenere Versionen hopfiger oder herber erscheinen können als die IBU-Spezifikationen vermuten lassen. Wegen seines delikates Geschmacksprofil, neigt Kölsch dazu, ein relativ kurze Haltbarkeit zu haben. ältere Beispiele und Importe können leicht einige Oxidationsfehler zeigen.  Serviert wird in Köln in einem hohen, schmalen 200ml Glas, der so genannt Stange.

Nach dieser Beschreibung will ich mal mein selbstgebrautes Testen. Eigentlich ist es ein Wiesbier, die Bezeichnung für unfiltriertes Kölsch. Der Begriff kommt nicht von der Wiese sondern ist die alte Bezeichnung für Weißbier.

Die Farbe passt schon mal, ein dunkles Gold. Feinperlig mit nicht sehr stabilem Schaum. Der Geruch ist leicht Fruchtig mit feiner Hopfennote, allgemein schwach. Der Antrunk ist nicht sehr Intensiv, der Hopfen schmeckt auf der Zunge mit einer leichten Malznote. Im Abklang ist der Hopfen und eine feine Getreidigkeit zu schmecken. Das Bier hat keine Fehltöne, ein gut trinkbares Wiesbier (Politisch Korrekt).

 

2020, ein Jahr zum Vergessen, Brautechnisch gesehen

Mir ist es dieses Jahr gegangen wie so vielen. Zum Jahreswechsel macht man Pläne, was man in diesem Jahr machen will, welche Biere man brauen will, welche Hobbybrauertreffen dieses Jahr besucht werden. Dann kam Corona! Meine Japanreise hätte 14 Tage später nicht mehr stattgefunden, obwohl ich dort die Gefahr, außer im Flugzeug, für sehr gering eingeschätzt habe. Dort hatten schon alle Menschen diese Alltagsmasken getragen, in jedem Geschäft war Desinfektionsmittel am Eingang, also wie jetzt bei uns.

Mein geplantes Brauereifest am 1. August habe ich schon im April abgesagt, da mir eine Veranstaltung mit mehr als 100 Leuten etwas zu Riskant erschienen ist. Irgend wie hatte ich keine Lust als Coronahotspott in der Tageszeitung zu erscheinen. Schade, da die Planung schon weit fortgeschritten war. Meine Nichte hat mich schon Weihnachten gefragt welches Motto ich dieses Jahr nehmen will. Ich habe es zwar gewusst, aber verraten werde ich es hier nicht, da ich es nächstes Jahr recyceln will. Den Klowagen habe ich mir für nächstes Jahr schon mal Reserviert.

Leider bin ich dieses Jahr wegen der  Belastung auf meiner Arbeit (meistens von Montag bis Freitag Unterwegs) wenig zum Brauen gekommen. Angefangen hat es mit einer Vierkornweissen. Im Anschluss, ich habe gemeint das wäre mal Witzig, habe ich eine Coronaclone gebraut. Das Rezept habe ich mal auf einer Amerikanischen Rezeptsammlung gefunden. Motto: besser Corona trinken als Corona kriegen.

Dann ein Weizen das ich mit einer gestrippten Hefe aus 2 Flaschen Gambrinusweizen der Brauerei Dorn in Bruckberg angestellt habe. Der erste Versuch mit gestrippter Hefe hat besser geklappt als Gedacht. Zwei Flaschen Weizen ganz Vorsichtig in das Glas leeren, den Bodensatz mit etwas Karamalz aus dem Getränkeshop ausspülen uns auf dem Magnetrührer zwei Tage heranziehen. Nach dem ersten Tag die zirka 100ml mit dem Rest der 0,7l  Flasche Karamalz anfüttern. Das Ergebnis hat am dritten Tag nach Hefe gerochen und war voll in Gärung. Die Hefe ist 24 Std nach dem Anstellen in voller Gärung gewesen.

Ein paar Wochen später hab ich mich mal wieder an ein „Zoigl“ mit Dekoktion gemacht. Ist zwar aufwändig, aber der Geschmack gibt mir recht. Standart ist auch wieder mein Red Irish, musste sein. Mit zwei weiteren Weizen, einem dunklen Weizen und einem roten Weizen bin ich jetzt so weit, dass ich beim nächsten Sud den Zoll informieren muss, da ich hier die Freimenge überschreite. Habe ich zwar nicht Vermutet, aber da ich bei vielen Bekannten das Geburtstagsgeschenk durch ein paar Flaschen Eigenbräu ersetzt habe ist mein Vorrat zur Zeit sehr weit gesunken. Also muss ich im November, wenn ich wieder Urlaub habe, den Sudkessel nochmal anwerfen.

Geplant habe ich noch ein Pumpkinale, also ein klassisches Kürbisbier mit Zimt uns Nelken zu Weihnachten. Auch ein Roggenbier habe ich mir vorgenommen, das Rezept habe ich schon erstellt. Mittlerweile habe ich mich an den neuen Rezeptkalkulator der Müggellandbrauerei gewöhnt und finde es gut, dass ich meine Rezepte und Konfiguration dort speichern kann nach Anmeldung. Wenn das Bier dann gelungen ist, ist eine Veröffentlichung auch möglich.

Für das nächste Jahr habe ich noch nicht viele Pläne gemacht, es kann niemand sagen wie es wird. Also werde ich mich Überraschen lassen und je nach Situation reagieren.

Eine Art „Zoigl“ nach einem Rezept gemacht aus einem Filmbericht aus Windischeschenbach

Hin und wieder fahre ich gerne mit dem Zug nach Windischeschenbach und gehe dann in eine Zoiglstube dort oder nach Neuhaus gleich nebenan. Infos zur Zoiglkultur findet ihr unter Zoiglbier.de. Deshalb würde ich mir nie anmaßen mein Bier „Zoigl“ zu nennen. Was ich davon halte habe ich schon in meinem Bericht „Noch eine Bierprobe“ zum Ausdruck gebracht.

Mein Rezept beruht auf einem Bericht über das Brauen in Windischeschenbach, den ich nur sehr kurze Zeit auf Youtube gefunden hatte. Wahrscheinlich ist es da jemanden aufgefallen, dass hier sehr viele Details über Zeiten und Temperaturen verraten wurden. Ich hab mir das Aufgeschrieben und für meine Anlage umgewandelt.

Da es sich um die klassische Dreimaischmethode handelte habe ich alle Rasten in meiner isolierten Läuterbox gefahren. Für die Schüttung habe ich bei einer Ausschlagmenge von zirka 24l 2,4kg Pilsner Malz, 2,4kg Wiener Malz und 300g Karamalz hell verwendet.

Das Wasser habe ich mit 70% Osmose und 30% Leitungswasser ziemlich weich eingestellt. Als ersten Schritt habe ich 20l Wasser auf 34°C aufgeheizt und in der Läuterbox vorgelegt. Dann habe ich das geschrotete Malz sorgfältig untergerührt so dass keine Nester mit Klumpen entstehen.

Nach 10 Minuten Rast habe ich 6l Dickmaische entnommen und zum Kochen gebracht. Dies habe ich dann wieder zugebrüht und bin auf eine Temperatur von 53°C gekommen. Zur Sicherheit habe ich immer noch kaltes Wasser und einen Wasserkocher dabei, um die Temperatur einzustellen falls ich mich bei den Mengen verrechnet habe. Bei 53°C wird dann 60 Minuten Rast gehalten.

Als dies Rast dann um war habe ich 3,5l Dickmaische entnommen und diese zum Kochen gebracht. Für das Kochen habe ich meine Induktionsplatte und einen 10l Topf verwendet. Durch das Rüchbrühen ist die Maische dann auf 63°C gekommen. Hier wurde auch noch einmal 45 Minuten Rast gehalten. Das selbe Spiel mit wieder 3,5l Dickmaische auf 68°C, hier dann 20 Minuten gerastet.

Dann wurden noch einmal 3l Dickmaische entnommen und gekocht, bei Zurückbrühen ergab sich eine Temperatur von 72°C. Hier wurde dann für 20 Minuten Rast gehalten. Ohne Läuterruhe konnte ich dann Abläutern.

Beim 90 Minütigen Kochen wurde die erste Hopfengabe 20g Perle Pelets mit 9,6%∝ nach 20 Minuten gegeben, die zweite Hopfengabe mit 20g Spalter Select Doldenhopfen mit 4,8%∝. Nach dem Hofenseihen und Kühlen habe ich einen Wert von 12,8% Brix gemessen. Nach Berechnung sollte das Bier 26IBU Bittere und 5,0% Alkohol haben. Angestellt wurde mit Saflager S189 aus 2. Führung.

Nach einer Woche in der ersten Gärung bei 10°C in der geregelten Gefriertruhe habe ich es in ein KEG mit 140g Zucker geschlaucht zur Carbonisierung. Schon der Probeschluck nach der ersten Gärung hat geschmeckt. Das fertige Bier hat jetzt einen Messwert von 5,6% Brix was nach dem Tool der Müggelland Brauerei eine scheinbare Vergärung von 84%, einen tatsächlichen Restextrakt von  3,9°P und einen Alkoholgehalt von 5,6% Alkohol entspricht.

Das Bier schmeckt mir und auch denjenigen, die es probiert haben, sehr gut. Der Aufwand hat sich nach meiner Meinung gelohnt.

Das Bier hat einen schönen Schaum, ist auch sehr Schaumstabil. Die leicht rötliche Farbe kommt vom Wiener Malz. Der Geruch ist wenig wahrnehmbar, der Antrunk bringt das kernig-malzige und den Hopfen zur Geltung. Im Nachtrunk hält sich noch der Malzeindruck mit dem Hopfen auf der Zunge. Ein gut trinkbares Bier.