Eine Art „Zoigl“ nach einem Rezept gemacht aus einem Filmbericht aus Windischeschenbach

Hin und wieder fahre ich gerne mit dem Zug nach Windischeschenbach und gehe dann in eine Zoiglstube dort oder nach Neuhaus gleich nebenan. Infos zur Zoiglkultur findet ihr unter Zoiglbier.de. Deshalb würde ich mir nie anmaßen mein Bier „Zoigl“ zu nennen. Was ich davon halte habe ich schon in meinem Bericht „Noch eine Bierprobe“ zum Ausdruck gebracht.

Mein Rezept beruht auf einem Bericht über das Brauen in Windischeschenbach, den ich nur sehr kurze Zeit auf Youtube gefunden hatte. Wahrscheinlich ist es da jemanden aufgefallen, dass hier sehr viele Details über Zeiten und Temperaturen verraten wurden. Ich hab mir das Aufgeschrieben und für meine Anlage umgewandelt.

Da es sich um die klassische Dreimaischmethode handelte habe ich alle Rasten in meiner isolierten Läuterbox gefahren. Für die Schüttung habe ich bei einer Ausschlagmenge von zirka 24l 2,4kg Pilsner Malz, 2,4kg Wiener Malz und 300g Karamalz hell verwendet.

Das Wasser habe ich mit 70% Osmose und 30% Leitungswasser ziemlich weich eingestellt. Als ersten Schritt habe ich 20l Wasser auf 34°C aufgeheizt und in der Läuterbox vorgelegt. Dann habe ich das geschrotete Malz sorgfältig untergerührt so dass keine Nester mit Klumpen entstehen.

Nach 10 Minuten Rast habe ich 6l Dickmaische entnommen und zum Kochen gebracht. Dies habe ich dann wieder zugebrüht und bin auf eine Temperatur von 53°C gekommen. Zur Sicherheit habe ich immer noch kaltes Wasser und einen Wasserkocher dabei, um die Temperatur einzustellen falls ich mich bei den Mengen verrechnet habe. Bei 53°C wird dann 60 Minuten Rast gehalten.

Als dies Rast dann um war habe ich 3,5l Dickmaische entnommen und diese zum Kochen gebracht. Für das Kochen habe ich meine Induktionsplatte und einen 10l Topf verwendet. Durch das Rüchbrühen ist die Maische dann auf 63°C gekommen. Hier wurde auch noch einmal 45 Minuten Rast gehalten. Das selbe Spiel mit wieder 3,5l Dickmaische auf 68°C, hier dann 20 Minuten gerastet.

Dann wurden noch einmal 3l Dickmaische entnommen und gekocht, bei Zurückbrühen ergab sich eine Temperatur von 72°C. Hier wurde dann für 20 Minuten Rast gehalten. Ohne Läuterruhe konnte ich dann Abläutern.

Beim 90 Minütigen Kochen wurde die erste Hopfengabe 20g Perle Pelets mit 9,6%∝ nach 20 Minuten gegeben, die zweite Hopfengabe mit 20g Spalter Select Doldenhopfen mit 4,8%∝. Nach dem Hofenseihen und Kühlen habe ich einen Wert von 12,8% Brix gemessen. Nach Berechnung sollte das Bier 26IBU Bittere und 5,0% Alkohol haben. Angestellt wurde mit Saflager S189 aus 2. Führung.

Nach einer Woche in der ersten Gärung bei 10°C in der geregelten Gefriertruhe habe ich es in ein KEG mit 140g Zucker geschlaucht zur Carbonisierung. Schon der Probeschluck nach der ersten Gärung hat geschmeckt. Das fertige Bier hat jetzt einen Messwert von 5,6% Brix was nach dem Tool der Müggelland Brauerei eine scheinbare Vergärung von 84%, einen tatsächlichen Restextrakt von  3,9°P und einen Alkoholgehalt von 5,6% Alkohol entspricht.

Das Bier schmeckt mir und auch denjenigen, die es probiert haben, sehr gut. Der Aufwand hat sich nach meiner Meinung gelohnt.

Das Bier hat einen schönen Schaum, ist auch sehr Schaumstabil. Die leicht rötliche Farbe kommt vom Wiener Malz. Der Geruch ist wenig wahrnehmbar, der Antrunk bringt das kernig-malzige und den Hopfen zur Geltung. Im Nachtrunk hält sich noch der Malzeindruck mit dem Hopfen auf der Zunge. Ein gut trinkbares Bier.

Zweite Gärung und Reifung im KEG

Schon nach meinem dritten Sud habe ich mich gefragt, ob es nicht etwas anderes gibt als die Biere in Flaschen zu reifen, d.h. die 2. Gärung un die Reifung in Flaschen durchzuführen. War mir zu kompliziert und zu wenige effektiv. Also habe ich mich umgesehen wo ich andere Behälter herbekomme. Als erstes habe ich es mit 5l Partyfässern probiert. Ok, das klappte schon mal gut, was mich aber gestört hat war die Tatsache, dass ich dann auf diese Fässer fixiert bin. Ich kann nicht mal schnell in Flaschen umfüllen um diese zu Verschenken oder selbst zum Hobbybrauertreffen mitzunehmen, außer ich lasse die Flasche über den Hahn des Zapfgerätes oder des Fasses voll laufen. Dabei kommt immer Luft ans Bier und es Oxidiert.

Auch fand ich die Handhabung etwas kompliziert. Somit habe ich mich im Internet nach weiteren Alternativen umgesehen, wobei ich auf die verschiedenen Arten von KEGs gestoßen bin . Im Bereich der Hobbybrauer sind bei vielen die Soda- oder CC-KEG im Einsatz. Ursprünglich für die Alkoholfreie Getränkeindustrie entwickelt sin sie bei vielen Hobbybrauern im Einsatz. Soweit ich gehört habe hat eine der großen Sodakonzerne das Sytem umgestellt, somit sind viele gebrauchte KEGs auf den Markt gekommen. Mehr über diese Kegs findet man z. B bei Gastro Brennecke.  Bei mir hat sich das relaiv schnell entschieden dass ich normale Bierkeg´s  mit Flachfitting verwende. Das ist so gekommen, dass ich im Internet auf die Firma Halbritter gestoßen bin, dort habe ich dann angerufen und gefragt, ob sie gebrauchte, halbwegs preisgünstige, Kegs habe. Herr Halbritter machte mir ein Angebot, dass ich vier beschädigte, aber dichte, Partykegs mit Anstich, je 15l, für 100€ + MwsT haben könne. Also nichts wie hin, dort hat sich aber herausgestellt dass zwei der Fässer nicht mehr dicht waren. Also bot er mir für den selben Preis noch zwei 30l Keg an, zwar leicht beschädigt, aber noch voll einsatzfähig. Auch einen Zapfkopf hat er mir dazu verkauft, so dass meine erste Ausstattung an Kegs komplett war. Dann brauchte ich nur noch das CO2 zum Zapfen. Bei einem Händler in Lehrberg bei Ansbach kann ich mir die 10kg Flasche gegen 100€ Pfand und 20€ für die Füllung hohlen. Den Druckminderer habe ich mir im Braufachhandel gekauft.

Mittlerweile habe ich eine ganze Anzahl KEGs und Zapfköpfe gekauft. Die CO2 Verteilung nehme ich mit Pneumatikschläuchen aus der Industrie vor. Habe mit einer Flasche schon 6 KEGs gleichzeitig gezapft und dabei kein Problem gehabt. Die Kompensatorschankhähne habe ich mir per Ebay aus China kommen lassen. Vielleicht nicht die beste Qualität, aber für hin- und wieder Gebrauch sind die ok.

Ihr merkt schon, auf KEG umstellen bedeute am Anfang mal die einmalige Investition von einigen 100€, also sollte der Schritt gut überlegt sein. Was ich mir noch zugelegt habe ist ein günstiger Durchlaufkühler von Lindnr mit einem Kühlvolumen von 30l die Stunde, was meistens ausreicht, da ich die Fässer ja zuvor gekühlt habe. Bilder und genaue Beschreibungen kommen demnächst im meiner Rubrik Technische Beschreibungen.

Vierkornweiße aus eigener Brauerei

Neulich habe ich mal Inventur gemacht welche Rohstoffe ich noch so da habe und wie es mit dem Alter ausschaut. Dabei sind mir wieder meine vielen Tüten Trockenhefe in die Hände gekommen, die ich kurz nach Beginn meines Hobbys gekauft habe. Die meisten schon mehr als ein Jahr übers MHD. Da sie die ganze Zeit im Kühlschrank gelagert waren wollte ich sie nicht so einfach wegwerfen, also suche ich mir für jede Hefe mein Rezept. Das hier ist zur Verwertung der Mangrove Jack`s M20 Bavarian Wheat entstanden.

Eine gängige Meinung unter Hobbybrauern ist ja, dass es keine echte Weizenhefe unter den Trockenhefen gibt. So habe ich bisher entweder mit gestripter Hefe von Kaufweizen oder mit der Hefe Zymoferm Flüssighefe TYP WEIHENSTEPHAN-W68 gearbeitet. Wobei ich mit der Zymoferm und der Anleitung im Braumagazin meine besten Ergebnisse hatte. Doch weiter von der M20. Natürlich konnte ich nicht davon ausgehen dass sie nach 2 Jahren über dem MHD noch klappt. Also habe ich die Hefe mit einem halben Liter Karamalz einen Tag vor dem Termin auf den Magnetrührer gestellt. Und siehe da, am nächsten Tag roch es nicht mehr süßlich nach dem Malzgetränk sondern deutlich nach Hefe. Somit ist klar, hier ist noch Leben. Meine Reservehefe wird sich noch etwas gedulden müssen.

Am Brautag habe ich das Brauwasser aus 30% Osmosewaser und 70% Leitungswasser angemischt. Mit 10ml Milchsäure habe ich dann etwas nachgeholfen gegen mein extra hartes Leitungswasser. Die Schüttung besteht aus:
2000g Pale Ale Malz
1400g Weizenmalz
600g Dinkelmalz
600g Roggenmalz
300g Karamalz Hell
wobei ich die 600g Roggenmalz separat geschrotet habe.

Als mein Einkocher auf 39°C war habe ich das Roggenmalz eingemaischt und für 25 Minuten bei dieser Temperatur gerastet.
Dann habe ich die restliche Schüttung eingemaischt und auf 55°C aufgeheizt. Hier habe ich 10 Minuten Eiweißrast gehalten. Die nächsten Rasten waren 40 Minuten bei 63°C und 20 Minuten bei 72°C. Vor dem Läutern habe ich noch 5 Minuten Rast bei 78°C gehalten. Dass die Jodprobe keine Probleme machte ist fast selbstverständlich.

Die Kochzeit hat 70 Minuten betragen, wobei die erste Hopfengabe 20g Spalter mit 4,8%α nach 10 Minute kochzeit hinzugegeben wurde, die zweite mit 18g Williamette mit 4,5%α nach 60 Minuten. Die ungewöhnliche Hopfengabe liegt einfach daran, dass ich hier genau zwei Reste dieser Hopfen hatte die ich weg haben wollte.

Alles in allem ist ein ein gut Trinkbares Bier geworden. Es hat eine schöne Farbe, etwas rötlich vom Roggen, riecht ziemlich Weizentypisch nach Hefe und etwas fruchtig. Im Antrunk merkt man getreidige Noten, auch etwas überreife Banane mit einem leicht pfeffrigen Abgang. Nachdem ich es einmal ziemlich Kalt und dann bei Zimmertemperatur probiert habe schmeckt es mir immer besser. Eine gute Art der Resteverwertung. Die restlichen Daten aus meinem Etikett:

 

 

 

Mein selbstgebrautes Dry Stout

Da ich gerne ab und zu ein Guiness trinke wollt ich mal was in der Richtung selbst brauen. Es ist dann doch was etwas anderes herausgekommen, aber nicht zum Nachteil. Mir schmeckt es sehr gut, schön dunkel, nicht brenzlig nach Röstgerste. Aber hier mal das Rezept im Einzelnen:

Das Brauwasser habe ich aus Osmosewasser und Leitungswasser gemischt und mit 5ml Milchsäure nachjustiert, um bei unserem harten Wasser auch mit mehr Hopfen brauen zu können. Die Schüttung bestand für meine Anlage aus:

2300g Münchner Malz
1000g Pilsner Malz
500g Gerstenflocken
300g Haferflocken, kernig
300g Kara Hell
200g Karamalz Aroma
Separat geschrotet 300g Röstgerste

Das Ganze ohne die Röstgerste habe ich bei 67°C eingemaischt und diese Temperatur für 70 Minuten gehalten. Nach 60 Minuten hab dann die Röstgerste zugegeben. Das hat den Grund das sonst ein etwas „Brenzliger“ Geschmack entsteht. Danach hab ich die Maische auf 78°C erhitzt und dann in meinen Läuterbottich umgeschöpft.

Die erste Hopfung habe ich mit 20g „Falconers Flight“ (11,3%α) in der Vorderwürze vorgenommen. Die Kochzeit betrug 90 Minuten. Die weiteren Hopfengaben:
30g Williamette (4,5%α) nach 10 Minuten Kochzeit
35g Styrian Golding (4%α) nach 80 Minuten.
Ich gebe ja zu dass das eine etwas ungewöhnliche Auswahl der Hopfen ist, aber diese Reste aus dem Gefrierfach waren dem Aromaprofil das ich erreichen wollte ziemlich nahe.

Nach dem Anstellen mit Safale S04 kam es relativ schnell zu einer heftigen Gärung. Da das Päckchen mit der Trockenhefe schon relativ lange über dem Mhd war habe ich es am Vortag mit einem Starter aus Trockenmalzextrakt auf dem Magnetrührer herangeführt. Am Brautag hat die Hefe den Starter richtig durch gegoren, der Geruch war ok, also sprach nichts gegen die Verwendung.

Die Daten : 13% Stammwürze, 5,1% Alkohol, bitterung 30IBU

Meine Verkostung 30 Tage nach dem Brauen ergab folgendes:
Optik: Schaum bleibt relativ lange, hier haben die Haferflocken ihren Job erledigt.
Geruch: Malzig mit leichten Kaffeenoten.
Antrunk: Angenehmes Mundgefühl mit dem Schaum, etwas Röstig nach den dunklen Malzen, bald merkt mann auch den Hopfen.
Nachtrunk: Hier dominiert dann mehr der Hopfen, es ist nichts von einer Restsüße zu merken.

Für mich ein gutes Stout, so wie ich es erwartet habe. Trotz der kurzen Reifezeit schon gut zu trinken.

Neue Hardware

Da mit im letzten Jahr trotz meiner Vorsicht immer wieder mal Sude übergekocht sind habe ich mich nach einer neuen Möglichkeit zum Würzekochen umgeschaut. Das mit der Maischarbeit funktioniert in meinem Einkocher ganz gut, aber das mit dem Kochen war immer so eine Geschichte, der Einkocher wurde halt bis erreichen der gewünschten Stammwürze manchmal ziemlich voll. Deswegen habe mich Anfang des Jahres für eine andere Lösung zum Kochen entschieden.

Ich habe mir einen 35l Edelstahltopf so wie eine Induktionsplatte mit 3500W zugelegt. Hat für mich den Vorteil dass ich mit den 3500W genügen Power habe um relativ schnell die Würze zum Kochen zu bringen, ich es aber dann wenn es kocht so auf 2000W herunterregeln kann, so dass es wallend weiterkocht. Die Verdampfung passt, ich habe nach einer Stunde Kochzeit so um 1% Brix mehr in der Würze. Vielleicht lasse ich mir an dem Topf noch einen 1″ Nippel anschweißen um beim Hopfenseihen nicht immer mit der Pumpe arbeiten zu müssen, hat aber nicht die größte Priorität. Jedenfalls bin ich mit dieser Lösung sehr zufrieden, mal sehen was mir als nächstes Einfällt.

Haferbier nach einem alten Rezept gebraut

Vor einiger Zeit bin ich auf folgendes E-Book gestoßen: „Historische Biere Selbstgebraut„, ein Buch bei dem sich der Autor Andreas Krennmair wirklich die Mühe gemacht hat Biere aus historischen Quellen in heutige Einheiten umzurechnen.

Mich hat mich das Rezept für Horner Bier aus der niederösterreichischen Stadt Horn, das im 18. und 19. Jahrhundert in Österreich populär war interresiert. Das erste Problem war die Beschaffung von Hafermalz, was sich durch einen Zufall löste. Als ich wieder mal bei der Mälzerei in Zirndorf ein paar Säcke Malz eingekauft habe fragte ich beiläufig ob sie wissen wo ich Hafermalz herbekommen kann. Der Chef hat mich gefragt ob es eilig ist, denn in vier Wochen mälzen sie eine Partie Hafer für einen Kundenauftrag. Ich könnte dann etwas haben. Somit stand für mich fest das werde ich versuchen.

Hier ein Auszug aus dem Rezept:

Zutaten
4 kg Hafermalz
20 g Hopfen – Saazer (4 % Alphasäure)
10 g Weinstein
1 Packung obergärige Hefe, z.B. WLP029
Maischverfahren
Einmaischen in 12 Liter Wasser bei 67 °C, 1 Stunde Rast.
Abläutern, anschwänzen mit 80 °C heißem Wasser, bis etwa 28 Liter Würze in der Würzepfanne gesammelt sind.
Hopfen zur Vorderwürze hinzugeben
Würzekochen
Kochdauer 60 Minuten
Weinstein zu Kochbeginn in der Würze auflösen
Vergärung
Kühlen der Würze auf 20 °C
Zugabe der Hefe
Eckdaten
Stammwürze 8,5 °P
Alkoholgehalt 3,6 %vol
10 Bittereinheiten

Nachdem ich das noch einmal über den Rezept-Kalkulator der Müggelland-Brauerei gelassen habe habe ich folgendes Rezept gebraut:

17l Wasser aus 70% Leitungswasser und 30% Osmose herstellen
Aufheizen auf 67°C
5kg geschrotetes Hafermalz Einmaischen
60 Minuten Kombirast bei bei 67°C
Aufheizen auf 77°C, dann in den Läuterbottich umschöpfen

Das Läutern war eine mittlere Katastrophe, ich musste immer wieder mit einem Messer den Läuterkuchen einschneiden. Die Maische schaute aber trotzdem mehr nach Hafermilch denn nach Bierwürze aus.

Die Hopfengabe in die Vorderwürze mit 13g Hallertauer Mittelfrüh (3,2%α) und 15g Casscade (8,1%α)
60 Minuten gekocht, dann Hopfenseihen und kühlen auf 20°C, Ergebnis waren 24l fertige Würze.
Als Hefe habe ich die Bulldog European Ale von Brouwland verwendet, die musst weg wegen MHD.

Wie der aufmerksame Leser sicher festgestellt hat ist hier nirgends die Rede von Weinstein. Habe ich zu Besorgen vergessen, also muss es auch ohne gehen.

Nach 7 Tagen der ersten Gärung habe ich es mit 70g Zucker in ein Keg geschlaucht. Hier hat sich der zweite Fehler eingeschlichen, denn für eine Korrekte Carbonisierung wären 130g nötig gewesen. Somit habe ich während der 5 Wochen kalter Reifung mit CO2 aus der Flasche nachgeholfen.

Das Ergebnis ist vielleicht nicht besonders schön anzuschauen, milchig, gelblich, ohne viel Schaum. Aber der Geschmack ist echt gut, schön säuerlich moussierend mit einem frischen Abgang. Erinnert mich etwas an Berliner Weiße. Der Geruch ist nicht sehr stark, etwas an einen herben Weißwein erinnernd. Alles in allem ein idealer Durstlöscher, wäre da meine Sudausbeute nicht etwas besser Geworden als gedacht. Mit 5,1% Alkohol gehört es nicht zu den ganz leichten Bieren. Werde ich sicher noch einmal brauen wenn ich wieder Hafermalz kriege, aber dann mit Weinstein.

 

Veldensteiner Pils

Heute habe ich das Veldensteiner Pils aus der Kaiserbräu in Neuhaus probiert. Ich kenne es schon aus dem 5 Liter Partyfass, da hat es mir als nicht Pilstrinker schon geschmeckt. Als ich es Vorgestern im Getränkeshop gesehen habe musste ich mal 2 Flaschen mitnehen.

Die Brauerei sagt über ihr Pils:

„Feinherbes Premium Pils der Spitzenklasse. Außergewöhnlich im Geschmack. Ausgewählte Aromahopfen aus dem kleinen Hopfenanbaugebiet Hersbruck verleihen dem Pils eine milde, feine Hopfenbittere. 11,6 % Stammwürze – alc. 4,9 % Vol.“

Beim Einschenken entstand eine schöne Schaumkrone die auch relativ haltbar war. Der Geruch war leicht Hopfig, aber für ein Pis doch auch sehr Malzig.

Da bestätigte sich beim ersten Schluck. Das Bier ist etwas herb, aber nicht bitter, hat für ein Pils doch eine satte Malznote. Im Nachtrunk bleibt der Hopfen etwas länger, aber nicht störend. Für mich ein Typischer Vertreter des fränkischen Pilses, herb aber doch vollmundig. Für mich ein echt gutes Bier.

Bier in Japan

Diesen Februar war ich für zwei Wochen in Japan unterwegs. Dabei konnte ich die lokale Bierszene etwas erkunden. Dominiert wird der Markt in Japan von den Großbrauereien Kirin, Sapporo, Ashai und Suntorry. Alles Brauereien mit einem Ausstoß von dem deutsche Großbrauereien nur träumen können. Das Bier dieser Brauereien ist sehr gut trinkbar, doch relativ teuer. Eine Halbe Bier kostet im Restaurant zwischen 500 und 900 Yen, was sich in Relation setzt da du ein Mittagessen schon so um die 1000 Yen bekommst. Auch im Laden ist es nicht viel Günstiger. Die 0,5l Dose kostet bei „Seven Eleven“ oder bei „Familiy Mart“ jeweils so um die 320 Yen.

Das Sapporo hat mir auf Anhieb geschmeckt. Kein besonderes Bier, halt eine gut trinkbares Lager. In Japan muss man mit Dosen vorlieb nehmen, da ich fast keine Flaschenbier gesehen habe.

Das Yebisu kommt auch aus demselben Braukonzern, schmeckt etwas vollmundiger als das „Normale“ Saporro, auch sehr gut trinkbar.

Am nächsten Abend bin ich dann in die Falle getappt. Die Dose hat für mich nach einem Bier von Suntory ausgeschaut, vielleicht eine Art Bock wegen des Alkoholgehaltes. Nach dem Öffnen habe ich dann gemerkt dass es sich dabei um einen Whisky Soda in der Dose handelt. Auch nicht schlecht, eben nicht das auf das ich mich gefreut hatte. Zum Glück hatte ich noch eine Dose Sapporo im Kühlschrank. Hier ist wieder gut dass ich in Japan in jedem Hotelzimmer einen Kühlschrank hatte.

Bei einem Bummel durch eine Einkaufsstraße in Kyoto kam ich an einer Craft Beer Bar vorbei. Das Weizen hat sofort mein Interesse geweckt. Also musste ich mir unbedingt eines kaufen.

Mein teuerstes Weizen bisher, umgerechnet 7,50€ für ein 0,3l Glas Weizen. Ich komme aus eine günstigen Gegend in Franken. Bei uns ist für diesen Preis die Brotzeit noch mit drin. Aber genug gejammert, ich habe es probiert. Vom Geschmack her eher wenig Banane, erinnert an ein Krombacher Weizen. So weit nicht schlecht, aber ein Zweites brauchte ich da doch nicht.

Da habe ich mich wieder an die Getränkeautomaten gehalten die in Japan an jeder Ecke stehen. Hier erhält man für 130 bis 180 Yen, also für 1,10€ bis 1,50€ alle möglichen kalten und warmen Getränke.Ich wusste zwar nicht immer was ich mir da herausgelassen habe, aber das mach auch den Reiz so einer Reise aus. Die Automaten sind weder beschmiert noch Sabotiert noch sonst wie außer Betrieb, die funktionieren immer.

Das Kirin hatte für mich einen etwas komischen Nachgeschmack. Hier ist der Hopfen nach meiner Meinung zu stark in den Vordergrund getreten, wirkte irgend wie „Unrund“.  Am Nächsten Abend dann was anderes.

Mal was zur Vorbereitung auf Olympia. Also ob ich ein Sapporo oder das Ashai ohne Etikett auseinander halten kann habe ich meine Zweifel. Aber für mich auch nicht schlecht, eines der beiden Marken gab es immer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Abend mal wieder zwei verschiedene Biere. Beide ziemlich Vollmundig für ein Lager, erinnerten mehr an ein böhmisches Pils. Da das Hotel ziemlich einsam gelegen war hatte ich Zeit beim Videoschauen gleich die beiden zu Verkosten.

Auch das gibt es in Japan, 300g Steak, wirklich sau gut, dazu ein Ashai Bier und der letzte Abend in Japan war gerettet. Hier Versagen auch bei einem Japaner die Stäbchen.

Danach als Schlummertrunk eine andere Sorte aus der Kirin Brauerei. Die hat mir richtig gut geschmeckt. Mein Fazit: einfach ausprobieren, ein richtig schlechtes Bier habe ich in Japan nicht erwischt.

 

Unertl Weißbier aus Haag in Oberbayern

Wieder mal ein Bier aus der Rubrik Zufallsfund im Getränkemarkt. Das Weißbier der Brauerei Unertl aus Haag in Oberbayern ist in der Gegend südlich von München mehr verbreitet als bei uns in Franken. Doch jetzt zum Test. Mein erster Blick geht meistens auf die Homepage der Brauerei. Hier steht:

„Ein Bier, über das man nicht mehr viel erzählen muss. Legendär, unerreicht und heiß geliebt.

Ein Weißbier, wie ein Weißbier sein muss. Alkohol 4,9 % vol.“

Also das zeugt nicht von Bescheidenheit. Somit war ich auf das Weizen gespannt.“

Das Weißbier kommt ziemlich dunkel ins Glas. Der Schaum ist ok, hält aber nicht so lange. Der Geruch ist Weizentypisch nach Fruchtestern der Hefe mit einem leicht malzigen Geruch. Der Antrunk ist leicht Säuerlich, aber ok. Das Weizen ist keine Bananenbombe, es geht mehr in Richtung Zitrus, durchaus ein eigenständiger Geschmack. Der bleibt nicht sehr lange im Mund. Mein Fazit: durchaus trinkbares Weizen, wird aber nicht mein Liebling.

Dorn Dunkel der Brauerei Dorn aus Bruckberg/Mfr

Heute stelle ich eines meiner Lieblingsbiere vor, das Dorn Dunkel von der Brauerei Dorn aus Bruckberg. Bei uns in der Dorfwirtschaft gibt es das meistens vom Fass, wird von vielen Leuten gerne getrunken. Ich habe mal ein Flaschenbier probiert.

Beim Einschenken steht es richtig dunkel im Glas. Der Schaum ist nicht besonders stabil, doch das macht eigentlich nichts. Es riecht nach dunklen Malzen, etwas leicht nach Kaffee. Der Antrunk ist so wie es der Geruch verspricht, schön Malzig, jedoch nicht süß wie bei anderen Dunklen. Hier merkt man sofort auch den Aromahopfen auf der Zunge, der nach dem Trinken schnell den Malzgeschmack überdeckt. Mit seinen 5,5% Alkohol ist es kein schwacher Vertreter seiner Zunft.

Zwischendurch trinke ich es in der Winterzeit sehr gerne, vor allem in der Wirtschaft. Passt gut zu deftigem Essen und zur Brotzeit. Da machen die Dorns aus Bruckberg schon seit Jahrzehnten einen gute Job.