Inspirationen für neue Biere

Als Hobbybrauer mit einem gewissen Anspruch sich nicht nur auf zwei Biersorten festzulegen sondern immer wieder etwas neues auszuprobieren sind Biere von guten Brauereien immer wieder ein Quell der Inspiration. Wobei diese oft auf ihren Homepages schon einige Geheimnisse verraten. Nehmen wir hier mal die Brauerei Pyrasser zum Beispiel. Das Einfachste ist hier in einem gut sortiertem Getränkehandel, am Besten in der Gegend von Nürnberg, sich eine Auswahl dieser Brauerei zu holen und mal zu probieren welches am Besten schmeckt.

Da es mir gut schmeckt hier mal das Kellerbier aus dem Hause Pyrasser. Auf der Homepage finden sich folgende Angaben:

Bierstil: naturtrübes, mildes Vollbier
Farbe: 20 EBC, bernsteinfarben
Schaum: feinporig und elfenbeinfarben
Geschmack: fruchtige Hefe- und ausgeprägte Hopfennote
Mundgefühl: vollmundig, unfiltriert, sanft
Hopfen: Perle, Hersbrucker, Select
Malz: Münchner Malz, Pilsner Malz
Bittereinheiten: 18 IBU
Stammwürze: 11,4 %
Alkoholgehalt: alc. 4,8 % vol.
Trinktemperatur: 7 °C

Für mich heißt das folgendes: Das Bier ist Untergärig, da es von einer Landbrauerei im weitesten Sinne kommt ist man mit der Hefe 34/70 gar nicht so schlecht. Die Schüttung wird so zu 2/3 Pilsner Malz, zu 1/3 Münchner Malz sein. Hier ist der Typ 2 eigentlich das was am meisten gehandelt wird. Ein wenig Karamalz Rot oder Hell kann die Vollmundigkeit noch erhöhen, hier jedoch nicht mehr als 5 bis 8% der Schüttung.

Der Hopfen spielt bei diesem Bier zwar nicht die Hauptrolle, sollte aber schon zu merken sein. Ich würde hier 2/3 der Bittereinheiten über eine Gabe Perle beim Kochen nach dem Eiweisbruch, also so nach 10 Minuten geben, Perle ist ja ein Aromahopfen der trotzdem eine höhere Menge an Alphasäure mitbringt und so häufig als quasi Bitterhopfen verwendet wird. Die Kochzeit würde ich so mit 90 Minuten annehmen. Viele propagieren eine kürzere Kochzeit von nur 60 Minuten, doch ich habe die Erfahrung gemacht dass bei untergärigen Bieren eine längere Kochzeit ein besseres Ergebnis bringt, kann aber auch nur Einbildung sein.

Die 2. Hopfengabe würde ich so 20 Minuten vor Ende der Kochzeit zugeben. Dabei würde ich auf Hersbrucker Pure oder Hersbrucker Spät setzen, je nach dem was man kriegt. Dabei sind beide vom Aroma recht ähnlich. Die letzte Hopfengabe ist 10 Minuten vor dem Kochende mit Spalter Select. Bei diesen beiden Hopfengaben wird zwar der Bitterstoff nicht komplett umgesetzt, jedoch bleibt das Aroma besser erhalten, was für die feine Hopfennote im fertigen Bier sorgt.

Nach dem Hopfenseihen und Abkühlen wird es bei so 9 bis 14°C mit der Hefe angestellt. Hierbei hat sich bei mir bewährt dass ich die Temperatur bis zum Ankommen der Hefe etwas wärmer gelassen habe und dann auf zirka 9°C heruntergekühlt habe. Die zweite Gärung nach dem Schlauchen sollte auch noch einmal zirka eine Woche bei 9°C erfolgen, dann auf 1 bis 3°C heruntergekühlt werden und so noch einmal 4 Wochen reifen.

Ihr könnt ja bei anderen Brauereien auf die Homepage schauen, viele habe dort ihr Bier gut beschrieben und verraten damit auch ein paar Geheimnisse die sonst geschätzt werden müssten. Auf die Gärungsführung werde ich demnächst in einem Bericht eingehen.

Jedoch muss ich in diesem Fall noch einmal auf die Homepage der Pyrasser Brauerei verweisen. Es steht außer den Daten auch noch eine Menge über die Geschichte, die Rohstoffe so wie ein Statement der Brauerei zum Reinheitsgebot zu lesen. Hier muss ich der Brauerei ein großes Lob aussprechen, eine wirklich informative Homepage.

 

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