Mein selbstgebrautes Dry Stout

Da ich gerne ab und zu ein Guiness trinke wollt ich mal was in der Richtung selbst brauen. Es ist dann doch was etwas anderes herausgekommen, aber nicht zum Nachteil. Mir schmeckt es sehr gut, schön dunkel, nicht brenzlig nach Röstgerste. Aber hier mal das Rezept im Einzelnen:

Das Brauwasser habe ich aus Osmosewasser und Leitungswasser gemischt und mit 5ml Milchsäure nachjustiert, um bei unserem harten Wasser auch mit mehr Hopfen brauen zu können. Die Schüttung bestand für meine Anlage aus:

2300g Münchner Malz
1000g Pilsner Malz
500g Gerstenflocken
300g Haferflocken, kernig
300g Kara Hell
200g Karamalz Aroma
Separat geschrotet 300g Röstgerste

Das Ganze ohne die Röstgerste habe ich bei 67°C eingemaischt und diese Temperatur für 70 Minuten gehalten. Nach 60 Minuten hab dann die Röstgerste zugegeben. Das hat den Grund das sonst ein etwas „Brenzliger“ Geschmack entsteht. Danach hab ich die Maische auf 78°C erhitzt und dann in meinen Läuterbottich umgeschöpft.

Die erste Hopfung habe ich mit 20g „Falconers Flight“ (11,3%α) in der Vorderwürze vorgenommen. Die Kochzeit betrug 90 Minuten. Die weiteren Hopfengaben:
30g Williamette (4,5%α) nach 10 Minuten Kochzeit
35g Styrian Golding (4%α) nach 80 Minuten.
Ich gebe ja zu dass das eine etwas ungewöhnliche Auswahl der Hopfen ist, aber diese Reste aus dem Gefrierfach waren dem Aromaprofil das ich erreichen wollte ziemlich nahe.

Nach dem Anstellen mit Safale S04 kam es relativ schnell zu einer heftigen Gärung. Da das Päckchen mit der Trockenhefe schon relativ lange über dem Mhd war habe ich es am Vortag mit einem Starter aus Trockenmalzextrakt auf dem Magnetrührer herangeführt. Am Brautag hat die Hefe den Starter richtig durch gegoren, der Geruch war ok, also sprach nichts gegen die Verwendung.

Die Daten : 13% Stammwürze, 5,1% Alkohol, bitterung 30IBU

Meine Verkostung 30 Tage nach dem Brauen ergab folgendes:
Optik: Schaum bleibt relativ lange, hier haben die Haferflocken ihren Job erledigt.
Geruch: Malzig mit leichten Kaffeenoten.
Antrunk: Angenehmes Mundgefühl mit dem Schaum, etwas Röstig nach den dunklen Malzen, bald merkt mann auch den Hopfen.
Nachtrunk: Hier dominiert dann mehr der Hopfen, es ist nichts von einer Restsüße zu merken.

Für mich ein gutes Stout, so wie ich es erwartet habe. Trotz der kurzen Reifezeit schon gut zu trinken.