Mein neuer Braukessel Teil 2

Heute habe ich den ersten Sud mit meinem neuen Braukessel gefahren. Das Rührwerk und die Temperatursteuerung habe ich auf einem Topfdeckel aufgebaut den ich mir im Gastronomie Zubehörhandel besorgt habe. War mit 11€ günstiger als VA-Blech in gleicher Stärke. Mittlerweile funktioniert alles, nur mein Rührwerk muss ich noch etwas anders einstellen, da es in der jetzigen einstellung teilweise an den 1/2″ Kugelhahn hängen bleibt den ich innen auch neu eingebaut habe.

Soeit machte er schon von Anfang an einen guten Eindruck. Die 17l Wasser für das Einmaischen meines Hefeweizens waren schnell auf 63°C aufgeheizt. Ursprünglich wollte ich den Kessel noch isolieren, doch dann wäre die Aufheizzeit noch kürzer. Zuerst hatte er einen leichten Überschwinger, das Thermostat hat nicht richtig ausgeschaltet. Nachdem ich aber das Problem beseitigt habe (Falsche Einstellung des Chinathermostates) klappte es super. Für den Temperaturfühler habe ich eine 25cm Edelstahltauchhülse eingebaut. Die messung ist ziemlich genau, habe es mit einem Einkochthermometer nachgemessen.

Doch die eigentliche Schau kam dann beim Kochen. Normalerweise kommt bei mir alles vom Läutern direkt in den Kocher und dieser kann dann schon mal arbeiten bis er voll ist. Bei meinem alten musste ich dann die letzten 10°C noch mit dem Tauschsieder nachhelfen. Das ist hier nicht nötig. Kaum hatte ich den Einkocher voll, schon hat es zu kochen angefangen. Ok, so schnell war es nicht, es dauert 4 Minuten. Ich hatte nicht mal Zeit die Treber zu entsorgen. Dieses mal in die Biotonne falls doch irgend wo noch ein Bohrspan vom  Aufbau drin war.

Das nenne ich mal ein wallendes Kochen. Nur das nächste Mal muss ich den Kessel etwas über den Max-Strich voll machen, denn die Verdampfung ist enorm, vor allem wenn das Rezept 90 Minuten vorgibt und ich keine Lust und Zeit hatte nachzuschauen, ob das in 60 Minuten auch klappt. Alles in Allem bin ich mit dem Teil bisher sehr zufrieden, auch wenn das Material sehr dünn ist. Aber die 2,5kW Heizleistung und die echte Kocheinstellung am Thermostat machen das wieder wett.

BaisingerTeufelsweizen

Um allen Vermutungen die Grundlage zu entziehen, ich hab nichts mit Okkultismus oder sonstigem am Hut, doch die Brauerfamilie aus Baising, südlich von Stuttgart, heißt nun mal Teufel, daher der Name. Das erste mal seit langer Zeit dass ich wieder mal ein Kristallweizen trinke. Bei uns ist dieser Stil aus fast allen Getränkekarten verschwunden. Nach dem öffnen steht es golden im Glas, leider hat der Schaum nicht lange gehalten, kann aber auch an meinem Glas gelegen haben.

Der Geruch ist fast nicht vorhanden. Im Antrunk kommen die für ein Kristallweizen typischen Getreidenoten durch. Hier ist auch der Hopfen wahrnehmbar, stört aber nicht. Der Nachklang ist leicht säuerlich, aber schon bald von der Zunge verschwunden.  Im Großen und Ganzen ein ordentliches Kristallweizen, jedoch für mich kein Grund von meinem Hefeweizen zu lassen.

Das Gambrinus Weizen der Dornbräu in Bruckberg/Mfr

Heute stelle ich euch mal mein liebstes Weizen vor: die Gambrinus Weisse von der Brauerei Dorn aus Bruckberg in Mittelfranken. Es handelt sich um ein klassisches fränkisches Weizen. Mit dunkel orangener Farbe und einer schönen Blume steht es im Glas. Der Geruch ist etwas nach Backhefe und überreifen Obst.

Beim Antrunk merkt man sofort dass hier der Hopfen eine untergeordnete Rolle spielt. Man hat sofort den Geschmack von Bananen und reifen Birnen auf der Zunge, das Ganze aber nicht zu süß. Im Nachtrunk ist dann noch eine etwas andere Fruchtigkeit auf der Zunge. Im Ganzen ein wirklich gutes Weizen, das nach meiner Meinung vom Fass noch besser ist. Kommt ihr mal in die Gegend zwischen Ansbach und Nürnberg dann schaut nach Wirtshäusern die Dorn vertreiben und mit etwas Glück bekommt ihr das Weizen vom Fass. Aber Vorsicht, hier bremst nichts und ruck zuck ist man nicht mehr Fahrtüchtig.

Mein neuer Braukessel für die kleineren Mengen

Den größten Teil meiner Sude braue ich nach wie vor in der „Einkocherklasse“, also mit einem Einkocher als Braukessel und einem für den Nachguss. Damit bekomme ich eine Ausschlagmenge zwischen 21 und 24 Liter bei einem Brauvorgang zustande. Bisher verwende ich dafür zwei Einkocher von Weck mit je 2000W und einer Entsafterstufe die dauernd auf voller Leistung kocht. Jedoch hat sich im Sudkessel in die Emaille schon etwas Verfärbung eingebrannt so dass er Unansehnlich ausschaut. Sauber ist er zwar, aber die Optik ist doch nicht die Beste. Somit habe ich sofort zugeschlagen als ich neulich bei Ebay den Einkocher von Silva gesehen habe.

Der Behälter ist aus VA, auch der Boden ist geschlossen. Für das Kochen steht hier eine satte Leistung von 2500 Watt zur Verfügung, was immerhin mehr ist als bei meinen bisherigen Einkochern. Das Blech ist zwar ziemlich dünn, aber das sollte kein Problem sein. Für das Rührwerk werde ich einen VA Topfdeckel umbauen. Ob ich den Hahn durch einen VA-Kugelhahn ersetze muss sich nach dem ersten Sud herausstellen. Die Angabe von 30l Fassungsvermögen halte ich für nicht realistisch, da bis zum Max-Stand höchstens 25 Liter hineingehen, lässt man den aus den Augen dann sind es auch nur 27 Liter. Spielt aber keine Rolle, für meine kleinen Sude ist das ausreichend. Das Teil muss spätestens in KW22 fertig sein, da ich hier für ein Fest mehrere Sude brauen muss. Wahrscheinlich werde ich ihn auch noch außen mit einer Thermo-matte isolieren um ein schnelleres Koch zu ermöglichen. Ich werde von meinen Erfahrungen an dieser Stelle Berichten.

Mittlerweile habe ich ihn einmal getestet. Die Aufheizrate ist super, zirka eine Stunde von 10°C auf 90°C mit 27l Wasser. Die Bauteile für das Rührwerk sind auch schon fast alle da, also kann ich demnächst mit dem Bauen  anfangen.