Verkostung der Kiste mit Belgischen Ales von Lidl

Als ich am Montag Abend im Lidl war hatte ich wenig Hoffnung noch die Sonderpackungen Belgische- und Englische Ales zu kriegen. Doch scheinbar waren nicht viele an diesen Bieren Interessiert, obwohl die seit zwei Wochen durch die Hobbybrauerszene Geistern.

Also habe ich mir beide Kartons mitgenommen. Heute probiere ich mal die Belgischen Biere, für Vatertag eine angemessene Aufgabe. Zur Verkostung habe ich mir extra meine Spiegelau Craftbier Gläser geholt,  passen zwar nicht 100%, sind aber das Beste was ich zum Verkosten habe.

Anfangen will ich mit dem Harmlosesten, den Belgischen Double von Bornem. Auf dem Etikett ist zu lesen dass es sich um ein Abteibier mit Nachgärung handelt. Die Farbe wird als Dunkelbraun bezeichnet, der Geschmack soll an Getreide erinnern.

Das Bier ha 7,2% Alkohol, ist somit das Schwächste im Karton. Die Nachgärung ist eine Flaschengärung, wahrscheinlich unter Zusatz von Zucker. Die Zutatenliste ist für Deutsche etwas ungewöhnlich: Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Reis, Hopfen und Hefe. Der Schaum steht nach dem Einschenken ganz schön, der Geruch ist ziemlich fruchtig.

Die Farbe ist ziemlich dunkel. Der Antrunk ist sehr Malzig, etwas schwer, Bockbierartig nur langsam schiebt sich der Hopfen ins Gedächtnis. Im Abgang Fruchtig mit Hopfennoten. Hier bleibt wenig Restsüße auf der Zunge. Im Ganzen ein Bier das auch dem Deutschen Biertrinker nicht zu viel Abverlangt.

Das Nächste getestete Bier ist das Piraat Bier. Es ist mit einem Alkoholgehalt von 10,5% ziemlich stark. Piraat ist ein komplexes würzigsüßes Starkbier auf Wikinger Art und ein forsches blondes Degustations-Ale der Superlative mit reichlich Malzwucht, Hopfenpower und Alkoholwärme.

Hier mal was aus dem Netz: Goldbronze mit sich hoch auftürmender weißer Schaumkrone  überwältigt dieses obergärige Bier durch einen komplexen Duft in der Nase getrieben von schweren alkoholischen Fruchtestern: zuerst frisch nach Orangenschale, dazu würzig-süßbitter nach Anis mit süßer Minze und Hopfen. Dazu kommen leicht buttrige (Butterscotch) und unterschwellige fruchtige Aromen nach Aprikose und Pfirsich, die von einer selbstbewussten Alkoholnote nach Jenever ankündigt werden. Ok, für so eine Beschreibung muss ich noch an mir Arbeiten.

Für mich ist der Geruch Fruchtig mit leichter Hopfennote nach Gras. Die Schaumstapilität ist nicht so gut. Der Antrunk ist Angenehm mild, fast Süßlich. etwas Malzig, der Alkoholgehalt lässt sich ahnen. Der Nachtrunk ist am Anfang etwas fade, doch dann kommt der Hopfendurch. Ein gut trinkbares Bier wenn man die Stärke verträgt.

Das nächste Bier im Test ist das „Gulden Draak Classic“, ein Strong Dark Ale das aus der Geschichte hervorgegangen ist dass in Belgien seit 1919 keine spirituosen mehr ausgeschenkt werden durften. Also wurde dieses Starkbier entwickelt.

Diese beschreibung habe ich im WW gefunden: im Antrunk ist das Bier erst satt malzig von Karamell und Toffee, die sich mit vollmundigen Aromen reifer Fruchtnoten von Kirsche, Waldbeere und Pflaume vereinigen. Zarte würzige Aromen runden das Geschmacksbouquet ab. Der Abgang zeigt sich dann zart bitter von Schokolade, während der starke Alkohol einen von Anfang gut durchwärmt. Wie gesagt, solche Beschreibungen kriege ich noch nicht hin.

Das Bier ist ziemlich dunkel, kann auch dunkelrot sein. Mit 10,5% Alkohol ist es ganz schön Stark. Der Geruch ist nicht sehr stark, Antrunk etwas süßlich, Malzig, etwas Alkoholisch, der Hopfen kommt wenig durch. Im Nachtrunk bleibt die Bittere von Alkohol und Hopfen länger im Gaumen. Das Bier ist für meinen Fränkischen Gaumen etwas Gewöhnungsbedürftig. Ich hab das schon mal mit einem sehr reifen Edelschimmelkäse probiert, da passt es ausgezeichnet.

Das nächste Bier ist das Tripel von Bornem. Aus dem Netz: Ein schönes Tripel, das so süffig-süß ist, dass man den Alkoholghalt erst am nächsten Morgen spürt.
Ein gefälliger schwerer Malzkörper mit leichten Koriandernoten und viel Karamell. Die Balance zwischen süßen Noten und der merklichen Hopfenbittere macht den besonderen Geschmack aus.

Mit 9% Alkohol ist es das zweitschwächste Bier in dem Karton. Die Zutatenliste ist wie beim Double: Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Reis, Hopfen und Hefe. Beim Einschenken kommt der Typische Geruch vieler obergäriger Biere nach fruchtigen Estern in die Nase. Es hat einen schönen, stabilen Schaum. Im Antrunk hat man sofort den Hopfen auf der Zunge, jedoch auch eine gewisse malzige Süße.

Im Nachtrunk hat man das Bitter – Süßliche noch lange auf der Zunge. Für den normalen Biertrinker eine ungewöhnliche Kombination die nicht jeden Begeistern wird.

Jetzt kommt eine Belgische Spezialität, das Quadruple. Im Internet habe ich folgende Beschreibung gefunden: Im Antrunk ist das Bier erstcremiges Caramel und süß wie flambierte Früchte, wie helle Trauben mit Backbanane und Trockenaprikose. Dann kommen Alkoholnoten von Orangenlikör, wie Cointreau, dazu, die süß wie Marmelade mit guter Alkoholwärme in einen zart würzigen Abgang übergehen. Da bin ich immer wieder paff was die Leute aus einem Bier rausschmecken.

Auf dem Etikett wird es als „Amber Blonde Beer“ beschrieben, was die Farbe gut Trift. Die Zutaten sind wie bei den anderen Belgischen Bieren. Nach dem Einschenken ist der Schaum nicht besonders stabil. Der Geruch ist Fruchtig, Estrig, leicht Süßlich. Im Antrunk süß malzig, Alkoholisch, der Hopfen ist wenig zu merken.

Im Nachtrunk kommt der Hopfen etwas durch, aber es domminiert der Geschmack nach Malz und die fruchtigen Noten aus der Hefe. Ein ganz gefälliges Bier, wenn auch etwas stark um viel zu trinken.

Zum Schluss noch das Hopfengestopfte Piraat Triple Hop. Als ich das Etikett gelesen habe dachte ich zuerst dass es sich um die belgische Version eines IPA handelt. Hier wieder mal aus dem Netz folgender Kommentar: Im Antrunk schäumend süffig und süß, Kommen dann Noten von Frucht, wie Birne, Apfel und weißer Traube und erdige Hefe hinzu, die von den bitteren Hopfeneindrücken konterkariert werden. Das Bier bleibt im Abgang doch wieder süffig-würzig mit einem leichten Hauch von Pfeffer, einer zarten Bitterkeit und lädt damit zum Weitertrinken ein. Trotz hohem Alkohol von 10,5% bleibt diese Bierspezialität trotzdem erstaunlich leicht. Wenn ihr euch fragt wo die Kommentare herkommen: https://www.bierlinie-shop.de/, eine Seite auf der nicht nur Bier verkauft wird sondern auch die Biere gut beschrieben sind. Mein Respekt für diese Arbeit.

Wie die Meisten Biere aus der Kiste hat es 10,5% Alkohol, also schon eine Menge. Auf dem Etikett ist zu lesen, dass diesem Bier verschiedene Hopfensorten seinen ausgewogenen Geschmack verleihen. Der Geruch ist , wie bei Hopfengestopften Bieren üblich, ziemlich Hopfig grasig, weniger nach C-Hopfen. Bei den verwendeten Hopfensorten ist das auch normal: „Saaz, Tetra, Aurora Twice, Cascade“

Im Antrunk schmeckt man weniger Hopfen als der Geruch vermuten lässt. Es ist ehr mild fruchtig mit dezenten Hopfenaromen im Hintergrund. Im Nachtunk kommt der Hopfen etwas mehr, doch relativ dezent. Hier ist mehr der Alkoholgehalt zu schmecken. Alles in allem ein gut trinkbares Bier das den Hopfen zeigt, es aber nicht übertreibt.

Mein Fazit für diese TextBox mit Belgischen Bieren: Auf jeden Fall das Geld wert, mir hat es Lust gemacht mich mal in Belgien umzuschauen und mehr Bier aus dem Weltkulturerbe zu probieren. Vielleicht klappt es ja im Herbst schon mal nach meiner zweiten Impfung.