2020, ein Jahr zum Vergessen, Brautechnisch gesehen

Mir ist es dieses Jahr gegangen wie so vielen. Zum Jahreswechsel macht man Pläne, was man in diesem Jahr machen will, welche Biere man brauen will, welche Hobbybrauertreffen dieses Jahr besucht werden. Dann kam Corona! Meine Japanreise hätte 14 Tage später nicht mehr stattgefunden, obwohl ich dort die Gefahr, außer im Flugzeug, für sehr gering eingeschätzt habe. Dort hatten schon alle Menschen diese Alltagsmasken getragen, in jedem Geschäft war Desinfektionsmittel am Eingang, also wie jetzt bei uns.

Mein geplantes Brauereifest am 1. August habe ich schon im April abgesagt, da mir eine Veranstaltung mit mehr als 100 Leuten etwas zu Riskant erschienen ist. Irgend wie hatte ich keine Lust als Coronahotspott in der Tageszeitung zu erscheinen. Schade, da die Planung schon weit fortgeschritten war. Meine Nichte hat mich schon Weihnachten gefragt welches Motto ich dieses Jahr nehmen will. Ich habe es zwar gewusst, aber verraten werde ich es hier nicht, da ich es nächstes Jahr recyceln will. Den Klowagen habe ich mir für nächstes Jahr schon mal Reserviert.

Leider bin ich dieses Jahr wegen der  Belastung auf meiner Arbeit (meistens von Montag bis Freitag Unterwegs) wenig zum Brauen gekommen. Angefangen hat es mit einer Vierkornweissen. Im Anschluss, ich habe gemeint das wäre mal Witzig, habe ich eine Coronaclone gebraut. Das Rezept habe ich mal auf einer Amerikanischen Rezeptsammlung gefunden. Motto: besser Corona trinken als Corona kriegen.

Dann ein Weizen das ich mit einer gestrippten Hefe aus 2 Flaschen Gambrinusweizen der Brauerei Dorn in Bruckberg angestellt habe. Der erste Versuch mit gestrippter Hefe hat besser geklappt als Gedacht. Zwei Flaschen Weizen ganz Vorsichtig in das Glas leeren, den Bodensatz mit etwas Karamalz aus dem Getränkeshop ausspülen uns auf dem Magnetrührer zwei Tage heranziehen. Nach dem ersten Tag die zirka 100ml mit dem Rest der 0,7l  Flasche Karamalz anfüttern. Das Ergebnis hat am dritten Tag nach Hefe gerochen und war voll in Gärung. Die Hefe ist 24 Std nach dem Anstellen in voller Gärung gewesen.

Ein paar Wochen später hab ich mich mal wieder an ein „Zoigl“ mit Dekoktion gemacht. Ist zwar aufwändig, aber der Geschmack gibt mir recht. Standart ist auch wieder mein Red Irish, musste sein. Mit zwei weiteren Weizen, einem dunklen Weizen und einem roten Weizen bin ich jetzt so weit, dass ich beim nächsten Sud den Zoll informieren muss, da ich hier die Freimenge überschreite. Habe ich zwar nicht Vermutet, aber da ich bei vielen Bekannten das Geburtstagsgeschenk durch ein paar Flaschen Eigenbräu ersetzt habe ist mein Vorrat zur Zeit sehr weit gesunken. Also muss ich im November, wenn ich wieder Urlaub habe, den Sudkessel nochmal anwerfen.

Geplant habe ich noch ein Pumpkinale, also ein klassisches Kürbisbier mit Zimt uns Nelken zu Weihnachten. Auch ein Roggenbier habe ich mir vorgenommen, das Rezept habe ich schon erstellt. Mittlerweile habe ich mich an den neuen Rezeptkalkulator der Müggellandbrauerei gewöhnt und finde es gut, dass ich meine Rezepte und Konfiguration dort speichern kann nach Anmeldung. Wenn das Bier dann gelungen ist, ist eine Veröffentlichung auch möglich.

Für das nächste Jahr habe ich noch nicht viele Pläne gemacht, es kann niemand sagen wie es wird. Also werde ich mich Überraschen lassen und je nach Situation reagieren.

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