Füchschen Weizen und Altbier aus Düsseldorf

Von meinem Ausflug nach Düsseldorf habe ich mir ein Weizen der Brauerei im Füchschen mitgebracht. Mit 5,2% Alkohol ist es so im Mittel, die Farbe ist Gelb, leicht trüb. Der Schaum ist etwas grobporig, hält auch nicht lange. Leider hatte ich kein neutrales Weizenglas zur Hand, also musste ein Anderes herhalten.

Der Geruch ist für ein Hefeweizen typisch, nach Frucht und etwas säuerlich nach Hefe. Der Geschmack entspricht dann nicht so meinen Vorstellungen, im Antrunk geht es ja mehr in Richtung Nelke, dann kommt eine etwas unangenehme Säure gepaart mit Wahrnehmbarer Hopfenbittere auf. Das hält sich dann im Nachtrunk auch noch im Mund. Der Nachgeschmack ist auch nicht besonders, also das ist für mich mal nichts. Liebe Brauerei im Füchschen, macht doch das was ihr super könnt, braut ein klasse Altbier und lasst das Hefeweizen den Brauereien die so was können.

Da habe ich gemerkt dass ich ja noch eine Flasche von dem Füchschen Alt im Kühlschrank habe was bietet sich da besser an als das gleich mal zu Probieren. Das Alt ist mit 4,8% etwas schwächer, hat aber, wie schon erwähnt, einen ordentlichen Schlag Hopfen. Dass hier, laut Etikett, auch Hopfenextrakt eingesetzt wurde ist eigentlich kein Problem, die Menge an Pellets bis 50 IBU erreicht sind ist doch sehr groß. Es hat eine Dunkelbraune Farbe und einen sehr malzigen Geruch. Im Antrunk schmeckt man die Röstaromen der dunklen Malze, aber auch den Hopfen. Wenn man Bedenkt dass er fast doppelt so viele Bittereinheiten hat wie normales deutsches Industriepils hat ist es schon erstaunlich, wie das Malz da dagegen hält und einen doch Harmonischen Geschmack erzeugt. Im Nachhall hat man noch etwas vom Hopfen, aber nicht unangenehm. Auch wenn ich Gefahr laufe mich zu Wiederholen, für mich ist das bisher das beste Alt das ich je getrunken habe.

 

 

Baisinger Teufel´s Weisse

Ich hab ja schon angekündigt dass ich nach dem Baisinger Teufelchen noch was anderes aus dieser Brauerei verkoste. Also hab ich mir das Hefeweizen in meinem Hotelzimmer vorgenommen. Es war die Nacht über in meiner Kühlbox auf dem Zimmer und hatte mit 7°C eine angenehme Temperatur. Das helle Hefeweizen hat mit 5,2% Alkohol auch etwas wumms, doch nicht zu viel. Leider hatte ich kein Weizenglas dabei also musste es zum Verkosten ein Wasserglas aus dem Hotelbestand tun. Zuerst fällt mir die Farbe auf, ein trübes Gelb mit schönenm Schaum, der leider nicht sehr lange hält. Kann aber auch am Glas gelegen haben. Beim Geruch überwiegt die Hefe mit leicht fruchtigem Unterton. Der Antrunk ist nicht so wie es der Geruch erwarten lässt, er ist leicht säuerlich  nach unreifen Früchten, keine satte Banane wie bei anderen Weizen. Auch hält der Geschmack im Mund nicht lange nach. Definitiv kommt das Weizen nicht auf die Liste meiner Lieblingsweizen. Schade, ich hab hier in Baden Würtemberg schon tolle Weizen getrunken, weis aber leider nicht mehr von welcher Brauerei, das war es aber nicht. Ich ab auch noch das Kristallweizen gekauft, das mit dem European Beer Star ausgezeichnet wurde. Bin schon mal gespannt ob ich einen ähnlichen Geschmack habe wie die erlauchte Juri.

Kellerbier der Stuttgarter Hofbräu

Auch die Stuttgarter Hofbräu, eine Tochter der Radebergergruppe, also von Dr. Oetker, braucht also ein uriges Kellerbier. Ist zur Zeit der Trend dass jede Brauerei ein Kellerbier und ein Weizen braut, auch wenn es, nach meiner Meinung, viele lassen sollten. Wenn ihr es bemerkt habt, ich habe zur Zeit hauptsächlich Flaschen mit Bügelverschluss im Test. Das hat seinen Grud darin, dass ich die hinterher wieder für mein Bier verwenden kann. An Weihnachten gehen immer etliche Flaschen weg von denen ich nur einen Teil wieder sehe.

Also jetzt das Kellerbier der Stuttgarter. Mit 5% Alkohol ist das schon ganz schön aus den 11,5% Stammwürze. Im Glas zeigt das Bier ein helles Gelb, der Schaum ist ok, wen auch etwas Gropporig, fast wie Seifenschaum. Der Geruch ist Malzig mit einer säuerlichen Note nach Hefe. Im Antruk ist es etwas „leer“, ich weis nicht wie ich es anders beschreiben soll. Dann schmeckt man den Hopfen und die Hefe. Die Malzigkeit die ich bei so einem Bier erwarte finde ich gar nicht. Liebe Stuttgarter Hofbräu, zu diesem Kellerbier kann ich bestenfalls sagen „Ihr habt euch Bemüht“, mehr auch nicht. Hier gibt es in der klassischen Kellerbierregion in Oberfranken Biere die viel runder und ausgewogener sind.

Das Schwarze von Schwabenbräu

  • Im Real in Horb hab ich das Schwarzbier von Schwabenbräu entdeckt. Da ich in nächster Zeit vorhabe auch mal ein klassisches Schwarzbier zu brauen habe ich mir mal eine Flasche gekauft. Auf der Homepage habe ich mal nachgesehen was die noch so alles herstellen und ob ich über das Schwarze mehr Informationen finde. Leider ist die Homepage hier wenig Informativ. Außer der Angaben :
  • Alkohol Vol.%: 4,9
  • Stammwürze in %: 11,5
  • kcal/kJ/l: 420/1750

findet sich nur das übliche Gewäsch der Werbetexter: „Das Schwarze ist ein Vollbier für Kenner und Liebhaber des besonderen Geschmacks. Gebraut mit speziell ausgewählten Naturprodukten von bester Qualität, eigenständig und edel in der Ausstattung. Das ist Braukunst höchster Güte.“ (Zitat aus der Seite), was alles und nichts sagt.

Also doch lieber selbst probieren, was mir auch immer das Liebste ist. Das Bier läuft richtig satt dunkel in das Glas und entwickelt einen Schaum der leichte Carameltöne zeigt. Der Geruch ist malzig änhich dem nach frischen Treber. Im Antrunk kommen sofort dir Röstaromen der dunklen Malze, ich glaube nicht dass die Brauerei hier mit Färbebier arbeitet. Das Bier vermittelt einen relativ trockenen Eindruck, es ist keine Süße wie oft bei anderen dunklen Bieren zu schmecken. Dafür merkt man den Hopfen nachdem der Röstgeschmack etwas zurückgeht. Ich Tippe auf die üblichen Verdächtigen deutschen Aromahopfen. Nach dem Trinken hat man diese noch etwas im Mund geschmeckt. Als Fazit kann ich nur sagen dass dieses Schwarzbier gar nicht schlecht ist, obwohl auch keine Geschmacksexplosion. Aber so zum Trinken ganz ok.

Noch eine Bierprobe

In meinem Getränkeshop ist mir neulich eine Flasche der Mönchshof Brau Manufactur aufgefallen. Es handelt sich um einen „Zoigl“?! Also bisher bin ich davon ausgegangen dass man Zoigl nur in wenigen Ortschaften in der Oberpfalz und in Neuhaus / Pegnitz als Kommunbrauerbier erhalten kann. Da entweder direkt vor Ort oder in dort erworbenen oder mitgebrachten Gefäßen. Richtig Spaß macht das ganze im Zoiglausschank mit gutem, preiswertem Essen und echten Zoigl vom Fass, der bei jedem Ausschank etwas anders schmeckt, da zwar die Würze in Kommunbrauhaus hergestellt wird, aber die Gärung und Reifung beim jeweiligen Brauer selbst erfolgt. Hier ein interessantes Video dazu:

Darum bin ich etwas skeptisch wenn der Zoigl von einer großen Brauerei im Regal steht. Das geht mir mit dem Exemplar von Mönchshof, also der Kulmbacher Brauerei AG, genau so. Hier wird sogar auf dem Etikett auf die Tradition in der Oberpfalz verwiesen. Hier ist auch angegeben dass dieser Zoigl 5,4% Alkohol hat, 12,3°P Stammwürze. Auf der Homepage erfährt man mehr: Die Bittereinheiten sind 16 IBU, wobei mit Hallertauer Perle und Saphir gearbeitet wurde, beides Aromahopfen. Als Malze wurden Karamalze „Eiche“ und „Ebenholz“ verwendet. als Basismalze Pilsener- und Münchner Malz. Soweit nicht schlecht zu lesen.

Dann das Einschenken. Hier zeigt er sich Honigfarben, sehr trüb. Der Schaum ist nicht schlecht, hält jedoch nicht lange. Der Geruch ist etwas säuerlich nach Malz und Hefe.

Der erste Schluck schmeckt etwas Malzig süß wie es der Geruch erwarten lies, jedoch ist die Süße schnell verflogen und es kommen leichte, grasige Hopfennoten durch. Ich nehme an dass der Haupthopfen Perle ist und nicht so viel von dem Saphir seinen Weg in den Sud gefunden hat. Das Bier hält auch nicht lange im Mund nach. Also den satten Alkoholgehalt von 5,4% kann es gut verstecken. Das Bier ist nicht schlecht, halt eben kein Zoigl. Sollen die Kulmbacher es doch Zwickl oder Kellerbier nennen. Ich werde weiterhin wenn ich Lust auf Zoigl habe in die Oberpfalz fahren und ihn dort direkt vom Fass genießen statt ihn von der Mönchshof kaufen.

Biertest zum Ersten

Da ich immer wieder wenn ich beruflich unterwegs bin mir mal das ein oder andere Bier mitnehme das mich interessiert habe ich beschlossen, von der Verkostung hier zu berichten. Ganz nach dem alten Motto des Bayrischen Rundfunks ( Aussage Norbert Neugirg, Chef der Altneihauser Feierwehrkappel`n) „Wurscht wer in der Glotze steht, Hauptsache die Zeit vergeht“. Somit stelle ich hier mal ein paar Biere vor.

Da ich zur Zeit viel in der Gegend von Stuttgart unterwegs bin hab ich mal ein paar Biere aus dieser Region getestet. Anfangen möchte ich mit dem Baisinger Teufele. Es kommt aus der Baisinger Bier Manufaktur der Familie Teufel in Rottenburg a.N. / Baisingen

Auf der Homepage der Brauerei ist nachzulesen dass sie schon häufiger Preise beim European Beer Star  und beim World Beer Award gewonnen hat. Das Teufele jedoch nicht. Also hilft nur selbst testen. Die 0,33l Flasche mit dem langen Hals und dem Bügelverschluss macht schon was her. Ich glaube ja eher dass die Form dem Flaschenfüller in der Brauerei geschuldet ist dass sich die Umbauarbeiten in Grenzen halten.

Auf dem Etikett ist zu lesen dass es sich um ein helles Vollbier mit 4,6% Alkohol, was für ein Helles ziemlich wenig ist. Eingeschenkt zeigt es ein helles Gelb mit einem dichten Schaum. Der Geruch ist leicht Malzig, vom Hopfen riecht man wenig. Der Antrunk bring das was der Geruch verspricht. Mildes Malziges Mundgefühl mit etwas Hopfen im Hintergund, das ganze sehr dezent.

Im Abgang meldet sich dann doch noch der Hopfen zur Stelle. Alles in allem ein durchaus trinkbares Bier, jedoch nicht das Spitzengetränk. Ich will mir von dieser Brauerei mal die mit den Preisen ausgezeichneten Biere holen, vielleicht kann ich das ja Nachvollziehen. Jedoch ist beim Biertest wie beim Test von anderen Getränken sehr viel persönlicher Geschmack und Gewohnheit ausschlaggebend.

Bier in Köln und Düsseldorf, so verschieden und doch so ähnlich.

Das letzte Wochenende war ich mit ein paar Kumpels in Köln. Am Samstag hatte ich Vorgeschlagene dass wir einen keinen Ausflug in die Nachbarschaft nach Düsseldorf machen, so dass wir auch dort die Bierszene etwas erkunden.

Der erst Weg hat uns in das „Brauhaus Em Kölsche Boor“ geführt. Hier wird das Kölsch der Gaffelbrauerei ausgeschenkt. Eigentlich habe ich gedacht dass hier am Eigelstein auch die Brauerei sein muss, doch wie ich erfahren habe ist die in die Vorstadt umgezogen. War mir klar dass das irgend wann passieren wird, denn dort wo sie bisher 4 Keller tief und auch über mehrere Stockwerke oben gearbeitet haben war das auf Dauer nicht möglich. Wo die Brauerei war kann man jetzt ein tiefes Loch sehen in dem ein Baukran steht.

Doch weiter zu Brauhaus Em Kölsche Boor, also das Brauhaus im Kölnischen Bauer, der eine Figur des Kölner Karneval ist. Hier kann man gemütlich sitzten und ein paar Kölsch trinken, andere Getränke gibt es auch, doch die dauern länger. Das Gaffel Kölsch ist ein typischer Vertreter seiner Art. Schön golden im Glas mit dichtem Schaum, der aber schnell verschwunden ist. Der Geruch ist Malzig, etwas Grasig vielleicht. Beim Geschmack ist weder das Malz noch der Hopfen was hervorsticht. Beim Trinken sträubt es sich nicht, es ist jetzt keine Geschmacksexplosion, viel eher ein einfaches Bier das sich gut trinken lässt. Im Nachgang ist es Würzig, was jedoch nicht zu lange anhält.

Als Süddeutscher bin ich ja immer geneigt über die „Reagenzgläser“ in denen das Kölsch ausgeschenkt wird zu lästern. Vor allem wenn man aus einer Gegend kommt wo man in der Dorfwirtschaft noch 0,5 Helles für den selben Preis bekommt wie in Köln ein 0,2 Kölsch. Doch muss man der Fairness halber sagen dass ein immer frisches Bier und auch die Atmosphäre in einem Brauhaus schon nicht schlecht sind. Und ehrlich, in welcher Großstadt ist das Bier wirklich billig?

Nach dem Stadtbummel und einer Besichtigung des Domes sind wir zum Abendessen bei Früh am Dom gelandet, was das größte Kölschbrauhaus in der Stadt ist. Hier brauchte ich erst mal eine Kleinigkeit zum Essen. Ein Hämmchen wollte ich mal Probieren.

ok, das ist eine ausgewachsene Portion. Nach 2/3 musste ich aufhören sonst wäre ich geplatzt. Aber wirklich gut, auch der Stopfer und das Sauerkraut. Da kann man ein paar Kölsch trinken um die Menge an Fleisch zu Verdauen.

Dafür kommt das Bier hier im Brauhaus flott, vor allem wenn der Köbis alles auf einen Deckel schreiben kann.  Das Bier ist etwas Hopfiger als das Gaffel, aber auch Typisch für ein Kölsch keine Geschmackssensation. Dafür ein gut trinkbares Bier dessen bisschen Geschmack fein zwischen Malz und Hopfen balanciert ist und von dem auch ein par mehr schmecken. Muss es mehr können? Eigentlich nicht!

Am Samstag sind wir dann in der Frühe nach Düsseldorf gefahren. Also 9Uhr30 ist für Düsseldorf zu Früh. Da sind die Straßen so leer, du wartest jederzeit darauf dass wie in einer Geisterstadt Büsche vom Wind durch die Straßen geweht werden. Also als erstes vom U-Bahnhof Heinrich Heine Allee zur Brauerei im Füchschen marschieren. Zu unserer freudigen Überraschung waren wir nicht die einzigen die sich vor der Brauerei an die Bänke gesetzt hat um einen Frühschoppen einzunehmen. Das erste Alt in Düsseldorf war richtig gut, schön stark gehopft, jedoch auch schön Malzig durch die dunklen Malze. Alles andre als ein fades Bier, der Schaum schön weiß, der Geruch nach Hopfen und Malz, leicht säuerlich. Ein Antrunk bei dem sich der Hopfen etwas nach vorne schiebt, aber dann auch die Malzigkeit gut herauskommt. Der Hopfen bleibt noch lange auf dem Gaumen, jedoch nicht Unangenehm. Ich habe schon mal ein Alt nach einem Clonerezept des Füchsen hergestellt und war sehr skeptisch ob das mit den 50 IBU nicht doch zu viel des Guten ist, aber auch mein Selbstgebrautes schmeckt prima.

Da wir schon mal hier sind dann zum nächsten Brauhaus. Aber erst mal zum Senfladen von Löwensenf in der Bergerstraße 29. Hier kann man praktisch jeden Senf probieren und das sind einige. Hier hat jeder seinen Lieblingssenf gefunden. Dann die Straße ein paar Meter weiter und in die Hausbrauerei zum Ürige, wirklich im Herzen Düsseldorfs. Hier kann man sein Alt neben dem Braukesseln genießen und dabei eine Kleinigkeit essen. Das Bier ist auch gut, halt weniger Hopfig als das Füchschen, aber sehr gut zu trinken.

Nach der Rückkunft in Köln sind wir wieder los in die Altstadt. Diesmal war das Brauhaus zum Pfaffen unser Ziel. Wir hatten Glück und erwischten einen freien Tisch. Das Bier ist schnell abgehandelt, ein Kölsch wie viele andere, nicht sehr viel Geschmack aber auch nichts was am weitertrinken stört. Ein Kölsch das man für den Durst immer gut trinken kann, nichts zum lange Herumschwafeln über Hopfenflavours und den Feinheiten verschiedener Malze und Brauwässer.

Mein Fazit ist, dass man die Brauhauskultur in beiden Städten gut vergleichen kann. Außer der Farbe des Bieres sind die Unterschiede nicht so groß. Die Speisekarten sehen sich sehr Ähnlich, die Gerichte unterscheiden sich kaum. Auch der Service ist sehr ähnlich. Bier geht schnell, alles Andere kostet nur unnütze Zeit die der Kellner lieber für ein Schwätzchen mit seinen Gästen verwendet. Für einen etwas eigenbrödlerischen Franken wie mich ist das eine Fremde Welt, hat aber durchaus ihren Reitz.

Das war auch schon das Ende der Tour, ein paar Flaschen habe ich mir mit nach Hause genommen um sie dort in Ruhe zu Verkosten, davon ein anderes mal.

Inspirationen für neue Biere

Als Hobbybrauer mit einem gewissen Anspruch sich nicht nur auf zwei Biersorten festzulegen sondern immer wieder etwas neues auszuprobieren sind Biere von guten Brauereien immer wieder ein Quell der Inspiration. Wobei diese oft auf ihren Homepages schon einige Geheimnisse verraten. Nehmen wir hier mal die Brauerei Pyrasser zum Beispiel. Das Einfachste ist hier in einem gut sortiertem Getränkehandel, am Besten in der Gegend von Nürnberg, sich eine Auswahl dieser Brauerei zu holen und mal zu probieren welches am Besten schmeckt.

Da es mir gut schmeckt hier mal das Kellerbier aus dem Hause Pyrasser. Auf der Homepage finden sich folgende Angaben:

Bierstil: naturtrübes, mildes Vollbier
Farbe: 20 EBC, bernsteinfarben
Schaum: feinporig und elfenbeinfarben
Geschmack: fruchtige Hefe- und ausgeprägte Hopfennote
Mundgefühl: vollmundig, unfiltriert, sanft
Hopfen: Perle, Hersbrucker, Select
Malz: Münchner Malz, Pilsner Malz
Bittereinheiten: 18 IBU
Stammwürze: 11,4 %
Alkoholgehalt: alc. 4,8 % vol.
Trinktemperatur: 7 °C

Für mich heißt das folgendes: Das Bier ist Untergärig, da es von einer Landbrauerei im weitesten Sinne kommt ist man mit der Hefe 34/70 gar nicht so schlecht. Die Schüttung wird so zu 2/3 Pilsner Malz, zu 1/3 Münchner Malz sein. Hier ist der Typ 2 eigentlich das was am meisten gehandelt wird. Ein wenig Karamalz Rot oder Hell kann die Vollmundigkeit noch erhöhen, hier jedoch nicht mehr als 5 bis 8% der Schüttung.

Der Hopfen spielt bei diesem Bier zwar nicht die Hauptrolle, sollte aber schon zu merken sein. Ich würde hier 2/3 der Bittereinheiten über eine Gabe Perle beim Kochen nach dem Eiweisbruch, also so nach 10 Minuten geben, Perle ist ja ein Aromahopfen der trotzdem eine höhere Menge an Alphasäure mitbringt und so häufig als quasi Bitterhopfen verwendet wird. Die Kochzeit würde ich so mit 90 Minuten annehmen. Viele propagieren eine kürzere Kochzeit von nur 60 Minuten, doch ich habe die Erfahrung gemacht dass bei untergärigen Bieren eine längere Kochzeit ein besseres Ergebnis bringt, kann aber auch nur Einbildung sein.

Die 2. Hopfengabe würde ich so 20 Minuten vor Ende der Kochzeit zugeben. Dabei würde ich auf Hersbrucker Pure oder Hersbrucker Spät setzen, je nach dem was man kriegt. Dabei sind beide vom Aroma recht ähnlich. Die letzte Hopfengabe ist 10 Minuten vor dem Kochende mit Spalter Select. Bei diesen beiden Hopfengaben wird zwar der Bitterstoff nicht komplett umgesetzt, jedoch bleibt das Aroma besser erhalten, was für die feine Hopfennote im fertigen Bier sorgt.

Nach dem Hopfenseihen und Abkühlen wird es bei so 9 bis 14°C mit der Hefe angestellt. Hierbei hat sich bei mir bewährt dass ich die Temperatur bis zum Ankommen der Hefe etwas wärmer gelassen habe und dann auf zirka 9°C heruntergekühlt habe. Die zweite Gärung nach dem Schlauchen sollte auch noch einmal zirka eine Woche bei 9°C erfolgen, dann auf 1 bis 3°C heruntergekühlt werden und so noch einmal 4 Wochen reifen.

Ihr könnt ja bei anderen Brauereien auf die Homepage schauen, viele habe dort ihr Bier gut beschrieben und verraten damit auch ein paar Geheimnisse die sonst geschätzt werden müssten. Auf die Gärungsführung werde ich demnächst in einem Bericht eingehen.

Jedoch muss ich in diesem Fall noch einmal auf die Homepage der Pyrasser Brauerei verweisen. Es steht außer den Daten auch noch eine Menge über die Geschichte, die Rohstoffe so wie ein Statement der Brauerei zum Reinheitsgebot zu lesen. Hier muss ich der Brauerei ein großes Lob aussprechen, eine wirklich informative Homepage.

 

Auf der Fürther Michaeliskerwa

Heuer bin ich endlich wieder mal auf die Fürther Kirchweih gekommen. Mich fasziniert immer wieder diese Mischung aus Straßen und Wirtshauskirchweih. Auch die Anzahl der Biersorten ist recht hoch, auch wenn das Grüner aus dem Tucherkonzern schon ein Übergewicht hat. Doch ich gebe jedem Bier eine Chance.

Als erstes ist mir beim Haxn Liebermann dieses Schild aufgefallen. Glossner? Glossner? Irgend wo hab ich den Namen schon gehört. Da fällt es mir wieder ein, ist eine Brauerei aus Neumarkt/Obpf. Soll nach aussage einer anderen Werbetafel prima zu gegrillten Haxen passen. Da ich nicht so viel Hunger hatte habe ich es nicht probiert un bin weiter gelaufen. Als Erstes mal ein Grüner Festmärzen. Mit seinen 6% Alkohol ist es nicht ganz schwach.

Es hat eine schöne orange Farbe einen schönen, lang anhaltenden Schaum und einen Geruch nach Würzigem, Grasigem Hopfen. Den Spagat zwischen Malzigkeit und einem feien Hopfenaroma haben die bei Tucher gut hinbekommen. Lässt sich sehr gut trinken, das Oktoberfestbier für Fürth. Ist mit 4,50€ das Seidla auch günstiger als in München auf dem Fest.

Als Nächstes ein St. Georgen Kellerbier aus Buttenheim. Hier geht es mir wie jedes mal mit diesem Bier. Das Erste ist so la la, das Zweite schmeckt besser und ab dem dritten hab ich mich daran gewöhnt. Als Kellerbier mit doch einem kräftigen Schlag Hopfen und doch einen Geschmack nach Malz, dem etwas Säuerlichen der Hefe ist es schon etwas eigenständiges. Im Abgang kommt dann nochmal der Hopfen durch. Wie schon gesagt, durchaus gut zu trinken wenn man dem Bier eine Chance lässt.

Das habe ich vor ein paar Tagen auch noch nicht gedacht dass ich hier auf der Kerwa das wahrscheinlich letzte echte Kitzmann aus Erlangen trinken werde. Die Marke wird es ja weiter geben, wird eine der vielen aus den Sudkesseln in Kulmbach von der dortigen Einheitsbrauerei. Nicht dass mich jemand hier falsch versteht, die können ihr Handwerk und machen auch recht trinkbare Biere, doch finde ich es immer Schade wenn so eine Brauerei ihre Pforten zu macht die so zur Region und zum Erlanger Berg gehört hat wie Kitzmann.

Aber hier ist halt das Problem: nicht so Groß wie ein richtig Großer aber auch zu Groß für eine Kleinbrauerei. Mal sehen was die Zukunft bring, was Kulmbacher aus der Marke macht.

Einige Stände legen sich bei ihrem Angebot nicht so fest. Da gibt es Bier verschiedener Brauereien, sogar von meiner Heimatbrauerei Dornbräu Bruckberg, Federweißen, Wein und Prosecco. Als Letztes musste ich noch bei einem Stand mit Ausschank der Schanzenbräu vorbeischauen.

Das rote Weizen der Schanzenbräu hab ich bisher noch nicht probiert, also war ich sehr gespannt. Auf der Homepage steht dass es erstmals 2014 in Zusammenarbeit mit der Brauerei Pinkert in Breitengüßbach hergestellt wurde. Die Zusammenarbeit hat sich doch gelohnt, herausgekommen ist ein süffiges Weizen mit schönem Schaum das nicht zu Süß ist, aber doch eine schöne Bananennote hat. Davon kann man auch mal eines mehr trinken. Auch die Farbe passt super, alles richtig gemacht. Eigentlich wollte ich noch zu der Bude aus dem ersten Foto gehen und das Glossner Bier probieren, bin aber irgend wie drüber weggekommen. Jedenfalls ist die Kerwa in Fürth immer einen Besuch wert, ob zum Biertrinken oder um die Atmosphäre zu genießen.