Berlin, Berlin, ich war in Berlin

Durch eine glückliche Fügung konnte ich ein paar Tage nach Hamburg auch noch einen Kurztrip nach Berlin unternehmen. Auch hier ist die Bierszene im Aufbruch. An jeder Ecke Craftbier, viele Englische und Amerikanische Einflüsse, viel IPA und Pale Ale. Aber nun mal von Vorne: als Erstes habe ich mir eine Craftbierführung für den ersten Abend gebucht. Dachte mir das kann ja ganz Lustig werden. Was ich wieder mal nicht gelesen habe war, dass die Tour auf Englisch war. Kein Problem, der Führer wird schon deutsch verstehen und wenn nicht, mit meinem Englisch bin ich bisher auf der ganzen Welt zurecht gekommen. Nach meinem Besuch der Reichstagskuppel (sehr zu Empfehlen, am Besten aber zur Blauen Stunde so kurz vor Sonnenuntergang) hatte ich etwas Zeit zur Bierführung. Also erst mal ein Berliner Einheitsbier trinken: Berliner Pilsener aus der Berliner Kindl Brauerei, Radeberger Gruppe, also Dr. Oetker. Zur Vorbereitung habe ich mir ein paar Verkostungsbogen des deutschen Brauerbundes ausgedruckt. Somit erster Test an diesem Pilsener.
Berliner Pilsener
Das Ergebnis: Feinporiger Schaum, haftet am Glas, Farbe zwischen Gelb und Gold, blankes Bier (sollte man bei so einer großen Brauerei erwarten), der Geruch ist sehr wenig, leicht hopfig. Der Antrunk ist sortentypisch schlank, die Rezenz für mich relativ herb mit feinherben Nachtrunk. Gar nicht so schlecht sich an so einem Bogen zu Orientieren. Fazit ist für mich: als Durstlöscher ok. Dann Abends die Führung. Eine glückliche Fügung war der Treffpunkt genau vor meinem Hotel. Es hat sich dann herausgestellt, dass die ganze Gruppe aus einem Amerikanischen Ehepaar aus Arizona, mir und dem Führer aus Boston bestand. Auch der Führer lebte schon mehr als ein Jahr in Deutschland doch sprach fast kein Wort. Die erste Station war das Brew Dog in Berlin Mitte. Welche Biere genau es gab weiß ich nicht mehr, da es zum schreiben zu dunkel war und eine genaue Beschreibung vom Führer nicht zu bekommen war. Das erste war jedenfalls ein Schönramer Pils, also was aus Bayern, gebraut von einem gebürtigen Amerikaner. Dann kamen IPS, Pale Ales und ein Dubel.
In der Kaschk Bar
Danach waren wir im Kaschk, eine Bar mit norwegischen Craftbieren vom Fass. Hier bekamen wir als erstes eine Berliner Weisse mit Roten Johannisbeeren, dann ein heftiges IPA. Ich hab dann och ein Steinbier Pale Ale probiert. Der Abschluss war dann in der Circus Microbrewery mit einem Pils. Das Witzige ist daran dass gleich nebenan das offizielle David Hasselhoff Museum in Berlin ist.
Brauhaus am Alex
Am zweiten Tag habe ich mir vorgenommen mindestens drei Brauereien oder Craftbierbars zu besuchen. Das erste war das Brauhaus Lemke direkt am Alexanderplatz, 100 m vom Bahnhof. Hier war eine ganz schöne Auswahl von Bieren am Hahn, auch eine Bierprtobe mit sechs unterschiedlichen Bieren. Also hab ich mir die mal geordert zum Probieren.
Bierprobe
Die Probe kam auf einem Holzbrett mit jeweils einer Beschreibung für jedes Bier. Ist zwar sehr viel Lobhuddelei, aber als erste Orientierung ganz ok. Also als erstes das Böhmische Pils, mit 35 IBU etwas hopfiger als die meisten Industriepilsener. Die Farbe war Bernstein mit leichter Trübung, also nicht gefiltert, der Schaum stabil. Der Geruch war frisch und Malzig, der Antrunk Herb mit feinen Fruchtnoten. Die Rezenz hatte feinherben Hopfen und eine gewisse Malzigkeit auf der Zunge, die im Nachtrunk feinherb im Mund lag. Alles in allem ein guter Vertreter seiner Art. Das Nächste war ein Pale Ale mit der Bezeichnung 030. Mit 30 IBU etwas weniger Gehopft als das Pils. Die Farbe war ein trübes Orange, der Schaum war für ein Ale ok. Im Geruch war die Fruchtigkeit auffällig, der typische Geruch nach C-Hopfen, was der Antrunk bestätigt hat, mit einer leichten Malzsüße die nicht störte. Die Rezens war ausgewogen mit relativ wenig Kohlensäure. Im Nachtrunk blieb der feinherbe Eindruck mit der Frucht noch auf der Zunge. Bei der nächsten Probe steht der Name „Original“, was ein Wiener Lager darstellen soll. Für den Stil ist es mir jedoch zu dunkel. Es hat fast keinen Schaum, der Geruch ist nach Münchner Malz, sehr Malzig, was sich auch im Antrunk fortsetzt. Die Rezenz ist etwas Süßlich, nicht sehr hochvergoren trotz 5,4% Alkohol, der Abgang schmeckt nach Malzbonbon. Es ist nicht schlecht, aber hier hätte etwas mehr Hopfen gut getan. Das nächste Bier ist ein Weizen womit ich bei Norddeutschen Brauereien meistens meine Probleme habe. Die Farbe wie dunkles Gold passt schon mal, der Geruch ist etwas Estrig, erinnert an vollreife Birne, der Schaum ist ok. Im Antrunk hat man Nelke und Banane auf der Zunge aber auch merklich Hopfen. Im Geschmack überwiegt dann die Banane und etwas reife Birne, im Abgang ist es aber relativ Herb – Süsslich. Es ist nicht schlecht aber mir persönlich gefallen andere Weizenbiere besser. Die Probe die als Vorletztes vorgesehen ist ist ein etwas andere Bierstil. Ein Weizenbock mit viel Hopfen soll es sein. Der Schaum ist gut haltbar und feinporig, die Farbe erinnert an Bernstein und ist gleichmäßig trüb. Der Geruch ist hopfenaromatisch und etwas süßlich. Im Antrunk kommt dann der Bock durch mit malzigem Aroma und richtig schwer auf der Zunge. Die 40 IBU sind gar nicht so sehr zu merken. Die Rezenz ist alkoholisch mit einer leichte süße, der Nachtrunk ist kräftig betont mit etwas herbe aus dem Hopfen. Ist ein Interessantes Bier, würde ich mir aber so nicht bestellen. Am Schluss ist noch ein IPA auf dem Probenbrettchen. Ohne geht es ja bei einer echten Craftbierbrauerei nicht, obwohl ich finde dass hier mit 60 IBU und 6,5% Alkohol ein verhältnismäßig derzenter Vertreter vor mir stand. Der Schaum ist gut haltbar, die Farbe goldbraun und gleichmäßig Trüb mangels Filtration. Der Geruch ist typisch für ein obergäriges Bier mit vielen Aromahopfen. Das merkt man im Antrunk der sehr Hopfenbetont auf der Zunge liegt, beim Trinken kommt dann noch etwas Malzaroma hinzu, der NAchtrunk bleibt mit C-Hopfen lange auf der Zunge. Ein gutes IPA für alle die wie ich zwischendurch gerne mal eines Trinken. Zwischendurch habe ich auf einer Bootsfahrt auf der Spree ein Bier aus der großen Berliner Einheitsbrauerei getrunken: den Märkischen Landmann, soll nach der Karte ein Schwarzbier sein. Also von der Farbe her hat es gepasst mit einem tiefen Schwarz – Braun, doch Schaum hat er wenig. Der Geruch ist sehr malzig, der Antrunk malzaromatisch mit ein wenig Hopfen. Die Rezenz ist angenehm mit wenig Kohlensäure, vom Hopfen ist fast nichts zu merken. Der Nachtrunk liegt noch lange kräftig Malzig mit leichten Röstnoten auf der Zunge. Alles in allem ein Bier ohne Ecken und Kanten, doch für ein echtes Schwarzbier etwas zu mild. Erinnert mehr an ein Münchner Dunkel, ist aber im Ganzen nicht schlecht. Mein nächster Weg hat mich dann mit der S-Bahn über Köpenick hinaus zur Berliner Bürgerbräu an den Müggelseedamm  geführt.
Hätte ich mich etwas früher Informiert hätte ich mir den Weg gespart. Berliner Bürgerbräu gilt zwar als älteste Brauerei Berlins doch seit dem Verkauf der Rechte an die Radebergergruppe bin ich mir sicher dass das Pils aus den selben Tanks kommt wie Berliner Pils oder Perliner Kindl Pils. So Wundert es nicht dass die Verkostung aufs Haar die selben Ergebnisse gebracht hat wie das Berliner Pils. Leider hatten sie dort im Brauhaus das Rotkehlchen nicht, so bin ich relativ bald wieder aufgebrochen, vor allem da bei der langsamen Bedienung ein zweites Bier zu lange gedauert hätte. Die Nächste Station war dann der Taproom der Vagabund Brauerei. Eine urige Kneipe in der Antwerpner Straße in Berlin Mitte. Die Liste der Biere auf der Tafel hinter dem Tresen, noch jede Menge anderer Biere aus der Flasche. Als ich einen Blick in die eigentliche Brauerei werfen konnte kam ich mir richtig heimisch vor. Meine große Anlage besteht auch aus drei Edelstahltöpfen, jedoch beheize ich meine mit Gas. Also habe ich mir mein erstes Bier an der Theke geholt, ein Haus Helles. Hierbei handelt es sich um ein Pale Ale mit sahnigem, gut haltbarem Schaum und goldgelber Farbe das leicht Trüb ist. Ein Geruch ist fast nicht Wahrnehmbar, der Antrunk ist etwas fruchtig, leicht für ein Pale Ale. Die Rezenz ist angenehm Lebendig, das Ale hinterlässt eine feinherbe Note auf der Zunge. Soweit kein schlechtes Bierchen, aber für mich auch kein Highlight. Das Zweite war ein Pina Colada Spiced Ale, das etwas kräftiger daher kam. Der sahnige Schaum überkrönt ein Bernsteinfarbenes Bier das gleichmäßig trüb ist. Vom Geruch nimmt man deutlich Hopfen und Ester war. Der erste Schluck schmeckt im Antrunk würzig fruchtig, die Rezenz ist angenehm, schwer zu Beschreiben. Im Nachtunk bleibt das feinherb fruchtige Aroma noch lange im Mund. War gut, etwas spezieller, aber ich mag sowas. Hier habe ich dann meinen Biertest abgeschlossen, bin in eine Bar gegnüber meines Hotels gegangen und hab mir noch ein paar Cocktails genehmigt. Man soll es ja mit dem Biertesten nicht übertreiben.

Bier und Brauereien in Hamburg

Noch vor ein paar Jahren war es in Hamburg ganz einfach, du hast entweder ein Knolle Astra oder ein Holsten bestellt. Oder eben ein anderes Fernsehbier von den üblichen Verdächtigen. Doch das hat sich geändert, schon bei meinem ersten Einkehrschwung, eigentlich wollte ich nur einen Kaffee trinken, ist mir das Hamburger Lager der Ratsherrenbrauerei aus der Gegend der Sternschanze in die Hände gefallen. Und das im Alsterhaus im SB-Restaurant im 4. Stock. Also nichts mit Kaffee, lieber mal das Bier mit Blick auf die Alster gekostet.

Ratsherrn Hamburger Lager

Das helle Bier hat satte 5,4% Alkohol, Die vier verwendeten Hopfen Herkules, Tradition, Mittelfrüh und Hersbrucker Spät kann man schon schmecken. Vor allem am Herkules scheinen sie nicht gespart zu haben. Im Antrunk etwas Malzig, dann schmeckt man den Hopfen. Ganz wenig Süße, etwas wenig Kohlensäure. Ein trinkbares Bier dem man den Alkoholgehalt nicht zutrauen würde. 

Nach einer Rundfahrt durch das Containerterminal Burchardkai und das Containerterminal Altwenwerder hatte ich wieder Durst. Also habe ich Beschlossen mich ein paar Meter vom Rathaus weg in die Gasthausbrauerei Johann Albrecht gemacht.

Sehr schöne Gaststätte mit rustikaler Einrichtung und viel Kupfer zum Polieren. Die Auswahl an Essen ist überschaubar, der Preis für die Lage in Ordnung. Ich sollte eben nicht alles mit unseren Dorfwirtschaften Vergleichen. Das Ambiente, der schöne Sommertag und vielleicht auch das Bier haben Scharen von Besuchern angezogen. Als Erstes habe ich ein Kupfer bestellt. Scheint sich um eine Art Kellerbier zu handeln, sehr Trüb, aber das wird sich wohl so gehören. Der Hopfen ist Vorhanden aber nicht im Vordergrund. Mit seiner Malzigkeit fehlt ihm im Abgang noch was, fast schon etwas dünn im Nachgeschmack.

Links das Kupfer, rechts das Weizen

 

Das Hefeweizen kam von der Optik gut daher, schöner Schaum, Hefetrüb, etwas dunkler. Die Nase war Weizentypisch nach Ester. Beim trinken merkt man als erstes dass es mehr zur Nelke neigt, wenig Bananenaromen. Erinnert vom Geschmack an ein Krombacher Weizen. Nicht Schlecht, aber eben nicht mein Geschmack, so dass es bei einem geblieben ist.

Sicher findet sich unter der reichen Auswahl der Biere dieser Brauerei noch der ein- oder andere gute Tropfen. Aber für einen Dreitagesausflug bei dem man noch was von der Stadt sehen will sind hier die Möglichkeiten begrenzt. Doch das Essen war von der Qualität auf jeden Fall den Weg wert.

Am nächsten Tag nach einer Hafenrundfahrt auf zum nächsten Brauhaus. Das Gröninger Brauhaus in der Willy-Brandt-Straße befindet sich in einem urigen Kellergewölbe. Schon beim Betreten der Wirtschaft fällt einem die Brauanlage auf. Von Kaspar Schulz aus Bamberg geliefert, also von der Anlage her spricht nichts gegen gutes Bier. Auf der Karte steht dass sich die Besitzer bei der Kreation ihrer Biere durch viele deutsche Regionen getrunken haben. Respekt, das erfordert auch bei einem Test von nur 5% der angebotenen Biere und Marken eine reife Leistung.

Groninger Privatbrauerei

Als nicht Pilstrinker hab ich mir trotzdem als erstes ein Pils bestellt. Bei der Hitze an diesem Tag erst mal einen kräftigen Schluck getrunken vor dem Foto. Klasse diese Pils, schön Herb ohne zu Bitter zu wirken, etwas kerniges Malz, Geruch wie ein Pils ihn haben soll. Also mir hat es geschmeckt auch wenn es leicht trüb war, was bei unfiltrierten Bieren eben so ist.

Groninger Pils

Groninger Helles

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Hellen war ich erst mal etwas Überrascht. Es war wirklich Strohblond mit malzigem Antrunk. Der Hopfen hält sich dezent zurück, schmeckt eher etwas „dünn“, aber für den Sommer voll in Ordnung. Im Abgang kommt eine leichte Bittere. Eigentlich ein Schüttbier, wogegen jedoch der Preis spricht. 4,50€ für 0,4Bier ist schon etwas heftig, das Essen passt auch vom Preis. Mann kann sich an einer Art Imbisstheke sein Essen aus den Komponenten zusammenstellen. Frikadelle mit Bratkartoffeln für 5€ ist wirklich ok, auch ganz gut vom Geschmack.

Für meine Besuche in Hamburg habe ich eine Tradition entwickelt. Ich geh in die Kneipe „Herz von St. Pauli“ mitten auf der Reeperbahn gegenüber vom Schmidttheater, setz mich dort unter die Markise und schau den Leuten zu. Dabei trinke ich Astra aus der Knolle (Steinieflasche), ein Bier das ich mir zuhause nie kaufen würde, aber dort passt es. Zur Zeit machen sie wieder coole Werbung auf der Rückseite ihrer Bierdeckel. Also mit Kieznamen soll ich Solariumralle heißen? Auch gut!

 

Dabei ist mein Auge auf die Rückseite der Speisekarte gefallen: Duckstein Weizen, das neue Angebot. Nun war ich länger nicht mehr in der Gegend also mal probieren. So stellt sich also ein Norddeutscher ein Weizen vor das die „Seppels“ da unten immer so trinken. 

Von der Farbe passt es ja, golden und richtig Hefetrüb. Die Nase verspricht auch keine besonderen Auffälligkeiten, aber auch keine Bananenbombe. Im Antrunk kommt doch etwas Banane, dann der Hopfen. Eigentlich kein schlechtes Bier wenn man es mit vielen der Industrieweizen hier im Norden vergleicht oder auch Schöfferhofer. Trinkbar aber eben Mittelfeld. Vielleicht bin ich ja zu Verwöhnt von den Weißbieren aus der Umgebung. Zusammenfassend war der Trip nach Hamburg wie immer schön und Anstrengend, ich werde auch weiterhin in Hamburg mein Astra trinken, aber es lohnt sich immer mal was anderes zu Probieren. Sollte jemand eine andere Meinung haben, kein Problem, ich urteile nach meinem Geschmack.

Malz selber schroten

Seit meinem zweiten Sud schrote ich mein Malz selbst. Meine erste Malzmühle war ein Unikat, eine Gewürzmühle von Westmark. Angetrieben durch eine Bohrmaschine von Aldi konnten 5kg in 15 Minuten geschrotet werden. Sogar das Schrotbild war soweit in Ordnung, eine Sudausbeute von 62 bis 64% war ganz ok.

Dann habe ich mir die Mühle von Corona gekauft. Mit diesem Antrieb waren 5kg in 5 Minuten erledigt. Durch die Verstellmöglichkeiten konnte der Schrot so gemahlen werden, dass wirklich ein schönes Schrotbild mit ausreichend Spelzen entstanden ist.

Als nächsten Schritt habe ich mir eine Walzenmühle bei Polsinelli gekauft. Den Antrieb macht ein Scheibenwischermotor, ist zwar nicht besonders schnell aber macht auch ein gutes Schrotbild. Als zusätzliche Trichtervergößerung habe ich ein 200mm Abflussrohr angebaut, so dass ich mehr als 10kg Malz auf einmal in den Trichter bekomme.

Es wird direkt in einen Hobbock mit 30l geschrotet der auch als Aufbewahrungsbox dient falls ich mal ein- oder zwei Tage vor dem Brauen schrote.

Malz habe ich relativ viel da, vor allem von den Basismalzen. Die kaufe ich in 25kg Säcken direkt in der Mälzerei Steinbach in Zirndorf. Könnte woanders billiger sein, aber hier kann ich auf dem Nachhauseweg von der Arbeit vorbei fahren wenn ich bestellt habe. Spezialmalze nehme ich dort auch teilweise mit, teilweise kaufe ich die Kilo weise beim Brauversand.

Seit ich diese günstigen Schwerlastregale gesehen habe finde ich auch meine Malze und Flocken wieder. Manchmal wird auch ein Kara- oder Farbmalz verbraut nur dass der Behälter leer wird. Am Anfang meiner Hobbybrauerkarriere habe ich den Fehler gemacht, dass ich alles da haben wollte was irgend wo in einem Rezept steht. Aber bald habe ich wieder mehr überblick. Was bei meiner Mühle Probleme macht sind Flocken die ich mit vermahle. Für ein Amerikanisches Pils erwende ich eine Schüttung von 20% Maisflocken. Zuerst hab ich ja die Cornflakes von Seitenbacher verwendet, doch auf die Dauer ist das ganz schön teuer. Also habe ich mit Maisflocken aus dem Futtermittelhandel experimentiert und keine Verschlechterung des Ergebnisses festgestellt. Das ist schon ein Preisunterschied bei 13€ für einen 25kg Sack. Die mahle ich normalerweise mit um einen besseren Aufschluss zu erreichen. Doch sie bilden im Trichter der Mühle richtige Brücken so dass kein Malz mehr nachrutscht. Somit war rühren und stopfen angesagt um die Mühle in Gang zu halten. Das nächste mal will ich Versuchen die Flocken separat zu mahlen.

Bierspaziergang durch Bamberg

Immer wieder mal mache ich einen Ausflug nach Bamberg. Ist eine schöne Stadt mit einer reichen Bierkultur. Meistens führt mich mein Weg von Oben nach Unten. Also fange ich auf dem Berg bei der Brauerei Greifenklau an.

 

Wie schon auf den Fotos zu sehen gibt es in Bamberg eine Menge Bier und Tradition. Ist immer einen Ausflug wert, vor allem im Sommer. Die Biergärten im Wilde Rose Keller, im Spezialkeller oder im Fässlaskeller sind auch klasse.

Der Hobbybrauer und der Zoll

Es ist schon etwas seltsam in unserem Staat. Wein darf ich machen so viel ich will, doch beim Bier brauen schaut das ganz anders aus. Hier ist dem Zoll schon die Absicht zu melden mit dem Brauen anzufangen. Dann wird das weitere Vorgehen von jedem Hauptzollamt etwas anders gehandhabt. 

Das Erste das der Hobbybrauer machen muss ist sich beim zuständigen Hauptzollamt anzumelden. Dann bekommt man eine Hobbybrauernummer zugeteilt, so dass man für den Zoll existiert. Wobei ich ausdrücklich anmerken muss, dass die zuständigen Leute beim Zoll bisher immer sehr nette Leute waren die sich mehr für den Geschmack der Biere als für den Zollaspekt interessiert haben. Über die Sinnhaftigkeit des Vorganges haben die meistens die selbe Meinung wie die Hobbybrauer, aber ihnen sind eben auch die Hände gebunden.

Zuerst muss jeden Jahresanfang oder zu Anfang der Brauertätigkeit eine Erklärung auf dem Formular „Anzeige der Haus und Hobbybrauer gemäß §41 Abs.2 der Biersteuerverordnung“, das ich vom Zollamt zugeschickt bekommen habe. Hier wird erklärt dass ich Vorhabe Bier zu brauen. Dann muss ich bis zum erreichen der 200l – Marke nichts mehr machen. Dann muss ich jeden Sud vorher beim Zoll anmelden mit Angabe der Menge die ich die Freigrenze überschreite. Ich mache das per E-Mail, da mir der „Schmarrn“ (Persönliche Meinung von mir) nicht auch noch Porto wert ist. Ich habe einen Antrag auf eine Gesamtrechnung zum Jahresende gestellt, da ich nicht bei jedem Sud die paar Cent überweisen will.

Am Ende des Jahres wird dann Zeitnah, am besten bis 7. Januar, die Jahressteuermeldung über das Formular „2075/1 Steueranmeldung für Bier im Einzelfall“ gemacht das bei Zoll online auszufüllen ist. Gleichzeitig überweise ich den von mir errechneten Betrag auf das Konto der Zollstelle das mir beim ersten Anschreiben mitgeteilt wurde. Gleichzeitig ist dann für das nächste Jahr wieder anzumelden wenn man weiter brauen will. Aber es hört sich hier schlimmer an als es in Wirklichkeit ist.

Hefe, Hefe und Hefe

Eine der wichtigsten Zutaten für das Brauen ist die Hefe. Hier prallen bei den Hobbybrauern Welten aufeinander. Vom Trockenhefeverwender über den Flüssighefeverwender bis hin zum Sparfuchs der die Hefe erntet und für einen weiteren Sud verwendet. Auch das Konservieren von Hefe ist ein Thema. Dabei steht bei manchen Erntehefen gar nicht die Ersparnis im Vordergrund sondern die anderen Gäreigenschaften. Das Aufheben von Erntehefe ist gar nicht so schwer. Obergärige Hefe kann in einem sterilen Behältnis, also einem Marmeladenglas das sauber gespült wurde oder ähnlichem im Kühlschrank über Monate gelagert werden. Bei untergäriger Hefe ist der Zeitraum viel kürzer. Schon nach 4 Wochen würde ich mich nicht mehr darauf verlassen dass sie noch klappt. Bevor ich auf gut Glück tote Hefe in meine Würze schütte mache ich immer 2 Tage vorher einen Starter, wobei ich so 50g Erntehefe mit 500ml Würze mit zirka 8°Plato auf dem Magnetrührer anstelle. Nach einer Stunde schalte ich den Magnetrührer aus und beobachte, ob sich am nächsten Tag anzeichen einer Gärung zeigen. Dabei kann die Temperatur ruhig um die 20°C sein.
Tut sich nichts mehr so ist ein Päckchen Trockenhefe in Reserve noch immer der Retter in der Not. Ich habe meistens noch ein 100g Päckchen der Brewferm Top und der Brewferm Lager im Kühlschrank liegen. Obwohl geöffnet klappen die beiden Sorten auch nach 6 Monaten noch gut. Manche rümpfen über diese Billighefen die Nase, doch habe ich damit schon manch gute Biere gebraut. Für Weißbier rate ich hingegen von Trockenhefen ab. Hier ist entweder eine gestrippte oder eine Flüssighefe die bessere Wahl. Hierbei habe ich mit den Zymofermhefen von Braupartner gute Erfahrungen gemacht. Die Weihenstephaner bring bei richtiger Schüttung und Gärführung sehr viel Banane, die Ayinger Hefe ein etwas runderes Weizen. Mein bestes Rezept bei Gelegenheit.
Wo ich mit Erntehefe gute Erfahrungen gemacht habe ist die W34/70, die klassische Deutsche Hefe für die meisten untergärigen Biere. Die Funktioniert in der zweiten- und dritten Führung viel besser als frisch aus dem Päckchen. Sie gärt schneller und weiter herab dabei wird der Geschmack des Bieres nach meiner Erfahrung auch besser. Wer eine größere Auswahl braucht kann sich ja mal auf der Homepage der Hefebank Weihenstephan umschauen. Die haben für jedes Projekt die richtige Hefe. Man braucht nur die Möglichkeit die Hefe aus dem Schrägaggar abzuimpfen und einen Tag in 100ml steriler Würze gären lassen. Der so gewonnene Starter wird dann in 1000ml steriler Würze noch einen Tag herangeführt. Die Menge sollte dann für einen normalen Hobbysud von 20 bis 25l locker ausreichen. Ich nehme für meinen Starter immer das letzte bischen aus dem Läuterbottich wenn meine Kochpfanne voll ist. Das stelle ich dann mit Trockenmalzextrakt auf 9% Brix ein un gefriere es ein. Vor dem Verwenden wird es abgekocht, dann abkühlen lassen und dann mit der Hefe beimpft. So habe ich immer Starter auf Vorrat und brauche mir nicht mit Malzbier oder ähnlichem zu behelfen.

Passt ein Irish Red Ale nach Franken?

Ja, sicher passt das nach Franken, musst nur einen anderen Namen geben.

Eigentlich eine doofe Frage. Rotbier ist ja zur Zeit in Franken sehr beliebt. Man nehme nur mal das Rotbier das Stefan bei der Schanzenbräu braut. Als untergäriges Bier mit dem schönen Rotton kommt es als malziges Bier daher das nicht zu Mastig wirkt, ein guter Durstlöscher.

Auch von meinem Red Irish Ale wird man wenig anderes behaupten können. Auf meiner Anlage für 65l hab ich folgendes Rezept gebraut:

Schüttung: 10kg Wiener Malz, 1,8kg Münchner Malz, 1kg Karamalz Rot, 1kg Red X Malz, 1,2kg Melanoidinmalz. Die Basismalze habe ich von der Mälzerei Steinbach in Zirndorf, den Rest aus diversen Onlinebraushops.

Das Wasser habe ich zu 60% aus dem Osmosefilter mit 40% Leitungswasser verschnitten. Muss ich machen mit mehr als 21° Deutscher Härte. Unser Wasser ist so hart dass du damit Nägel in die wand schlagen kannst. 

Eingemaischt habe ich bei 55°C, danach 10 Minuten Eiweisrast. Danach 70 Minuten Kombirast bei 66°C. Vor dem Läutern noch auf 77°C hochgeheizt, Jodnormal festgestellt (solange ich noch Jod in der Flasche aus meinem Starterkid habe werde ich diesen Test machen). 

Im Anschluss habe ich dann 90 Min gekocht. Nach 30 Minuten die erste Hopfengabe 88g Tettnanger 3,6% Alpha, 30g Perle mit 8%Alpha. Die zweite Hopfengabe nach 80 Minuten mit 42g Williamette 4,5%Alpha und 15g Fuggels mit 4,4%Alpha. Nach dem Hopfenseihen mit etwas Wasser auf 12°Plato eingestellt, auf 24°C runtergekühlt und mit 2Pkg S04 im Gärtbottich angestellt. 

Nach 10 Tagen bei so um die 20°C war die Gärung durch und ich habe das Jungbier mit 450g Zucker in drei 30l KEG geschlaucht. Bitte keine Diskussion über das RHG, ich halte von diesem Lügen- und Werbegebot nicht viel. Den Zucker schmeckt kein Mensch danach, da er vollständig in Alkohol und CO² umgesetzt wird. Nach einer Woche bei zirka 20°C habe ich die KEGs in die Gefriertruhe gestellt und noch 4 Wochen bei 3°C reifen lassen.

Der Erfolg dieser Aktion war ein prima Bier das von vielen Seite gelobt wurde. Vor allem die Damen waren von diesem Bier begeistert. Manche Herren nur wegen meines Etikettes. 

Manche sprechen mich an ob ich noch was davon da habe, sie würden gerne der schönen Frau wieder in die Augen schaue. Wenn jemand diese Dame kennt oder weiß wer die Rechte an diesem Foto hat, ich würde sie ihm gerne Abkaufen.

Wie Speziell darf Bier sein?

Die derzeitige Craftbierbewegung und der Hype um sehr spezielle Biere hat viel Gutes. Es wird über Bier mehr Berichtet, nicht nur im Bezug auf das Reinheitsgebot sondern auch im Bezug auf „neue Bierstiele“. Hierbei wird das IPA als eine Art Stellvertreter ständig erwähnt, dabei ist das alles andere als neu, jedenfalls nicht in England. Der normale Biertrinker kann damit nicht so viel anfangen. Bei unsin Franken ist es so, dass es nicht nur Pilstrinker gibt. Viele trinken gerne mal ein Helles oder ein Weizen. Auch kenne ich einige die ihr Bier nach Lust des Tages bestellen. 

Bei meinem letzten Brauereifest hab ich es wieder mal getestet. Siehe da, so wild ist es gar nicht. Als erstes wurde mein Pils leer, kurz darauf gefolgt vom Altbier und Weizen. Doch auch meinem IPA, das mit 70IBU doch sehr viel anders war als meine anderen Biere wurde von einigen meiner Gäste gerne getrunken. Hätte ich nie gerechnet dass hier 20 Liter weggehen. Mein sehr viel milderer Brown Porter ist auch gerne getrunken worden. Somit war von mir Festzustellen dass die Leute doch Experimentierfreudiger sind als Gedacht. Du musst ihnen nur ihr Etikettenbier wegnehmen und sie probieren lassen, dann wirst du und auch deine Gäste überrascht sein.

Wie ich zum Brauen kam

Wie manche Geschichten die das Leben so schreibt ist das auch ein Weg voll Irrungen und Kurven. Schon kurz nach meiner Meisterprüfung Anfang der Neunziger Jahre hatte ich Beruflich mit dem Bier brauen zu tun. Ich erstellte die Programme für CIP-Anlagen und ähnliches bei verschiedenen Brauereien. Nach dem die Firma pleite ging bin ich nach mehreren anderen Stationen wieder zu einer Firma für Brauereitechnik gekommen. Aber auch dort bin ich nicht auf die Idee gekommen mein eigenes Bier zu brauen. Erst bei meiner jetzigen Firma sprang der Funke über. Ein Kollege hat mich gefragt, da ich mich mit ihm schon häufiger über Bier unterhalten habe, ob ich eine Schrotmühle hätte, da er demnächst brauen will.

Die Idee hat mich nicht mehr losgelassen, also mal den Google fragen was im WWW so alles zu diesem Thema zu finden ist. Hier fand ich von Videos bei YouTube über diverse, teilweise wirklich brauchbare, Anleitungen bis hin zur Hobbythek  alles mögliche. Über Ebay bestellte ich mir dann mein erstes Brauset, ein obergäriges Helles. Das war mit geschrotetem Malz, einer Tüte Hopfenpellets, einer Tüte Hefe so wie diversen Gerätschaften bestückt, alles in einem Hobbock als Gärbehälter. Somit war die Grundausstattung vorhanden, nur noch die Raumfrage klären. Da ich auf einem ehemaligen Bauernhof wohne hatte ich bald die Idee die ehemalige Milchkammer, also der Raum in dem die Melkmaschine und der Milchtank gestanden haben.

Der größte Vorteil dieses Raumes besteht dabei darin, dass er bis auf 2m gefliest ist und über eine Bodenablaufrinne verfügt. Wie sich herausstellte ein großer Vorteil bei der Reinigung. Also habe ich in die ehemalige Milchkammer eine Arbeitsplatte eingebaut, zusätzliche Steckdosen mit separater Absicherung installiert und mir bei Ebay einen gebrauchten Einkochautomaten besorgt. Den Läuterbottich habe ich aus zwei Hobbocks gebaut, der eine bekam einen Hahn, der Andere Löcher mit 2mm in den Boden. Ich habe mir nicht Vorstellen können was das für eine Arbeit ist tausende von Löchern in den Boden eines Plastikeimers zu bohren. Somit waren die Vorbereitungen abgeschlossen und ich schritt zur Tat. Noch auf dem Hauptzollamt anrufen und dort wegen der Versteuerung nachfragen, dann stand nichts mehr im Wege.

Eines Samstags in der Frühe wurde dann mein erster Sud gestartet. Das Wasser wurde genau nach den Angaben im Rezept abgemessen und in den Einkocher gefüllt. Dann aufheizen, ständig mit dem Einkochthermometer die Temperatur geprüft. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren dann die 55°C erreicht und das Einmaischen konnte beginnen. Also die Tüte mit dem Schrot aufschneiden und in das Wasser einrühren. Das Maischepaddel aus Kunststoff konnte hier seinen guten Dienst verrichten. Jetzt weiter auf 62°C aufheizen zur ersten Rast. Um ja nichts anbrennen zu lassen während der ganzen Zeit rühren. Immer wieder Temperatur kontrollieren und bei Bedarf nachheizen. So habe ich den ganzen Sud streng nach Rezept gefahren, stets darauf bedacht nicht den kleinsten Fehler zu machen da das Bier ja so empfindlich ist. Auch das Läutern ist ganz gut gegangen in meiner Version vom doppelten Oskar. Die Tüte Hopfen (fragt mich nicht was das für eine Sorte war) gleich bei koch-beginn zugegeben, scheint soweit alles ok. Doch auf einmal schaltet der Einkocher aus! Zum Reparieren ein blöder Zeitpunkt mit 23l heißer Würze. Da ist mir mein alter Tauchsieder eingefallen. Somit konnte ich mit dessen Hilfe das Kochen zu ende bringen.

Da ich keine Möglichkeit hatte den Sud schnell zu kühlen musste ich Ihn 24 Stunden zum Abkühlen stehen lassen. Heiß hab ich noch 3l Speise entnommen und in Plastikflaschen gefüllt. Am nächste Tag hab ich es mit dem Tütchen obergärige Hefe von Braupartner angestellt. Die erste Gärung war nach einer Woche vorbei, es hat sich im Gärspund nichts mehr gerührt. Somit habe ich meine 3l Speise aufgetaut und mit dem Rest gemischt. Dann folgte die Abfüllung in Bügelverschlussflaschen. Zur Sicherheit hab ich diese die ersten Tage immer wieder kurz das CO² abgelassen so dass mir keine Flasche platzt. Nach so vier Wochen dann die Probe mit Freunden. Was soll ich sagen, es hat geschmeckt! War nicht das beste Bier der Welt aber sehr gut trinkbar. Somit bin ich bei dem Hobby hängen geblieben, mach zwar jetzt vieles anders aber die Spannung auf das Ergebnis bleibt.