Die Kiste mit britischen Biere von Lidl aus der Aktion vom Frühjahr 2021

Lidl hat ja vor einiger Zeit verschiedene Boxen mit Bieren im Angebot gehabt, dabei auch eine Kiste mit Britischen Ales. Wie auf der Kiste zu Lesen ist das ganze in Zusammenarbeit mit dem Tuborg Konzern entstanden, teilweise mit deutschen Etiketten. Die Auswahl ist etwas speziell, hier sind auch, im Gegensatz zu den Belgischen Bieren, relativ leichte Biere in der Kiste gelandet.

Die ausgewählten Biere auf einen Blick. Hier mal die Einzelvorstellung:

Das Erste ist das Hobgoblin Ruby Beer, mit 5,2% Alkohol eines der Stärksten Biere im Test. Die Farbe ist für ein Rubinbier ziemlich dunkel geraten. Der Geruch ist etwas Fruchtig, Estrig. Im Antrunk ist der Hopfen schon zu merken, gemischt mit den Noten nach Röstmalz und dunkler Schokolade. Im Nachklang bleibt der Hopfen am Gaumen zurück. Alles in Allem nicht so mein Geschmack.

Im Netz habe ich noch eine etwas blumigere Beschreibung gefunden:

Das Hobgoblin Ruby Beer ist das wohl bekannteste und legendärste Bier der Wychwood Brauerei. Es war zugleich eines der ersten Biere, das 1988 den Grundstein für den Erfolg der englischen Craft Beer Brauerei legte. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,2 vol. % und wird von einer milden Hopfenbittere begleitet. Hobgoblin bedeutet übersetzt Kobold, weshalb auch eben jener auf dem Etikett zu sehen ist. Ein Mix aus den zwei Hopfensorten Styrian und Fuggles sowie Pale, Crystal und Chocolate Malzen, sorgen für den rubinroten Farbton und das malzige und toffee-ähnliche Aroma des Wychwood Hobgoblin Ruby Beers. Ein Bier mit guter Drinkability und etwas für Liebhaber englischer Ales.

Folgt das Bombarider Premium British Ale. Hier handelt es sich um ein englisches Bitter. Aus dem Kontinent geren als „Lauwarmes Labberwasser“ bezeichnet, zeigt es sich bei 6 bis 7°C ganz anders. Mit 5,2% Alkohol ist es nicht zu schwach auf der Brust, der Schaum steht nicht lange wie bei Britischen Bieren üblich. Der Geruch ist etwas Fruchtig, von obergäriger Hefe geprägt,  Der Antrunk ist Malzig, der Hopfen kommt sofort durch, jedoch nicht Unangenehm. Im Nachklang bleibt etwas Malzsüße auf dem Gaumen. Ein gut trinkbares Bier bei der richtigen Temperatur.

Folgenden Beitrag über das Bier habe ich auf einer Testseite gefunden:

The Eagle Brewery produziert das Bombardier Premium Bitish Ale. Eingeschenkt sieht es schon mal klasse aus. Ein dunkles Bernstein mit rötlichen Reflexen ist unter der relativ festen Schaum zu sehen. Der Geruch bietet Karamell, der Antrunk bestätigt dies. Eine leichte Süße ist deshalb vorhanden, diese ist nicht übertrieben, sondern bietet etwas Toffee. Parallel dazu sorgt der Hopfen für etwas Würzigkeit. Das passt prima und sorgt für etwas Substanz. Lang ist der Abgang dieses rundes Bieres, es ist süffig und durch die Kohlensäure ist es auch ziemlich spritzig. Das Bombardier ist es ein gutes Bier. 

Das Nächste ist das Martons Pedigree Amber Ale. Es ist mit 4,5% Alkohol relativ leicht, riecht süßlich, fruchtig. Der Antrunk präsentiert angenehme Malz und Hopfennnoten  gut Ausbalanciert, im Nachklang bleibt die leicht Herbe des Hopfens zurück. Für mich ein gut trinkbares Bier.

Hier was aus dem Netz zu diesem Bier:

Marstons Pedigree ist ein Amber Ale, was nach der einst in GB sehr beliebten Burton Union System Methode gebraut wird. Eine sehr interessante Methode, wer sich interessiert, bitte mal googeln. Im Glas hat es eine mittlere Kupferfarbe. Die Blume hält einigermaßen. In der Nase zeigen sich feine Malzaromen. Auch dieses Ale kommt anfangs recht schlank in den Gaumen. Neben süßlichen Karamell gibt es eine interessante, fruchtige Säure zu Entdecken. Im Abgang kann die gute Hopfung gefallen. Alles in allem ist ein weiches, süffiges Trinkerlebnis. 

Nun das Ringwood Razorback, vom Etikett her macht es was her mit der Wildsau auf dem Cover. Mit 3,6% Alkohol ist dieses Bitter ziemlich leicht, Der Geruch ist Süßlich, Fruchtig, nach warmen Röstmalzen, der Antrunk ist ziemlich leicht, feine Röstnoten sind zu schmecken, im Nachgang kommt der Hopfen. Kein schlechtes Bier, wird aber nicht mein Lieblingsbier.

Auch hier ein Kommentar aus dem Netz:
Das Razor Back ist mit seinem ABV von 3,6 % schon fast bei den Leichtbieren einzuordnen. Es hat aber eine leuchtende Kupferfarbe und auch die Blume kann sich sehen lassen. Es duftet deutlich fruchtig und blumig. Der Antrunk ist erwartungsgemäß schlank. Die Malzsüße und fruchtige Säure kann aber trotzdem überzeugen. Im Abgang kann sich die gute Bitterung lange halten. Das Bier ist völlig in Ordnung, wenn es mal etwas leichter sein soll.

Weiter mit dem Cumberland Golden Beer. Mit 4% Alkohol ein ziemlich leichtes Bier für ein Goldenes relativ dunkel. Der Geruch ist fruchtig, wenig ausgeprägt, der Antrunk ähnlich eines Pils, Geschmacklich kommt es einem Lager nahe, schlank herb. Der Nachtunk ist ziemlich bitter, für mich nicht so ganz ausgewogen. Ist nicht mein Favorit.

Die Brauerei sagt zu ihrem Bier:

„Jennings No.1 golden beer acknowledges the rich heritage and tradition of the area. Its deep refreshing flavour is still very much in line with contemporary tastes. A supremely refreshing beer usingcarefully selected English hop varieties that are added at twopoints in the brewing process to give this beer its unique characteristics.“
Übersetzt:
Das goldene Bier von Jennings No.1 würdigt das reiche Erbe und die Tradition der Region. Sein tief erfrischender Geschmack entspricht immer noch sehr dem zeitgenössischen Geschmack. Ein überaus erfrischendes Bier mit sorgfältig ausgewählten englischen Hopfensorten, die an zwei Stellen des Brauprozesses hinzugefügt werden, um diesem Bier seine einzigartigen Eigenschaften zu verleihen.

Mc Evan´s Levy Scottish Beer Dark in Color, light in Taste. Mit 3,2% Alkohol wieder ein leichter Vertreter der Britischen Biere, dieses mal aus Schottland. Im Geruch melden sich die Röstmalze, was sich beim Antrunk bestätigt, die Hopfenaromatik kommt wenig durch. Es schmeckt ziemlich leicht, es kommt eine Süße die im Gaumen bleibt, wird dort langsam durch die Röstmalze und den Hopfen abgelöst. Alles in Allem Trinkbar.

auch hier noch mal was aus dem Netz zu diesem Bier:

Sehr mild was den Alkoholgehalt angeht ist es, nur 3,2%vol hat dieses Mild Ale namens „McEwan’s Levy“. Levy heißt auf Deutsch Abgabe und bezieht sich auf die im 19. Jahrhundert eingeführte Pflicht, Steuern auf Bierfässer zu zahlen. Je stärker das Bier, desto mehr Abgaben musste man zahlen. Kennt man ja hier in Deutschland auch. Und da dieses schottische Bier nur 3,2%vol. Alkohol hat, kann es nicht teuer gewesen sein. Eingeschenkt sieht es ganz gut aus. Dunkelrot, fast schwarz ist es. Der Schaum ist nicht sonderlich üppig, der Geruch bietet eine leichte Röstmalznote. Geschmacklich fällt direkt auf, dass das Bier wenig Alkohol hat. Aber die Röstaromen sind trotzdem klasse ausgearbeitet. Etwas Rauch ist mit von der Partie, auch Karamell ist zu schmecken. Es schmeckt ziemlich gut. Auch wenn der Geschmack zwei-drei Sekunden braucht, bis er richtig durchkommt. Der Antrunk als solches ist erst mal dünn und leicht wässrig. Erst dann kommen diese leckeres Röstaromen durch. Der Hopfen hält sich zurück, so richtig würzig ist das Bier nicht. Mir schmeckt es gut. Hätte es mehr Alkohol, wäre es noch besser. Alles in allem Gut!

 

Ist Kölsch gleich Kölsch? Verkostung Gaffel und Früh

Spötter behaupten ja dass Kölsch das einzige Bier ist, da Beweist, dass sich Wasser noch verdünnen lässt. Ok, es gibt wesentlich Geschmackvollere Biere aber zum Zusammensitzen und den Durst löschen ist ein Kölsch immer wieder gerne genommen.

Als Erstes habe ich das Gaffel Kölsch probiert. 4,8% Alkohol enthält das Bier, der Hopfen wird als Extrakt hinzugegeben. Die Brauerei beschreit ihr Bier so:

„Der feinherbe, angenehme, leicht hopfenbetonte Geschmack ist charakteristisch für dieses Traditionsprodukt und unterscheidet Gaffel Kölsch deutlich von allen anderen Kölschmarken.“

Das Bier ist im Glas leict Orange, der Schaum ist nicht sehr Stabil. Der Geruch ist nicht sehr Intensiv, riecht nach Malz mit einer Spur Hopfen. Im Antrunk kommt die Hopfenbittere, welche sich gut mit dem Malz verbindet. Insgesamt schmeckt das Bier kräftiger als es eigentlich ist. Mir hat es im Brauhaus besser geschmeckt als aus der Flasche, liegt auch an dem besonderen Flair eines Kölner Brauhauses.

Das nächste Kölsch zur Verkostung war das Früh Kölsch.

Die Brauerei sagt dazu:

„Das Kölsch der Kölner.
Das beliebte Bier der Kölner ist mit seinem lecker süffigen Geschmack die kölsche Spezialität – und ein Original. Der Kölner versteht es eben, das Leben zu genießen und findet immer einen Grund mit einem Früh Kölsch anzustoßen.
Noch heute wird es nach der Original-Rezeptur von Peter Josef Früh gebraut – aus besten Zutaten und nach dem deutschen Reinheitsgebot.“

Das Bier ist Strohblond im Glas. Der Geruch ist ähnlich dem Gaffel nach Malz und etwas Hopfen. Im Antrunk kommt der Hopfen mehr durch, jedoch nicht unangenehm. Im Nachhall ist die Hopfenbittere noch länger auf dem Gaumen. Auch dieses Bier hat mir im Brauhaus besser geschmeckt, aber für Zwischendurch ein echt Trinkbares, unkompliziertes Bier.

Auch ich braue immer wieder eine Art Kölsch, unfiltriert, also ein Wies.

Hier das Rezept: Bier nach Art eines Kölsch

 

Verkostung der Kiste mit Belgischen Ales von Lidl

Als ich am Montag Abend im Lidl war hatte ich wenig Hoffnung noch die Sonderpackungen Belgische- und Englische Ales zu kriegen. Doch scheinbar waren nicht viele an diesen Bieren Interessiert, obwohl die seit zwei Wochen durch die Hobbybrauerszene Geistern.

Also habe ich mir beide Kartons mitgenommen. Heute probiere ich mal die Belgischen Biere, für Vatertag eine angemessene Aufgabe. Zur Verkostung habe ich mir extra meine Spiegelau Craftbier Gläser geholt,  passen zwar nicht 100%, sind aber das Beste was ich zum Verkosten habe.

Anfangen will ich mit dem Harmlosesten, den Belgischen Double von Bornem. Auf dem Etikett ist zu lesen dass es sich um ein Abteibier mit Nachgärung handelt. Die Farbe wird als Dunkelbraun bezeichnet, der Geschmack soll an Getreide erinnern.

Das Bier ha 7,2% Alkohol, ist somit das Schwächste im Karton. Die Nachgärung ist eine Flaschengärung, wahrscheinlich unter Zusatz von Zucker. Die Zutatenliste ist für Deutsche etwas ungewöhnlich: Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Reis, Hopfen und Hefe. Der Schaum steht nach dem Einschenken ganz schön, der Geruch ist ziemlich fruchtig.

Die Farbe ist ziemlich dunkel. Der Antrunk ist sehr Malzig, etwas schwer, Bockbierartig nur langsam schiebt sich der Hopfen ins Gedächtnis. Im Abgang Fruchtig mit Hopfennoten. Hier bleibt wenig Restsüße auf der Zunge. Im Ganzen ein Bier das auch dem Deutschen Biertrinker nicht zu viel Abverlangt.

Das Nächste getestete Bier ist das Piraat Bier. Es ist mit einem Alkoholgehalt von 10,5% ziemlich stark. Piraat ist ein komplexes würzigsüßes Starkbier auf Wikinger Art und ein forsches blondes Degustations-Ale der Superlative mit reichlich Malzwucht, Hopfenpower und Alkoholwärme.

Hier mal was aus dem Netz: Goldbronze mit sich hoch auftürmender weißer Schaumkrone  überwältigt dieses obergärige Bier durch einen komplexen Duft in der Nase getrieben von schweren alkoholischen Fruchtestern: zuerst frisch nach Orangenschale, dazu würzig-süßbitter nach Anis mit süßer Minze und Hopfen. Dazu kommen leicht buttrige (Butterscotch) und unterschwellige fruchtige Aromen nach Aprikose und Pfirsich, die von einer selbstbewussten Alkoholnote nach Jenever ankündigt werden. Ok, für so eine Beschreibung muss ich noch an mir Arbeiten.

Für mich ist der Geruch Fruchtig mit leichter Hopfennote nach Gras. Die Schaumstapilität ist nicht so gut. Der Antrunk ist Angenehm mild, fast Süßlich. etwas Malzig, der Alkoholgehalt lässt sich ahnen. Der Nachtrunk ist am Anfang etwas fade, doch dann kommt der Hopfendurch. Ein gut trinkbares Bier wenn man die Stärke verträgt.

Das nächste Bier im Test ist das „Gulden Draak Classic“, ein Strong Dark Ale das aus der Geschichte hervorgegangen ist dass in Belgien seit 1919 keine spirituosen mehr ausgeschenkt werden durften. Also wurde dieses Starkbier entwickelt.

Diese beschreibung habe ich im WW gefunden: im Antrunk ist das Bier erst satt malzig von Karamell und Toffee, die sich mit vollmundigen Aromen reifer Fruchtnoten von Kirsche, Waldbeere und Pflaume vereinigen. Zarte würzige Aromen runden das Geschmacksbouquet ab. Der Abgang zeigt sich dann zart bitter von Schokolade, während der starke Alkohol einen von Anfang gut durchwärmt. Wie gesagt, solche Beschreibungen kriege ich noch nicht hin.

Das Bier ist ziemlich dunkel, kann auch dunkelrot sein. Mit 10,5% Alkohol ist es ganz schön Stark. Der Geruch ist nicht sehr stark, Antrunk etwas süßlich, Malzig, etwas Alkoholisch, der Hopfen kommt wenig durch. Im Nachtrunk bleibt die Bittere von Alkohol und Hopfen länger im Gaumen. Das Bier ist für meinen Fränkischen Gaumen etwas Gewöhnungsbedürftig. Ich hab das schon mal mit einem sehr reifen Edelschimmelkäse probiert, da passt es ausgezeichnet.

Das nächste Bier ist das Tripel von Bornem. Aus dem Netz: Ein schönes Tripel, das so süffig-süß ist, dass man den Alkoholghalt erst am nächsten Morgen spürt.
Ein gefälliger schwerer Malzkörper mit leichten Koriandernoten und viel Karamell. Die Balance zwischen süßen Noten und der merklichen Hopfenbittere macht den besonderen Geschmack aus.

Mit 9% Alkohol ist es das zweitschwächste Bier in dem Karton. Die Zutatenliste ist wie beim Double: Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Reis, Hopfen und Hefe. Beim Einschenken kommt der Typische Geruch vieler obergäriger Biere nach fruchtigen Estern in die Nase. Es hat einen schönen, stabilen Schaum. Im Antrunk hat man sofort den Hopfen auf der Zunge, jedoch auch eine gewisse malzige Süße.

Im Nachtrunk hat man das Bitter – Süßliche noch lange auf der Zunge. Für den normalen Biertrinker eine ungewöhnliche Kombination die nicht jeden Begeistern wird.

Jetzt kommt eine Belgische Spezialität, das Quadruple. Im Internet habe ich folgende Beschreibung gefunden: Im Antrunk ist das Bier erstcremiges Caramel und süß wie flambierte Früchte, wie helle Trauben mit Backbanane und Trockenaprikose. Dann kommen Alkoholnoten von Orangenlikör, wie Cointreau, dazu, die süß wie Marmelade mit guter Alkoholwärme in einen zart würzigen Abgang übergehen. Da bin ich immer wieder paff was die Leute aus einem Bier rausschmecken.

Auf dem Etikett wird es als „Amber Blonde Beer“ beschrieben, was die Farbe gut Trift. Die Zutaten sind wie bei den anderen Belgischen Bieren. Nach dem Einschenken ist der Schaum nicht besonders stabil. Der Geruch ist Fruchtig, Estrig, leicht Süßlich. Im Antrunk süß malzig, Alkoholisch, der Hopfen ist wenig zu merken.

Im Nachtrunk kommt der Hopfen etwas durch, aber es domminiert der Geschmack nach Malz und die fruchtigen Noten aus der Hefe. Ein ganz gefälliges Bier, wenn auch etwas stark um viel zu trinken.

Zum Schluss noch das Hopfengestopfte Piraat Triple Hop. Als ich das Etikett gelesen habe dachte ich zuerst dass es sich um die belgische Version eines IPA handelt. Hier wieder mal aus dem Netz folgender Kommentar: Im Antrunk schäumend süffig und süß, Kommen dann Noten von Frucht, wie Birne, Apfel und weißer Traube und erdige Hefe hinzu, die von den bitteren Hopfeneindrücken konterkariert werden. Das Bier bleibt im Abgang doch wieder süffig-würzig mit einem leichten Hauch von Pfeffer, einer zarten Bitterkeit und lädt damit zum Weitertrinken ein. Trotz hohem Alkohol von 10,5% bleibt diese Bierspezialität trotzdem erstaunlich leicht. Wenn ihr euch fragt wo die Kommentare herkommen: https://www.bierlinie-shop.de/, eine Seite auf der nicht nur Bier verkauft wird sondern auch die Biere gut beschrieben sind. Mein Respekt für diese Arbeit.

Wie die Meisten Biere aus der Kiste hat es 10,5% Alkohol, also schon eine Menge. Auf dem Etikett ist zu lesen, dass diesem Bier verschiedene Hopfensorten seinen ausgewogenen Geschmack verleihen. Der Geruch ist , wie bei Hopfengestopften Bieren üblich, ziemlich Hopfig grasig, weniger nach C-Hopfen. Bei den verwendeten Hopfensorten ist das auch normal: „Saaz, Tetra, Aurora Twice, Cascade“

Im Antrunk schmeckt man weniger Hopfen als der Geruch vermuten lässt. Es ist ehr mild fruchtig mit dezenten Hopfenaromen im Hintergrund. Im Nachtunk kommt der Hopfen etwas mehr, doch relativ dezent. Hier ist mehr der Alkoholgehalt zu schmecken. Alles in allem ein gut trinkbares Bier das den Hopfen zeigt, es aber nicht übertreibt.

Mein Fazit für diese TextBox mit Belgischen Bieren: Auf jeden Fall das Geld wert, mir hat es Lust gemacht mich mal in Belgien umzuschauen und mehr Bier aus dem Weltkulturerbe zu probieren. Vielleicht klappt es ja im Herbst schon mal nach meiner zweiten Impfung.

Noch mal was zum Thema Brauhefe

Trotz meines Berichtes ziemlich am Anfang von dem Blog muss ich noch mal ein paar Zeilen über den Umgang und die Verwendung von Hefe schreiben. Den größten Teil des Jahres verwende ich für meine Biere Trockenhefen. Nicht aus Gründen der Ersparnis sondern hauptsächlich wegen der Haltbarkeit der Hefen. Gelagert werden diese beim mir im Kühlschrank bei 4°C. Habe das Glück einen alten Kühlschrank mit Gefrierfach in meiner Braukammer zu haben nur für Hefe und Hopfen.

Zuerst noch ein paar Worte zur Haltbarkeit von Hefen. Am kürzesten Haltbar ist normalerweise untergärige Flüssighefe, egal ob Geerntet oder gekauft. Hier ist das höchstens 2 Monate. Die Obergärigen Flüssighefen sind da schon länger haltbar, aber nach einem halben Jahr wird es auch hier kritisch. Trockenhefe hingegen sind auch noch Jahre über das MHD hinaus zu gebrauchen. Hier hängt es vom Gefühl ab ob man einen Starter macht. Wie das geht beschreibe ich weiter unten.

Anhand einiger Beispiele erkläre ich meine Herangehensweise für die Trockenhefe: Zuerst lese ich mal die Anleitung, wenn ich die nicht schon im Kopf habe. Von der Menge der Trockenhefe halte ich mich an die Faustregel dass ich mit meinen 23Liter Ausschlag in meiner kleinen Brauerei für Untergärige Biere zwei Tütchen oder, wenn man größere Packungen verwendet, so 20 bis 25g der Trockenhefe benötige. Für Obergärige Biere langt normalerweise eine Tüte. Auch wenn in der Bedienungsanleitung steht dass die Hefe direkt in die Würze gegeben werden kann, beziehungsweise auf die Oberfläche gestreut werden soll, so hat sich bewährt sie vor dem Anstellen zu Rehydrieren. Da ich meinen Brauprozess vom Zeitablauf ja ziemlich gut kenne mache ich da immer so 10 Minuten vor dem Kochende. Dann bin ich 30 Minuten später soweit, dass ich die Hefe zugeben kann.

Das passiert so dass ich pro Tüte Trockenhefe 100ml Wasser mit einer Temperatur von 25 bis 30°C in ein sauberes Gefäß gebe und die Hefe dann darauf streue. Viele Hobbybrauer machen da einen riesigen Aufwand mit abgekochtem Wasser. Habe ich am Anfang auch gemacht, aber ich habe die Erfahrung gemacht das normales Wasser aus der Leitung auch problemlos funktioniert. Es sollte halt kein Hahn sein, der selten Läuft und den Behälter sollte man auch nicht an Wasserhahn halten. Aber normalerweise ist das Leitungswasser ausreichend Keimfrei um die Hefe zu Rehydrieren. 10 Minuten nach dem Einstreuen rühre ich dann mit einem sauberen Löffel, den ich zuvor mit 70%igem Isopropanol möglichst keimfrei gemacht habe, das erste mal um. Das kann ich nach Gefühl häufiger machen bis mir die Konsistenz der Hefe zusagt. Sie sollte jetzt wie ein Hefeteig oder ein Päckchen mit Backhefe riechen.

Trockenhefe braucht nicht viel Belüftung, ein paar mal Umrühren reicht. Bei mir kommt die Belüftung automatisch da ich mit dem Gegenstromkühler die Würze auf Anstelltemperatur bringe. Ich Pumpe die Würze im Kreis bis die Temperatur erreicht ist, dann nehme ich den Saugschlauch aus der Würze und lasse die restliche Würze mit Luft aus dem Kühler drücken. So kommt immer am Ende ein wenig Luft durch das Freidrücken des Kühlers in die Würze.

Meiner Meinung nach das Wichtigste und gleichzeitig Schwierigste um ein gutes Bier zu erhalten ist die Temperatursteuerung während der Gärung. Hier ist eine Faustregel die häufig zutrifft. Am unteren Temperaturende des Gärbereiches entstehen die wenigsten Ester und Fremdgeschmäcker. In der Mitte des Temperaturbereiches werden bei der Gärung mehrere Ester erzeugt die den Geschmack beeinflussen. Für die Gärung verwende ich eine Gefriertruhe die ich über einen Inkbird regle. Dafür mache ich den Temperaturfühler an der Mitte des Gärbehälters mit einem Klebestreifen außen fest. Mir ist klar dass das auch nicht die optimale Methode ist, aber nach vielen Suden hat sich das als beste Möglichkeit herausgestellt.

Für Untergärige Biere habe ich so 10 bis 11°C als Gärtemperatur eingestellt. Da meine Gefriertruhen der Umgebungstemperatur ausgesetzt sind habe ich jeweils ein 150W Halogenstrahler als Heizung in der Gefriertruhe. Da dies Leuchten 10% Licht und 90% Wärme abgeben klappt das prima.

Noch mal zum Thema Starter: Ich verwende immer den Rest der aus dem Läuterbottich kommt und stelle ihn mit Trockenmalzextract so auf 8°P ein. Dann friere ich ihn in einer Gefrierdose ein. Wenn ich ihn brauche nehme ich den Eisblock und koche ihn kurz auf. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur kann ich die Hefe hinzufügen. Für ein Päckchen Trockenhefe sollte ein Starter von 200ml erst mal reichen. Schnell sollte man sehen, ob die rehydirerte Hefe die Gärtätigkeit aufnimmt. Dabei ist ein Mangentrührer sehr hilfreich um die richtige Durchmischung zu gewährleisten. Womit ich auch gut Erfahrungen gemacht habe falls kein Starter im Gefrierfach liegt ist Karamalz. Etwas schütteln um die Kohlensäure rauszukriegen, dann die Hefe zur entsprechenden Menge zugeben.

Meine neuen Kästen und Flaschen

Vor einigen Wochen bin ich bei dem Portal von Industrie Auktionen Bernhard Maier auf die Auktion der Reste der Wernecker Brauerei gestoßen. Hier waren einige Posten die mich Interreisert haben. Als erstes habe ich ein Gebot auf 40 leere Kästen der Wernecker Brauerei abgegeben. Dann bin ich auf das Angebot einer Palette mit circa 500 Lochmundflaschen gestoßen. Also auch dafür ein Angebot abgegeben, die Bügelverschlüsse sollte ich schon irgend wo günstig bekommen. Ferner habe ich noch auf circa 10 Tafeln der Wernecker Brauerei geboten so wie auf 5 50l KEG mit Flachfitting. Als ich am Ende der der Auktion angekommen waren wurden hier noch 40 Kästen Unica Rot mit Bügelverschlussflaschen angeboten. Für den Fall dass ich die anderen Flaschen nicht bekomme habe ich auch darauf ein Gebot abgegeben.

Mit Spannung habe ich den Tag der Auktion erwartet und was denkt Ihr? Ich habe alles bekommen auf das ich geboten habe.

An dem vom Auktionator angegebenen Tag bin ich dann mit dem Hänger nach Werneck gefahren. Die 40 roten Unicakästen entpuppten sich als Kästen der Schwelmer Brauerei die 2010 pleite gegangen ist. Scheinbar hat damals die Wernecker Brauerei hier Kästen mit Flaschen aus der Konkursmasse gekauft, diese dann auf einer ehemaligen Laderampe abgestellt und vergessen. So sahen die Kästen dann auch aus, mit Spinnweben, abgefallenen Blättern und dem Dreck eines Jahrzehnts im Freien. Ich hab sie dann aufgeladen, mal sehen was ich damit anfange. Dann noch 40 leere Kästen der Wernecker Brauerei, die 5 Kegs 50l so wie die Palette mit Lochmundflaschen. Dies habe ich dann in die leeren Wernecker Kästen gestellt, die sicherste Methode sie zu Transportieren. Doch dann waren die Kästen alle voll und die Flaschen immer noch nicht zu ende. Also wenn ich richtig gerechnet habe sind 40 Kästen mit 20 Flasche so 800 Flaschen. Gut war dass noch eine Tüte mit Bügelverschlüssen in der Palette drin war. Der Mitarbeiter des Auktionators war der Ansicht dass das zu meiner ersteigerten Ware gehört, also habe ich die Bügelverschlüsse auf den Wagen gelegt. Schon wieder 200 Bügelverschlüsse die ich nicht kaufen muss.

Noch die Anschreibtafeln einladen, dann ist der Wagen voll. Hier stellte sich heraus dass die Menge wieder grob geschätzt wurde, in der Auktion war von circa 10 die Rede, gekriegt habe ich 17. Auch nicht schlecht. So bin ich dann mit vollem Anhänger die fast 2 Stunden heimgezuckelt.

Die neuen Flaschen in den Kästen von Wernecker brauchten zuerst mal Bügelverschlüsse. Diese habe ich bei Brouwland in Belgien, die den besten Preis hatten, bestellt. Auch Gummiringe für die Flaschen habe ich bestellt, denn die Flaschen in den Schwelmer Kästen sahen auf den ersten Blick nicht sehr gut aus.

Bügelverschlüsse waren relativ schnell montiert, so dass ich mich erst mal über die neuen Flaschen machen konnte. Diese warn relativ schnell mit Geschirrspülpulver gewaschen und mit klarem Wasser gespült. So war dann auch der letzte Staub weg. Zur Kennzeichnung habe ich mir bei „Wir machen Druck“ runde, wetterfeste Aufkleber bestellt. Dies klebe ich auf die Verschlüsse.

somit kann ich meine Flaschen immer erkennen. Ich lagere diese im verschlossenen Zustand, da es in der Umgebung staubig ist und ich vermeiden will dass der Staub in die Flaschen kommt.

Mehr Arbeit als dies haben die roten Kästen der Schwelmer Brauerei gemacht. Erst habe ich sie mir mal angeschaut ob sie nicht schon brüchig sind, aber zu meiner Freude sind sie noch ok. Also sollte eine gründliche Wäsche reichen.

somit habe ich sie alle in einer Lauge mit Geschirrspülpulver von Netto gebadet. Dafür habe ich sie mit meiner Pumpe erste gefüllt, dann in meiner Wanne (das ist der Vorteil einer ehemaligen Milchkammer, es ist immer noch ein große Spülwanne mit Warmen und Kalten Wasser vorhanden) die Flaschen versenkt.

Nach 10 Minuten haben die Etiketten begonnen sich abzulösen. Mit einem Spüllappen habe ich dann die Flaschen außen von dem Dreck und den Kleberresten befreit. Besondere Sorgfalt habe ich auf die Gummiringe verwendet. Ich habe jeden der nicht geklebt war heruntergemacht und den Porzelanstöpsel gründlich gereinigt. Dann habe ich mir den Gummiring genau angeschaut. Wenn auch nur eine Kleinigkeit dran war die mir nicht gefallen hat habe ich ihn gegen einen neuen getauscht. Somit haben 30 % der Flaschen neue Gummiringe bekommen.

Den Kasten habe ich mit meiner speziellen Reinigungsbürste behandelt. Einer abgeschnittenen Klobürste im Akkuschrauber. Funktionier prima um den Kasten von innen zu reinigen.

Die Flaschen habe ich innen auch mit einer Bürste für den Akkuschrauber gereinigt. Somit habe ich sogar echte Krusten oder sonstiges ekliges Zeug rückstandslos herausbekommen. Jede einzelne Flasche habe ich gegen das Licht kontrolliert, es war kein Schmutz mehr zu sehen. Ein befreundeter Laborant hat ein paar untersucht, es war kein Befund mehr in der Flasche, die Reinigung auf diese Weise hat sich bewährt.

Die Flaschen abtropfen lassen, dann nach frühestens 4 Stunden klar ausspülen. Diese Flaschen habe ich auch wieder verschlossen gelagert, die Verschlüsse und den Flaschenmund habe ich vor dem Verschließen noch mit 70% Isopropanol behandelt, falls doch noch etwas zurück geblieben ist. Diese Vorgehen mache ich seit 5 Jahren und hatte noch nie Probleme mit den Flaschen.

Am Schluss habe ich meine Kästen noch Personalisiert. Dafür habe ich mir wieder Aufkleber 80x80mm bei „Wir machen Druck“ machen lassen. Für die Schrift habe ich mir ein rotes Panzerband organisiert, das auch mal Wasser und mechanische Belastungen aushält.

Somit kann ich wieder viel Bier in Flaschen abfüllen und meine Bestände an Pfandflaschen und Kästen langsam abbauen.

Zwei Winterbiere im Test

Heute stelle ich mal gleich zwei Winterbiere vor. Als erstes das Winterbier der Stadtbrauerei Spalt, die einzige kommunale Brauerei Deutschlands. 5000 Spalter Bürger sind stolze Brauerei-Eigentümer und damit Bierbotschafter für ihr Bier.

Das Spalter Winterbier ist eine zeitlich begrenzte Bierspezialität für die Wintermonate. Auf der Homepage der Brauerei findet man dazu:

„Bierspezialität zur kalten Jahreszeit, gebraut wie ein Märzenbier mit einer Extraportion feinem Braumalz. Im Glas strahlt ein bernsteinfarbenes Bier, mit seinem vollmundigen Körper hinterlässt es einen Hauch feiner Röstaromen im Nachtrunk.“

Mein Eindruck bei der Verkostung: Das mit dem Bernsteinfarben im Glas Passt, der Geruch ist kräftig Malzig mit leichten Röstnoten, im Antrunk kommt, im Gegensatz zu den meisten Spalter Bieren, der Malzige Geschmack durch, der Hopfen hält sich dezent im Hintergrund. Im Nachtrunk kommt dann doch noch der Spalter Aromahopfen im Gaumen durch, doch nicht unangenehm. Für mich ein sehr gut trinkbares Bier, passt im Winter zu Deftigen Speisen genau so gut wie zu Lebkuchen. Mit seinen 5,2% Alkohol ist es auch etwas Stärker, somit sollte man nach dem Genuss auf keinen Fall mehr Autofahren.

Das nächste im Bunde ist das Winterbier von Leikeim, der Wintertraum. Die Brauerei sagt dazu: Kräftige, fränkische Bierspezialität. Vollmundig und würzig im Geschmack – eine Gaumenfreude für die kalte Jahreszeit.

Beim Einschenken ist mir sofort die ziemlich helle, eher Goldene, Farbe aufgefallen. Der Geruch ist etwas nach frischen Biertreber mit einem hauch Hefe. Im Antrunk kommt eine ausgewogene Vollmundigkeit mit einer guten Balance zwischen Malz und Hopfen auf die Zunge. Im Abgang bleibt die ausgewogene Note im Rachen. Wer sich in der Winterzeit etwas gutes tun will ist mit diesem Bier richtig. Mit seinen 5,4% ist es auch nicht schwach auf der Brust. Hier wieder Obacht geben, es läuft gut und den Alkohol merkt man nicht. Sehr zu Empfehlen.

Mein Roggenbier

Vor längerer Zeit bin ich im Internet einmal auf die ausgelaufene Patentschrift des Schierlinger Roggen aus den Jahre 1989 gestoßen. Diese hat mich zum Brauen meines eigenen Roggenbieres gebracht. Schon zu Anfang meiner Brauerkarriere habe ich mich an einem Roggenbier versucht, aber mangels Erfahrung und Ausstattung war das kein echter Genuss. Das folgende Rezept hab ich schon zwei mal Gebraut und war jedes mal ein Bier vom feinsten, seit ich es auf meinem letzten Brauereifest ausgeschenkt habe wurde ich immer wieder danach gefragt.

Nun kann ich das Bier nicht nach dieser Patentschrift eins zu eins nachbrauen sondern habe es auf meine Anlage mit 23l Ausschlag angepasst. Das wasser habe ich aus 60% Osmosewasser und 40% Leitungswasser gemischt, die Schüttung bestand aus 2,5kg Roggenmalz, 0,5kg Weizenmalz, 1kg Pilsner Malz, 1kg Münchner Malz so wie 200g Karamalz Dunkel. Als Läuterhilfe habe ich 250g Reishülsen zugegeben.

Eingemaischt habe ich bei 40°C, dann wurde die erste Rast bei 37°C  15Minuten gehalten.
Dann habe ich auf 47°C aufgeheizt und 10 Minuten Rast gehalten. Danach habe ich 4l Dickmaische entnommen und in einem separaten Topf auf meiner Induktionsplatte zum kochen gebracht und 5 Minuten gekocht.

Durch das anschließende Zubrühen habe ich eine Temperatur von 56°C erreicht, die ich mit etwas kaltem Wasser auf die gewünschten 53°C eingestellt habe. Bei dieser Temperatur habe ich dann 30 Minuten Rast gehalten. Im Anschluss dann 8l Dickmaische entnommen, 5 Minuten gekocht und mit dem Zubrühen 72°C erhalten.

Die Temperatur habe ich dann 20 Minuten gehalten. Anschliesend habe ich dann auf 77°C aufgeheizt und hier noch eine Rast von 5 Minuten gehalten. Die Maische war Jodnormal. Normalerweise bräuchte ich das nicht mehr mit Jod mach, doch solange die Flasche nicht leer ist wird es gemacht.

Das Läutern ist durch Hilfe der Reishülsen relativ gut gegangen. Nach 45Minuten war ich inklusive Nachguss durch. Die Maische habe ich dann 60 Minuten gekocht. Den Hopfen habe ich klassisch zugegeben. Nach 10 Minuten 20g Hallertauer Perle mit 6,7%α , nach 50 Minuten 25g Tettnanger mit 3,2%α.

Nach dem Kühlen habe ich die Würze dann auf 25°C im Gegenstromkühler abgekühlt und mit einer Zymoferm Kölschefe  Z32 aus der zweiten Führung angestellt. Hier sollten fas alle obergärigen Hefen funktionieren die sich relativ kalt vergären lasse. Bei der Gärung habe ich noch 400g Roggenbrot zugegeben das ich zuvor aus Roggenschrot, Wasser und einer Erntehefe aus einem Weizensud gebacken habe.

Den Gärbehälter habe ich dann 6 Tage bei 15 bis 16°C in der geregelten Gefriertruhe gären lassen. Dann habe ich unter Zugabe von 140g Zucker in ein Keg geschlaucht, immer darauf bedacht dass die Reste von dem Brot im Gärbehälter bleiben, und das nochmal 7 Tage bei gleicher Temperatur weiter gären lassen. Es folgte die kalte Reifung bei einer Temperatur von zirka 1°C für 14 Tage. Das erste Zwickeln hat mich danach überzeugt und ich habe mit dem GDA in Flaschen gefüllt.

Das genaue Rezept habe ich auch bei der Müggelland Brauerei veröffentlicht.

Das Roggenbier steht dunkelrötlich im Glas. Der Schaum ist nicht sehr stark ausgeprägt, hält auch nicht sehr lange. Der Geruch erinnert etwas an Schwarzbrot mit Früchten, vielleicht etwas nach Früchtebrot. Der Antrunk ist malzig mit leichtem Hopfeneinschlag, die Fruchtnote ist kaum merklich. Im Abgange bleibt der Geschmack nach Roggenbrot mit leichter herbe des Hopfens zurück. Es ist im ganzen sehr ausgewogen und gut zu trinken. Wir demnächst wieder gebraut, die von mir was zu Weihnachten bekommen haben fragen nach mehr.

Tucher Christkindlesmarkt Bier

Auch wenn heuer der Markt aus Latten und Tuch nicht aufgebaut war, die Menschenmassen auf dem Hauptmarkt fehlen und das Christkind seinen Prolog nicht gesprochen hat ist wenigstens eines wie jedes Jahr: Die Tucherbrauerei hat ihr Christkindlesmarkt Bier in den Handel gebracht.

Auf der Homepage der Brauerei ist darüber zu lesen: “ Speziell zum Christkindlesmarkt eingebraut: Die feinwürzige, bernsteinfarbene Spezialität aus Deutschlands Weihnachtsstadt Nummer eins macht die festliche Adventszeit alljährlich zum Genuss – nicht nur für Besucher des weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarktes.“

Nach dem öffnen der Flasche mit Design „Alt Nürnberg“ hat man ein Kupferfarbenes Bier mit schönem Schaum in Glas. Beim Geruch hat man Malz und Hefe etwas gemischt in der Nase. Im Antrunk finde ich die Malznoten wieder, der Hopfen kommt leicht raus, schmeckt aber nicht süßlich. Im Nachklang kommt der Alkohol und der Hopfen etwas durch. Mit 5,8% Alkohol vom Typ her ein Märzen, passt sicher zu den fettigen Speisen die gerne in dieser Jahreszeit gegessen werden.

Mir hat es Geschmeckt, ein durchaus trinkbares Bier, was man nicht von allen Bieren der Tucher sagen kann.

Mönchshof Weihnachtsbier

Heute setze ich meine lose Reihe der Weihnachtsbiere mit dem Weihnachtsbier der Kulmbacher Brauerei fort. Wie jedes mal schaue ich mich auf der Homepage der Brauerei um. Hier steht zum Weihnachtsbier:

Unser begehrtes Mönchshof Weihnachtsbier stellt alle Jahre wieder den Glanzpunkt in der Vorweihnachtszeit dar. Exklusiv nur von Oktober bis Dezember erhältlich, fiebert der wahre Feinschmecker in Sachen Bier diesem festlichen Genuss entgegen. 

Etwas dunkler in der Farbe mit einer dezenten Hopfennote ist das vollmundige Mönchshof Weihnachtsbier mit seinem besonders feinen Malzaroma nicht nur dem Namen nach ein edles „Festbier“, sondern eine besondere Bescherung von Mönchshof!

13,3% Stammwürze
5,6% Alkohol

So weit das Zitat aus der Homepage. Bei meinem Test lässt sich viel dieser Aussagen bestätigen:

Beim Einschenken steht es dunkel Golden im Glas mit einem stabilen Schaum. Der Geruch ist von Malzigen Noten domminiert, nicht schlecht. Beim Antrunk ist zu merken, dass hier auch der Hopfen eine rolle spielt. Auch schmeckt es etwas Alkoholischer, ähnlich eines Wiesenbieres. Von der Stärke her ist das merkbar. Im Nachklang bleibt der Hopfen noch eine weile präsent. Für mich ein gutes Festbier das nicht unbedingt zu Weihnachten gehört. Ein anderes Etikett und es wäre eine gutes Wiesenfestbier.

Triticale selbst mälzen

Mich hat schon immer mal gereizt aus Triticale ein Bier zu brauen. Zuerst mal zur Triticale selbst. Hier hilft mal Wikipedia weiter:

Triticale ist ein Getreide. Es ist eine Kreuzung aus Weizen (Triticum aestivum L.) als weiblichem und Roggen (Secale cereale L.) als männlichem Partner. Der Name ist aus TRITIcum und seCALE, jeweils Neutrum, zusammengesetzt. Geschmack und Inhaltsstoffe der Triticale liegen zwischen denen von Weizen und Roggen. Seine Grannen sind ca. 3–5 cm lang und vierkantig.

Bei „Besser Bier Brauen“ steht zu dem Thema folgendes:

Dieses Hybridgetreide könnte ein sehr interessantes Braugetreide sein – gemälzt und ungemälzt. Bislang gibt es hier allerdings nur wenig belastbare Erkenntnisse. Triticale ist eine Kreuzung aus Roggen und Weizen und vereint deren erwünschte Eigenschaften. Für Brauer macht ihn sein hoher Gehalt an Amylasen interessant.

Und im Hobbybrauer Wicki steht noch folgendes:

In der Brautechnik ist Triticale weitestgehend noch unbekannt. Da sich die eigentlichen Getreidsorten jedoch für Spezialbiere eignen, kann man auch mit Tritcale ein schmackhaftes Spezialbier brauen. Hier werden der „brotartige“ Geschmack des Roggens mit den Vorzügen des Weizens in einem Bier geschaffen. Ein Versuch lohnt sich für Hobbybrauer allemal.

Das alles hat mich neugierig gemacht es mal zu Versuchen. Da ich nichts gefunden habe wo ich das Malz in kleinen Gebinden selbst beziehen kann habe ich mich dazu entschlossen, es selbst zu Mälzen. Der Rohstoff ist, wenn du auf dem Dorf wohnst, kein großes Problem. Mein Cousin hat mir am Telefon gesagt, dass alles bis 10 Tonnen kein Problem ist. Also bin ich hingefahren und hab mir mal 10kg geholt.

Für den ersten Mälzgang habe ich mir 5kg abgewogen und erst mal von Hand die Stroh- und Ährenreste so wie Fremdsamen herausgeklaubt. Normalerweise macht das in der Mälzerei die Putzmaschine, hier war ich fast 1 Std an dem Getreide gesessen. Dann habe ich es zuerst in einer Mörtelwanne eingeweicht und 2 mal Gewaschen, wobei ich das schwimmende Stroh mit einem Sieb abgefangen habe

Das Wasser habe ich dann durch den Seiher abgepumpt und dann wieder mit frischem Wasser weiter gewaschen.

Das gleiche Spiel habe ich dann am nächsten Tag noch 2 mal Wiederholt, so dass alle Körner richtig aufgequollen waren.

48 Stunden nach dem Eiweichen sahen die Körner wie oben aus. Fast alle haben begonnen zu Keimen.

24 Stunden später hat sich schon ein ordentlicher Wurzelkeim entwickelt. Langsam begann sich auch das Blatt vorzuschieben.

Nochmal 24 Stunden später sahen die Körner so aus. In diesem Zustand mit Wurzeln die länger als das Korn sind und deutlich geschobenen Blattansätzen habe ich beschlossen nun die Keimung durch Darren zu unterbrechen. 2/3 habe ich auf 2 Blechen in meinem Elektroherd bei 80°C Umluft zu Dörren probiert

Die Methode hat nach häufigeren Wenden nach 10Std schön Trockenes Malz hervorgebracht.

Von meiner Mutter war noch ein Dörrautomat herumgestanden. Auf die vier Böden dieses Gerätes habe ich das restliche Grünmalz verteilt. Hier hatte ich zwar keine Temperatureinstellung, aber da ich das Malz alle zwei Stunden mit den Händen wenden konnte gehe ich davon aus dass die Temperatur nicht zu hoch war. Dieser Dörrautomat hat 12 Stunden gebraucht bis alles Malz trocken war.

Jetzt habe ich mir überlegt, dass ein Nudelsieb das richtige sein kann um die getrockneten Keime zu entfernen. Immer ein wenig in das Sieb, alles kräftig durchwalken und dann durchschütteln, dass alles was noch an Keimen drin ist abfällt.

Es schaut so aus als ob diese Methode klappt, da nach 20% des Malzes schon viel in der Auffangschüssel geblieben ist.

Nach dem ich alles gesiebt habe sieht das so aus:

Das Malz ist war nicht ganz so sauber wie aus der Mälzerei, auch die Bruchkörner konnte ich nicht alle entfernen, aber für einen Brauversuch sollte es passen.

Folgendes habe ich mir ausgedacht:

Triticale 3000 g 60 % 3 EBC
Pilsner Malz 1800 g 36 % 4 EBC
Karamellmalz Pils 200 g 4 % 4 EBC

  • 5000 g Schüttung einmaischen mit 15.0 l Wasser von 37.0 °C ergibt 35.0 °C. 15 Minuten Rast.
  • auf 45.0 °C aufheizen, 10 Minuten Rast.
  • auf 55.0 °C aufheizen, 10 Minuten Rast.
  • auf 63.0 °C aufheizen, 40 Minuten Rast.
  • auf 72.0 °C aufheizen, 30 Minuten Rast.
  • auf 78.0 °C aufheizen, 5 Minuten Rast.
  • Abmaischen .

Bei der Hefe bin ich mir nicht so ganz schlüssig welche ich nehmen soll. Folgende stehen zur Verfügung:

Angel Ale von Brouwland
Gozdawa Pale Ale 7
Safale US05
Zymoferm Z32 Flüssighefe aus zweiter Führung oder
Zymoferm German Wheat Trockenhefe.

Letztlich habe ich mich für die Gozdawa Pale Ale Yeast 7 entschieden.

Hopfen: 16 g Perle Pellets 6.7 %α Kochen 60 min
16 g Hallertauer Gold Pellets 6.2 %α Kochen 10 min
Gesamte Kochzeit 70 Minuten

Das genaue Rezept habe ich auf der Müggeland Brauerei Seite veröffentlicht.

Das Bier habe ich jetzt mit dem GDA in Flaschen gefüllt. Es schmeckt sehr gut, ziemlich leicht mit wenig fruchtigen Estern. Das kommt von der tiefen Gärtemperatur von 16°C. Wenn ich wieder mit Triticale braue werde ich mal ein Untergäriges probieren und eines mit Weizenhefe und höherer Gärtemperatur.

Die Farbe ist schön Golden, nicht zu dunkel. Der Geruch ist etwas fruchtig, riecht leicht mach Birne, Antrunk mit leichter Hefenote, ähnlich einem Weizen. Jedoch fehlt hier die süßliche Komponente. Man schmeckt noch etwas den Malzton heraus, der Hopfen ist merklich, aber dezent im Hintergrund. Das setzt sich im Abklang fort. Für mich ein sehr gut trinkbares Bier ohne Ecken und Kanten, das haben mir auch einige Freunde bestätigt, denen ich mal eines zum Probieren gegeben habe.