Kellerbiere im Test

Wie schon mal erwähnt muss zur Zeit jede Brauerei ein Kellerbier, Zwickel, Zeugl oder ähnliches im Programm haben, oder glauben zu müssen. Ich hab jetzt mal ein paar getestet.

Der erste Kandidat ist das Veldensteiner Kellerbier, gebraut von der Kaiserbräu in Neuhaus. Die Beschreibung auf der Homepage der Brauerei liest sich gut: „Bernsteinfarben, unfiltriert und naturtrüb! Ein süffiges, sehr mildes, untergäriges Kellerbier direkt  aus dem Lagertank und daher mit allen wertvollen Inhaltsstoffen. 12,4 % Stammwürze – alc. 5,4 % Vol.“ Also war ich auf das Bier gespannt. Im Glas hat es ein brauene Farbe mit durchaus akzeptablem Schaum. Der Geruch ist richtig Bierig, also nach Malz und grasigen Hopfen. Im Antrunk hat man das Malz und den Hopfen schön ausgewogen auf dem Gaumen. Die Kohlensäure ist da, aber nicht sehr stark, wie bei dieser Art Biere üblich. Im Nachtrunk bleibt der Hopfen sehr lange im Mund, aber nicht Unangenehm. Nach meiner Meinung ein durchaus gelungenes Kellerbier.

Das Nächste ist das Kellerbier von Dinkelacker aus Stuttgart. Wieder mal ein Blick auf die Homepage, ich lese ja immer gerne die Erklärungen der Werbetexter. Hier heißt es: “ Anlässlich des 125 Jährigen Dinkelacker-Brauereijubiläums im Jahre 2013 haben wir diese unfiltrierte Bierspezialität erstmals eingebraut. Die Rezeptur aus der guten alten Zeit, die Leidenschaft unserer Braumeister und die sorgfältig ausgewählten regionalen Zutaten konnten die Bierkenner der Region auf Anhieb überzeugen. Und so kam es, dass aus unserem Jubiläumsbier, einer eigentlich limitierten Bierspezialität, das Dinkelacker Kellerbier wurde. Mit seinen dezenten Aromen von frischer Bierhefe, Getreide und Malz ist es heute eine der beliebtesten Dinkelacker Sorten.“ Dann Verraten sie noch dass das Bier 12,6% Stammwürze, 5,6% Alkohol und 21,6 Bittereinheiten hat. Für ein Kellerbier ganz anständige Werte.

Als ich es eingeschenkt habe macht es einen sauberen Eindruck, die Farbe ist in dunkle Orange gehend, etwas Trüb wie es sich für ein Kellerbier gehört. Der Schaum steht schön im Glas, ist relativ feinporig. Der Geruch ist fast nicht wahrnehmbar. Im Antrunk merkt man sofort das Bittere des Hofens, was mich bei nur 21,6 Bittereinheiten etwas wundert. Das Malz ist im Hintergrund zu Merken, es ist doch etwas Pilsähnlich im Geschmack. Der Hopfengeschmackt bleibt auch nach dem Trinken noch lange auf dem Gaumen. Eine leicht Alkoholische Note kommt beim Trinken nach dem zweiten Schluck durch. Fazit: durchaus Trinkbar, auch wenn es auf dem Markt Kellerbiere gibt die mir besser schmecken.

Das dritte Bier dieser Sorte ist das Hallerndorfer Kellerbier, also quasi ein Bier aus dem Zentrum der Bierkellerkultur. Die Brauerei Rittmayer schreibt dazu auf ihrer Homepage: „Animierende Frische, reife Fruchtnoten und dezente Röstmalzsüße zeichnen dieses süffige Kellerbier aus. Deutliche Hopfenaromatik verleiht dem Bier Eleganz und Tiefe. ‚So wie früher’ schmeckt das traditionell oberfränkische, leicht dunkle Kellerbier zur deftigen Brotzeit auf dem Bierkeller genauso wie zuhause.“

Auf der Homepage finden sich noch die Informationen dass das Bier 5% Alkohol enthält und mit Tettnanger Aromahopfen gebraut worden ist wie alle Biere der Brauerei Rittmayer. Aber es geht ja nichts über einen eigenen Test.

Das Bier hat einen leicht bräunlichen Schaum der nicht lange hält. Im Geruch merkt man die fruchtigen Noten der Hefe. Der Antrunk ist typisch für ein dunkles Bier mit einem leichten eindruck von Kaffee, Röstnoten vom dunklen Malz und einer ganz leichten Hopfenbittere. Im Nachtrunk bleiben noch eine Weile die Röstnoten auf dem Gaumen. Was fast gänzlich fehlt ist die Süsse manchen dunklen Bieres. Hier hat die Brauerei Rittmayer ein süffiges Kellerbier für Dunkelbierliebhaber gebraut. Obwohl es das wenigste Hopfenaroma hat ist es ein sehr ausgewogenes Kellerbier, mein Favorit bei diesem kleinen Test.