Vierkornweiße aus eigener Brauerei

Neulich habe ich mal Inventur gemacht welche Rohstoffe ich noch so da habe und wie es mit dem Alter ausschaut. Dabei sind mir wieder meine vielen Tüten Trockenhefe in die Hände gekommen, die ich kurz nach Beginn meines Hobbys gekauft habe. Die meisten schon mehr als ein Jahr übers MHD. Da sie die ganze Zeit im Kühlschrank gelagert waren wollte ich sie nicht so einfach wegwerfen, also suche ich mir für jede Hefe mein Rezept. Das hier ist zur Verwertung der Mangrove Jack`s M20 Bavarian Wheat entstanden.

Eine gängige Meinung unter Hobbybrauern ist ja, dass es keine echte Weizenhefe unter den Trockenhefen gibt. So habe ich bisher entweder mit gestripter Hefe von Kaufweizen oder mit der Hefe Zymoferm Flüssighefe TYP WEIHENSTEPHAN-W68 gearbeitet. Wobei ich mit der Zymoferm und der Anleitung im Braumagazin meine besten Ergebnisse hatte. Doch weiter von der M20. Natürlich konnte ich nicht davon ausgehen dass sie nach 2 Jahren über dem MHD noch klappt. Also habe ich die Hefe mit einem halben Liter Karamalz einen Tag vor dem Termin auf den Magnetrührer gestellt. Und siehe da, am nächsten Tag roch es nicht mehr süßlich nach dem Malzgetränk sondern deutlich nach Hefe. Somit ist klar, hier ist noch Leben. Meine Reservehefe wird sich noch etwas gedulden müssen.

Am Brautag habe ich das Brauwasser aus 30% Osmosewaser und 70% Leitungswasser angemischt. Mit 10ml Milchsäure habe ich dann etwas nachgeholfen gegen mein extra hartes Leitungswasser. Die Schüttung besteht aus:
2000g Pale Ale Malz
1400g Weizenmalz
600g Dinkelmalz
600g Roggenmalz
300g Karamalz Hell
wobei ich die 600g Roggenmalz separat geschrotet habe.

Als mein Einkocher auf 39°C war habe ich das Roggenmalz eingemaischt und für 25 Minuten bei dieser Temperatur gerastet.
Dann habe ich die restliche Schüttung eingemaischt und auf 55°C aufgeheizt. Hier habe ich 10 Minuten Eiweißrast gehalten. Die nächsten Rasten waren 40 Minuten bei 63°C und 20 Minuten bei 72°C. Vor dem Läutern habe ich noch 5 Minuten Rast bei 78°C gehalten. Dass die Jodprobe keine Probleme machte ist fast selbstverständlich.

Die Kochzeit hat 70 Minuten betragen, wobei die erste Hopfengabe 20g Spalter mit 4,8%α nach 10 Minute kochzeit hinzugegeben wurde, die zweite mit 18g Williamette mit 4,5%α nach 60 Minuten. Die ungewöhnliche Hopfengabe liegt einfach daran, dass ich hier genau zwei Reste dieser Hopfen hatte die ich weg haben wollte.

Alles in allem ist ein ein gut Trinkbares Bier geworden. Es hat eine schöne Farbe, etwas rötlich vom Roggen, riecht ziemlich Weizentypisch nach Hefe und etwas fruchtig. Im Antrunk merkt man getreidige Noten, auch etwas überreife Banane mit einem leicht pfeffrigen Abgang. Nachdem ich es einmal ziemlich Kalt und dann bei Zimmertemperatur probiert habe schmeckt es mir immer besser. Eine gute Art der Resteverwertung. Die restlichen Daten aus meinem Etikett:

 

 

 

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