Bier nach Art eines Kölsch, Wiesbier

Ich weiß nicht warum, aber ab und zu trinke ich ein Kölsch gerne. Nun werden manche sagen, da ist ein Bier mit wenig Geschmack, erinnert eher an Farbwasser. Doch um mal ein erfrischendes, unkompliziertes Bier zu trinken ist das für mich das Richtige. Also habe ich wieder mal selbst eines Gebraut.

Als Schüttung habe ich Gewählt:
2800g Pilsner Malz
1200g Wiener Malz
600g Weizenmal Hell
400g Karamalz Hell

Der Maischverlauf ist einfach: bei 55°C einmaischen, dann 10 Minuten Rast. Kombiast bei 66°C für 70 Minuten, dann zum besseren Läutern auf 78°C Heizen und bei Jodnormal in den Läuterbottich.

Der Sud wird 90 Minuten gekocht, wobei ich nach 10 Minuten die erste Hofengabe mit 30g Hallertauer Perle mit 7,3%α  und nach 80 Minuten eine Aromahopfengabe mit 25g Tettnanger mit 3,4%α hinzugegeben habe.

Vergoren habe ich mit Zymoferm Z032 Flüssighefe, da sie bisher das beste Ergebnis für diesen Bierstiel ergeben hat. Berechnet habe ich die Stammwürze mit 12,2°P, Farbe 11EBC, wird bei mir immer etwas dunkler, Bittere fast 30IBU, Alkoholgehalt so um die 5%.

Nach der ersten Gärung bei so 15°C habe ich das Jungbier mit 150g Zucker zur zweiten Gärung in ein KEG geschlaucht, dieses noch 5 Tage bei 15°C gären lassen, dann in die geregelte Gefriertruhe und bei 1,5°C 2 Wochen reifen lassen.

Das Rezept ist auch bei der Müggellandbrauerei unter https://braureka.de/rezepte/rezeptdetails/?id=28396 veröffentlicht.

Zum Geschmack des Bieres hier mal die 2015 STYLE GUIDELINES aus dem BEER JUDGE CERTIFICATION PROGRAM:

5B. Kölsch
Gesamteindruck: Ein sauberes, knackiges und fein ausbalanciertes Bier,
normalerweise mit einem sehr subtilen Frucht- und Hopfencharakter. Gedämpfte Malzigkeit führt durchweg zu einer angenehm guten
und erfrischender Abgang.  Die Frische macht einen großen Unterschied bei
diesem Bier, da der zarte Charakter mit dem Alter schnell verblassen kann.
Im Glas ist eine brillante Klarheit charakteristisch.

Aroma: Niedriges bis sehr niedriges Malzaroma mit körnig-süßem Geschmack.
Ein angenehmes, subtiles Fruchtaroma aus der Gärung (Apfel, Kirsche oder Birne) ist akzeptabel, aber nicht immer vorhanden. Ein Schwaches, blumiges, würziges oder pflanzliches Hopfenaroma ist optional, aber nicht ausschlaggebend für den Stil. Einige Hefestämme können einen leichte Weinigen oder Schwefelgeschmack ergeben. Insgesamt ist die Intensität der Aromaten ziemlich subtil, aber im Allgemeinen ausgewogen, sauber und frisch.

Aussehen: Sehr blasses Gelb bis helles Gold. Sehr deutliche Klarheit
(Authentische kommerzielle Versionen werden brillant gefiltert
Klarheit), bei Hausbrauervarianten kann eine leicht Trübung hingenommen werden. Hat einen zarten weißen Schaum, der möglicherweise nicht bestehen bleibt.

Geschmack: Weicher, runder Gaumen mit einem feinem Geschmack im
Gleichgewicht zwischen weichem und dennoch abgeschwächtem Malz, ein fast
unmerkliche fruchtige Süße aus der Gärung und einer mittleren bis mäßigen Bitterkeit mit zarter Trockenheit und leichter Getreidenote im Abgang (aber kein scharfer Nachgeschmack). Die Malzigkeit geht in die getreidig-süßliche Richtung, möglicherweise mit ganz leichten brotigen oder honigartigen Noten. Der Hopfengeschmack kann unterschiedlich von gering bis mäßig stark sein, wobei meist die Intensität mittel-gering bis mittel ist und einen blumigen, würzigen oder kräutrigen Charakter hat. Kann im Antrunk einen malzig-süßen Eindruck machen, der aber nicht erforderlich ist. Keine spürbare Restsüße. Kann einen leicht weinigen, mineralischen oder schwefligen Ton haben, der die Trockenheit und Ausgewogenheit des Geschmacks betont. Ein leichter Weizengeschmack ist selten, aber kein Fehler. Sonst sehr rein.

Geruch: (Aus der Beschreibung der Müggellandbrauerei) Wenig bis sehr wenig Malzaroma mit getreidig-süßem Charakter. Ein angenehmes feines Fruchtaroma aus der Gärung (Apfel, Kirsche oder Birne) ist akzeptabel, aber nicht immer vorhanden. Ein geringes würziges, kräueriges oder blumiges Hopfenaroma ist nur optional, aber stilgerecht. Einige Hefestämme erzeugen einen weinigen oder schwefligen Charakter (diese Eigenschaft ist auch nur optional, aber kein Fehler). Insgesamt ist die Intensität der Aromen recht schwach, aber generell gut ausbalanciert, rein und frisch.

Mundgefühl: Leichter bis mittlerer Körper mit mittlerer bis leicht erhöhter Karbonatisierung. Meistens gut Ausgegoren.

Anmerkungen: Jede Kölner Brauerei stellt ein anderes Bier her und jeder interpretiert die Kölsch Konvention leicht anders. Berücksichtigen Sie eine Reihe von Variationen innerhalb des Stils, wenn sie es beurteilen. Beachten Sie, dass trockenere Versionen hopfiger oder herber erscheinen können als die IBU-Spezifikationen vermuten lassen. Wegen seines delikates Geschmacksprofil, neigt Kölsch dazu, ein relativ kurze Haltbarkeit zu haben. ältere Beispiele und Importe können leicht einige Oxidationsfehler zeigen.  Serviert wird in Köln in einem hohen, schmalen 200ml Glas, der so genannt Stange.

Nach dieser Beschreibung will ich mal mein selbstgebrautes Testen. Eigentlich ist es ein Wiesbier, die Bezeichnung für unfiltriertes Kölsch. Der Begriff kommt nicht von der Wiese sondern ist die alte Bezeichnung für Weißbier.

Die Farbe passt schon mal, ein dunkles Gold. Feinperlig mit nicht sehr stabilem Schaum. Der Geruch ist leicht Fruchtig mit feiner Hopfennote, allgemein schwach. Der Antrunk ist nicht sehr Intensiv, der Hopfen schmeckt auf der Zunge mit einer leichten Malznote. Im Abklang ist der Hopfen und eine feine Getreidigkeit zu schmecken. Das Bier hat keine Fehltöne, ein gut trinkbares Wiesbier (Politisch Korrekt).

 

Ein Gedanke zu „Bier nach Art eines Kölsch, Wiesbier“

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