Winklerbräu Lengenfeld Kupfer Spezial

Neulich habe ich in einem Getränkemarkt eine Flasche Kupfer Spezial der Winklerbräu aus Lengenfeld gefunden. Ich kenne die Brauerei schon länger als Rast an der A3 von Regensburg her. Das Bier dort ist mir noch in guter Erinnerung geblieben genau wie das gute Essen, nur nicht das Kupfer Spezial. Wie immer hilft hier ein Blick auf die Homepage weiter: Zitat:

„Stammwürze: 13,6%, Alkoholgehalt: 5,4% vol.

Ein Gesamtkunstwerk: kastanienbraun, glanzfein; behaubt durch einen charmant-cremefarbenen und festen Schaum.

Der Odeur besteht aus Nuss- sowie Röstaromen und gedörrten Zwetschgen. Ein Hauch Vollmilchschokolade bestimmt die Kopfnote. Man könnte vielleicht an noch ofenwarmes Laugengebäck denken.

Der Antrunk wirkt hochherzig: Vollmundig, weich, rund, fast schon cremig; durchzogen von einer sublimen Perlage. Bei so viel Sinnenfreude schmeckt man gerne noch einmal hin. Und noch einmal: Selbst der Ausklang hält noch etwas Neues, Ungeschmecktes bereit – zum Beispiel Datteln und Schokolade …“

Soweit der Werbetexter der Brauerei, nun zu meinem Test. Nach dem Öffnen hat man einen feinen Geruch nach geröstetem Getreide in der Nase. Der erste Schluck bestätigt diesen Eindruck. Es kommt keine Süße durch, auch der Hopfen ist merklich, hält sich aber zurück. Im Nachklang bleibt das Röstaroma auf der Zunge, hier schmeckt man den Hopfen deutlicher. Das ist ein wirklich gutes Dunkles, nicht zu Süß mit allem was für ein Dunkles an Geschmack gehört. Wenn es mir wieder über den Weg läuft werde ich es wieder kaufen. Oder ich mach mal wieder an der A3 eine Rast in Lengenfeld.

Mein selbstgebrautes Altbier

Gestern habe ich mein selbst gebrautes Altbier in Flaschen abgefüllt. Meinen GDA (Gegendruckabfüller) werde ich bei Gelegenheit auch mal vorstellen. Es schmeckt wirklich gut, schön Malzig ohne Süß zu sein. Der fruchtige Geruch kommt wahrscheinlich von der Hefe, einer Bulldog B44 European Ale, die ich mir von Brouwland schicken lassen habe. Der Schaum ist gut, aber er hält nicht lange.

Die Farbe gefällt mir auch gut. Im Antrunk kommt das Malzige etwas hervor, der Hopfen hält sich dezent im Hintergrund. Dabei sind 49 IBU schon eine Hausnummer. Das Merkt man im Abgang recht heftig. Klar will ich euch das Rezept nicht vorenthalten. Gebraut habe ich mit dem Einkocher was eine Ausschlagmenge zwischen 22 und 24l ergibt.

Ich habe 100% Osmosewasser zum Brauen verwendet und es mit etwas Braugips aufgesalzen. Die Schüttung besteht aus 4,3kg Pilsner Malz, 300g Karamalz Rot (Dunkles war ausgegangen), 400g Melanoidinmalz, 100g Kara Aroma und 50g Farbmalz.

Eingemaischt habe ich bei 63°C, dann die Rast bei dieser Temperatur 60 Minuten gehalten. Anschließend habe ich noch bei 72°C Verzuckerungsrast für 20 Minuten eingehalten. Anschließend auf 78°C aufgeheizt und in den Läuterbottich umgeschöpft.

Gekocht habe ich dann 60 Minuten. Nach 10 Minuten habe ich als erste Hopfengabe 25g Magnum mit 12,7% α gegeben. Eigentlich war in meinem Rezept Herkules angegeben, aber den hatte ich nicht mehr da. Die nächsten Hopfengaben nach 40 und 50 Minuten waren jeweils 28g Kazbeck mit 5% α den ich auf der letzten Brau bekommen habe. In meinem Rezept war nur Aromahopfen angegeben, also war es für mich die Gelegenheit den Hopfen zu testen.

Nach dem Kochen, Hopfenseihen und Herunterkühlen auf 22°C habe ich eine Stammwürze von 12,8% Brix, also 12,3° Plato mit dem Refraktometer ermittelt. Angestellt habe ich den Sud mit eine Päckchen Trockenhefe Bulldog B44 European Ale im Kühlschrank bei 16°C.

Nach 6 Tagen habe ich dann unter Zugabe von 150g Haushaltszucker in ein Keg geschlaucht. Ich mach das eigentlich in letzter Zeit mehr nach Gefühl, lieber etwas weniger. Im Bedarfsfall kann ich ja mit CO2 noch nachkarbonisieren. Wer es genau ausrechnen will dem empfehle ich den Spundungsrechner bei MaischeMalzund mehr. Mit dem Refraktometer habe ich ich 7,2% Brix gemessen das laut Rechner von MMuM folgende Werte ergibt.

Scheinbarer Restextrakt: 3.5°Plato
Tatsächlicher Restextrakt: 5.1%
Scheinbarer Endvergärungs­grad: 72%
Alkoholgehalt: 3.8 Gew.% bzw. 4.8 Vol.%
Bei berechneten 4,9% Alkohol eine Punktlandung. Ich habe dann das Keg noch eine Woche im Kühlschrank bei 16°C nachgären lassen, dann bei einem gemessenen Spundungsdruck von 1 Bar zur Kaltreifung bei 1,5°C in die temperaturgeregelte Gefriertruhe gestellt.
Bekannte die es probiert haben sagen zwar, das wäre kein Alt. Ist ja auch egal, Hauptsache ein echt gutes Bier ist daraus geworden.