König Ludwig Hell

Neulich bekam ich bei einem Besuch bei meinem Getränkehändler eine Flasche „König Ludwig Hell“ der Schlossbrauerei Kaltenburg in die Hände. Neigierig wie ich nun mal bin musste ich es natürlich kaufen. Zur Zeit ist ja das Helle in aller Munde, jeder schwört auf sein „-er“ Bier in der Euroflasche. Im Gegensatz dazu kommt das König Ludwig Helle in der schlanken NRW-Flasche daher. Soweit kein Problem, nur eines hat mich auf dem Etikett gestört: Nicht die 5,1% Alkohol, ein Typischer Wert für diesen Biertyp sondern die Angabe dass hier Hopfenextrakt verwendet wird. Im Prinzip kein Problem, doch ob die komplexen Geschmacksstoffe aus dem Hopfen in dieser Grünen, Honigartigen Paste noch alle drin sind? Ich bin mir da nicht sicher.  Auf der Homepage ist es so beschrieben:

“ Hopfen, der jährlich aus hunderten Mustern erntefrischer Partien qualitativ hochwertigster Sorten aus anerkannt besten Provenienzen mittels Handbonitierung und ausgefeilten Analyseverfahren so zusammengestellt wird, dass er den Profilansprüchen für das König Ludwig Hell entspricht. (Um diese erntefrische Qualität über das Jahr zu halten werden diese ausgesuchten Partien unmittelbar nach der Auswahl mit reinstem CO2 oder Alkohol extrahiert)“

Ok, klingt also Logisch. Nun mal zum Test:

Die Farbe gefällt mir schon mal, nicht so Strohell wie bei manchen anderen. Es riecht etwas Malzig, wenig nach Hopfen. Der Antrunk ist Herb-Süsslich, was aber schnell vergeht. Dann kommt der Hopfen mehr in den Vordergrund, der noch länger auf der Zunge bleibt. Für mich ein sehr trinkbares Helles.

Mein selbstgebrautes Kellerbier

Als ich die Gelegenheit hatte mich einer Sammelbestellung bei der Hefebank in Weihenstephan anzuschließen bekam ich eine Portion der W66/70. Auf der Homepage der Hefebank steht folgendes zu lesen:

„Die W 66  produziert sehr feine, schlanke, milde und leicht blumige Biere. Malz und Hopfenaromen kommen gut zur Geltung. Wird die Hefe rechtzeitig vor und während der Nachgärung ausreichend entfernt, ist keine Autolyse zu befürchten. Warme Nachgärung ist nicht empfehlenswert.“

Was soll ich also damit brauen war die Frage. Ich habe mich dann für ein Kellerbier entschieden das ich schon öfter in dieser Form gebraut habe:

Einmaischen bei 55°C, Schüttung 3kg Pilsner Malz, 1kg Pale Ale und 1 kg Weizenmalz Hell.

10 Minuten Eiweisrast bei 55°C

40 Minuten Maltoserast bei 64°C

35 Minuten Verzuckerungsrast bei 72°C

Dann aufheizen auf 78°C und in den Läuterbottich. Nach dem Läutern habe ich den Sud 90 Minuten gekocht.

Erste Hopfengabe 10 Minuten nach Kochanfang mit 32g Perle mit 5% Alpha

Zweite Hopfengabe nach 80 Minuten mit 9g Tettnanger mit 3,2% Alpha, 7g Perle, 13g Hallertauer Mittelfrüher mit 3,2% Alpha. Ich gebe ja zu dass die zweite Hopfengabe eine Art Resteverwertung war, aber ich lass nun mal nicht gerne Tüten mit 10 bis 20g Hopfen rumliegen.

Nach dem Hopfenseihen habe ich mit dem Wärmetauscher auf 17°C heruntergekühlt und den Rest dann in der Gefriertruhe auf 8°C weiter gekühlt. Nach 5 Stunden hab ich die Hefe W66/70 zugegeben.

Die erste Gärung hat so 5 Tage gedauert, dann habe ich entschlossen den Sud grün in ein KEG zu schlauchen. Das Spundungsgerät habe ich bei 2Bar eingestellt. Ich wollte nicht riskieren dass alles CO2 verschwindet. Nach einer weiteren Woche habe ich dann die Gefriertruhe auf 3°C eingestellt zur Kaltreifung.

Was ist daraus geworden:

Also die Farbe ist ok, genau so wie ich es wollte. Der Schaum steht wie eine Eins. Es hat wenig Geruch, was aber für mich ok ist. Der Antrunk ist ziemlich Malzig, aber nach kurzer Zeit kommt der Hopfen in Spiel. Ganz leicht sind auch etwas Fruchtester zu ahnen, aber sehr dezent. Im Nachhall kommt der Hopfen dann stärker durch, für ein Kellerbier ist eine Bitterung von 22IBU nicht zu Mild. Der Alkoholgehlt sollte so um die 5,3% liegen, also kein Dünnbier. Mein Fazit: die Hefe eignet sich vorzüglich für diese Art von Bier. Das nächste Mal sollte ich jedoch das Spundgerät liebr auf 1Bar einstellen, wenn Nötig dann mit CO2 nachkarbonisieren.