Eine Art „Zoigl“ nach einem Rezept gemacht aus einem Filmbericht aus Windischeschenbach

Hin und wieder fahre ich gerne mit dem Zug nach Windischeschenbach und gehe dann in eine Zoiglstube dort oder nach Neuhaus gleich nebenan. Infos zur Zoiglkultur findet ihr unter Zoiglbier.de. Deshalb würde ich mir nie anmaßen mein Bier „Zoigl“ zu nennen. Was ich davon halte habe ich schon in meinem Bericht „Noch eine Bierprobe“ zum Ausdruck gebracht.

Mein Rezept beruht auf einem Bericht über das Brauen in Windischeschenbach, den ich nur sehr kurze Zeit auf Youtube gefunden hatte. Wahrscheinlich ist es da jemanden aufgefallen, dass hier sehr viele Details über Zeiten und Temperaturen verraten wurden. Ich hab mir das Aufgeschrieben und für meine Anlage umgewandelt.

Da es sich um die klassische Dreimaischmethode handelte habe ich alle Rasten in meiner isolierten Läuterbox gefahren. Für die Schüttung habe ich bei einer Ausschlagmenge von zirka 24l 2,4kg Pilsner Malz, 2,4kg Wiener Malz und 300g Karamalz hell verwendet.

Das Wasser habe ich mit 70% Osmose und 30% Leitungswasser ziemlich weich eingestellt. Als ersten Schritt habe ich 20l Wasser auf 34°C aufgeheizt und in der Läuterbox vorgelegt. Dann habe ich das geschrotete Malz sorgfältig untergerührt so dass keine Nester mit Klumpen entstehen.

Nach 10 Minuten Rast habe ich 6l Dickmaische entnommen und zum Kochen gebracht. Dies habe ich dann wieder zugebrüht und bin auf eine Temperatur von 53°C gekommen. Zur Sicherheit habe ich immer noch kaltes Wasser und einen Wasserkocher dabei, um die Temperatur einzustellen falls ich mich bei den Mengen verrechnet habe. Bei 53°C wird dann 60 Minuten Rast gehalten.

Als dies Rast dann um war habe ich 3,5l Dickmaische entnommen und diese zum Kochen gebracht. Für das Kochen habe ich meine Induktionsplatte und einen 10l Topf verwendet. Durch das Rüchbrühen ist die Maische dann auf 63°C gekommen. Hier wurde auch noch einmal 45 Minuten Rast gehalten. Das selbe Spiel mit wieder 3,5l Dickmaische auf 68°C, hier dann 20 Minuten gerastet.

Dann wurden noch einmal 3l Dickmaische entnommen und gekocht, bei Zurückbrühen ergab sich eine Temperatur von 72°C. Hier wurde dann für 20 Minuten Rast gehalten. Ohne Läuterruhe konnte ich dann Abläutern.

Beim 90 Minütigen Kochen wurde die erste Hopfengabe 20g Perle Pelets mit 9,6%∝ nach 20 Minuten gegeben, die zweite Hopfengabe mit 20g Spalter Select Doldenhopfen mit 4,8%∝. Nach dem Hofenseihen und Kühlen habe ich einen Wert von 12,8% Brix gemessen. Nach Berechnung sollte das Bier 26IBU Bittere und 5,0% Alkohol haben. Angestellt wurde mit Saflager S189 aus 2. Führung.

Nach einer Woche in der ersten Gärung bei 10°C in der geregelten Gefriertruhe habe ich es in ein KEG mit 140g Zucker geschlaucht zur Carbonisierung. Schon der Probeschluck nach der ersten Gärung hat geschmeckt. Das fertige Bier hat jetzt einen Messwert von 5,6% Brix was nach dem Tool der Müggelland Brauerei eine scheinbare Vergärung von 84%, einen tatsächlichen Restextrakt von  3,9°P und einen Alkoholgehalt von 5,6% Alkohol entspricht.

Das Bier schmeckt mir und auch denjenigen, die es probiert haben, sehr gut. Der Aufwand hat sich nach meiner Meinung gelohnt.

Das Bier hat einen schönen Schaum, ist auch sehr Schaumstabil. Die leicht rötliche Farbe kommt vom Wiener Malz. Der Geruch ist wenig wahrnehmbar, der Antrunk bringt das kernig-malzige und den Hopfen zur Geltung. Im Nachtrunk hält sich noch der Malzeindruck mit dem Hopfen auf der Zunge. Ein gut trinkbares Bier.