Bier in Köln und Düsseldorf, so verschieden und doch so ähnlich.

Das letzte Wochenende war ich mit ein paar Kumpels in Köln. Am Samstag hatte ich Vorgeschlagene dass wir einen keinen Ausflug in die Nachbarschaft nach Düsseldorf machen, so dass wir auch dort die Bierszene etwas erkunden.

Der erst Weg hat uns in das „Brauhaus Em Kölsche Boor“ geführt. Hier wird das Kölsch der Gaffelbrauerei ausgeschenkt. Eigentlich habe ich gedacht dass hier am Eigelstein auch die Brauerei sein muss, doch wie ich erfahren habe ist die in die Vorstadt umgezogen. War mir klar dass das irgend wann passieren wird, denn dort wo sie bisher 4 Keller tief und auch über mehrere Stockwerke oben gearbeitet haben war das auf Dauer nicht möglich. Wo die Brauerei war kann man jetzt ein tiefes Loch sehen in dem ein Baukran steht.

Doch weiter zu Brauhaus Em Kölsche Boor, also das Brauhaus im Kölnischen Bauer, der eine Figur des Kölner Karneval ist. Hier kann man gemütlich sitzten und ein paar Kölsch trinken, andere Getränke gibt es auch, doch die dauern länger. Das Gaffel Kölsch ist ein typischer Vertreter seiner Art. Schön golden im Glas mit dichtem Schaum, der aber schnell verschwunden ist. Der Geruch ist Malzig, etwas Grasig vielleicht. Beim Geschmack ist weder das Malz noch der Hopfen was hervorsticht. Beim Trinken sträubt es sich nicht, es ist jetzt keine Geschmacksexplosion, viel eher ein einfaches Bier das sich gut trinken lässt. Im Nachgang ist es Würzig, was jedoch nicht zu lange anhält.

Als Süddeutscher bin ich ja immer geneigt über die „Reagenzgläser“ in denen das Kölsch ausgeschenkt wird zu lästern. Vor allem wenn man aus einer Gegend kommt wo man in der Dorfwirtschaft noch 0,5 Helles für den selben Preis bekommt wie in Köln ein 0,2 Kölsch. Doch muss man der Fairness halber sagen dass ein immer frisches Bier und auch die Atmosphäre in einem Brauhaus schon nicht schlecht sind. Und ehrlich, in welcher Großstadt ist das Bier wirklich billig?

Nach dem Stadtbummel und einer Besichtigung des Domes sind wir zum Abendessen bei Früh am Dom gelandet, was das größte Kölschbrauhaus in der Stadt ist. Hier brauchte ich erst mal eine Kleinigkeit zum Essen. Ein Hämmchen wollte ich mal Probieren.

ok, das ist eine ausgewachsene Portion. Nach 2/3 musste ich aufhören sonst wäre ich geplatzt. Aber wirklich gut, auch der Stopfer und das Sauerkraut. Da kann man ein paar Kölsch trinken um die Menge an Fleisch zu Verdauen.

Dafür kommt das Bier hier im Brauhaus flott, vor allem wenn der Köbis alles auf einen Deckel schreiben kann.  Das Bier ist etwas Hopfiger als das Gaffel, aber auch Typisch für ein Kölsch keine Geschmackssensation. Dafür ein gut trinkbares Bier dessen bisschen Geschmack fein zwischen Malz und Hopfen balanciert ist und von dem auch ein par mehr schmecken. Muss es mehr können? Eigentlich nicht!

Am Samstag sind wir dann in der Frühe nach Düsseldorf gefahren. Also 9Uhr30 ist für Düsseldorf zu Früh. Da sind die Straßen so leer, du wartest jederzeit darauf dass wie in einer Geisterstadt Büsche vom Wind durch die Straßen geweht werden. Also als erstes vom U-Bahnhof Heinrich Heine Allee zur Brauerei im Füchschen marschieren. Zu unserer freudigen Überraschung waren wir nicht die einzigen die sich vor der Brauerei an die Bänke gesetzt hat um einen Frühschoppen einzunehmen. Das erste Alt in Düsseldorf war richtig gut, schön stark gehopft, jedoch auch schön Malzig durch die dunklen Malze. Alles andre als ein fades Bier, der Schaum schön weiß, der Geruch nach Hopfen und Malz, leicht säuerlich. Ein Antrunk bei dem sich der Hopfen etwas nach vorne schiebt, aber dann auch die Malzigkeit gut herauskommt. Der Hopfen bleibt noch lange auf dem Gaumen, jedoch nicht Unangenehm. Ich habe schon mal ein Alt nach einem Clonerezept des Füchsen hergestellt und war sehr skeptisch ob das mit den 50 IBU nicht doch zu viel des Guten ist, aber auch mein Selbstgebrautes schmeckt prima.

Da wir schon mal hier sind dann zum nächsten Brauhaus. Aber erst mal zum Senfladen von Löwensenf in der Bergerstraße 29. Hier kann man praktisch jeden Senf probieren und das sind einige. Hier hat jeder seinen Lieblingssenf gefunden. Dann die Straße ein paar Meter weiter und in die Hausbrauerei zum Ürige, wirklich im Herzen Düsseldorfs. Hier kann man sein Alt neben dem Braukesseln genießen und dabei eine Kleinigkeit essen. Das Bier ist auch gut, halt weniger Hopfig als das Füchschen, aber sehr gut zu trinken.

Nach der Rückkunft in Köln sind wir wieder los in die Altstadt. Diesmal war das Brauhaus zum Pfaffen unser Ziel. Wir hatten Glück und erwischten einen freien Tisch. Das Bier ist schnell abgehandelt, ein Kölsch wie viele andere, nicht sehr viel Geschmack aber auch nichts was am weitertrinken stört. Ein Kölsch das man für den Durst immer gut trinken kann, nichts zum lange Herumschwafeln über Hopfenflavours und den Feinheiten verschiedener Malze und Brauwässer.

Mein Fazit ist, dass man die Brauhauskultur in beiden Städten gut vergleichen kann. Außer der Farbe des Bieres sind die Unterschiede nicht so groß. Die Speisekarten sehen sich sehr Ähnlich, die Gerichte unterscheiden sich kaum. Auch der Service ist sehr ähnlich. Bier geht schnell, alles Andere kostet nur unnütze Zeit die der Kellner lieber für ein Schwätzchen mit seinen Gästen verwendet. Für einen etwas eigenbrödlerischen Franken wie mich ist das eine Fremde Welt, hat aber durchaus ihren Reitz.

Das war auch schon das Ende der Tour, ein paar Flaschen habe ich mir mit nach Hause genommen um sie dort in Ruhe zu Verkosten, davon ein anderes mal.