Auf der Fürther Michaeliskerwa

Heuer bin ich endlich wieder mal auf die Fürther Kirchweih gekommen. Mich fasziniert immer wieder diese Mischung aus Straßen und Wirtshauskirchweih. Auch die Anzahl der Biersorten ist recht hoch, auch wenn das Grüner aus dem Tucherkonzern schon ein Übergewicht hat. Doch ich gebe jedem Bier eine Chance.

Als erstes ist mir beim Haxn Liebermann dieses Schild aufgefallen. Glossner? Glossner? Irgend wo hab ich den Namen schon gehört. Da fällt es mir wieder ein, ist eine Brauerei aus Neumarkt/Obpf. Soll nach aussage einer anderen Werbetafel prima zu gegrillten Haxen passen. Da ich nicht so viel Hunger hatte habe ich es nicht probiert un bin weiter gelaufen. Als Erstes mal ein Grüner Festmärzen. Mit seinen 6% Alkohol ist es nicht ganz schwach.

Es hat eine schöne orange Farbe einen schönen, lang anhaltenden Schaum und einen Geruch nach Würzigem, Grasigem Hopfen. Den Spagat zwischen Malzigkeit und einem feien Hopfenaroma haben die bei Tucher gut hinbekommen. Lässt sich sehr gut trinken, das Oktoberfestbier für Fürth. Ist mit 4,50€ das Seidla auch günstiger als in München auf dem Fest.

Als Nächstes ein St. Georgen Kellerbier aus Buttenheim. Hier geht es mir wie jedes mal mit diesem Bier. Das Erste ist so la la, das Zweite schmeckt besser und ab dem dritten hab ich mich daran gewöhnt. Als Kellerbier mit doch einem kräftigen Schlag Hopfen und doch einen Geschmack nach Malz, dem etwas Säuerlichen der Hefe ist es schon etwas eigenständiges. Im Abgang kommt dann nochmal der Hopfen durch. Wie schon gesagt, durchaus gut zu trinken wenn man dem Bier eine Chance lässt.

Das habe ich vor ein paar Tagen auch noch nicht gedacht dass ich hier auf der Kerwa das wahrscheinlich letzte echte Kitzmann aus Erlangen trinken werde. Die Marke wird es ja weiter geben, wird eine der vielen aus den Sudkesseln in Kulmbach von der dortigen Einheitsbrauerei. Nicht dass mich jemand hier falsch versteht, die können ihr Handwerk und machen auch recht trinkbare Biere, doch finde ich es immer Schade wenn so eine Brauerei ihre Pforten zu macht die so zur Region und zum Erlanger Berg gehört hat wie Kitzmann.

Aber hier ist halt das Problem: nicht so Groß wie ein richtig Großer aber auch zu Groß für eine Kleinbrauerei. Mal sehen was die Zukunft bring, was Kulmbacher aus der Marke macht.

Einige Stände legen sich bei ihrem Angebot nicht so fest. Da gibt es Bier verschiedener Brauereien, sogar von meiner Heimatbrauerei Dornbräu Bruckberg, Federweißen, Wein und Prosecco. Als Letztes musste ich noch bei einem Stand mit Ausschank der Schanzenbräu vorbeischauen.

Das rote Weizen der Schanzenbräu hab ich bisher noch nicht probiert, also war ich sehr gespannt. Auf der Homepage steht dass es erstmals 2014 in Zusammenarbeit mit der Brauerei Pinkert in Breitengüßbach hergestellt wurde. Die Zusammenarbeit hat sich doch gelohnt, herausgekommen ist ein süffiges Weizen mit schönem Schaum das nicht zu Süß ist, aber doch eine schöne Bananennote hat. Davon kann man auch mal eines mehr trinken. Auch die Farbe passt super, alles richtig gemacht. Eigentlich wollte ich noch zu der Bude aus dem ersten Foto gehen und das Glossner Bier probieren, bin aber irgend wie drüber weggekommen. Jedenfalls ist die Kerwa in Fürth immer einen Besuch wert, ob zum Biertrinken oder um die Atmosphäre zu genießen.

Die Auswahl des richtigen Hopfens für mein Projekt

Mittlerweile gibt es ja eine schier unüberschaubare Zahl an Hopfensorten und jedes Jahr kommen neue hinzu oder verschwinden auch wieder. Welchen Hopfen ich für welches Bier verwende hängt immer auch von den eigenen Vorlieben oder der Verfügbarkeit ab.

Meistens verwende ich für das Brauen die Hopfenpellets, also gemahlenen und gepressten Hopfen. Durch das entfernen der Stengel und ein weiteres Trocknen sind Pellets ergiebiger als getrockneter Doldenhopfen. Für mich ist auch die Lagerfähigkeit ein großer Vorteil. Geliefert werden die Packungen fast immer Vakuumverpackt in beschichteter Aluverpackung um ein keine Aromastoffe zu verlieren. Meistens brauch ich so eine Packung aber nicht auf Einmal auf. Also versuche ich so viel Luft als Möglich aus der Packung zu drücken und verschließe diese mit einer Beutelverschlussklammer für Gefrierbeutel. Und genau so werden die angebrochenen Hopfenvorräte bei mir auch gelagert, zwar im Gefrierfach meines Kühlschrankes.

Für deutsche Bierstile habe ich so meine Standartsorten wie Perle, Spalter Select, Tettnanger, Saazer und Hallertauer Tradition oder Mittelfrüh. Soll es ein Pils sein oder auch ein gut gehopftes  Alt so nehme ich noch als erste Gabe Herkules oder Nordbrauer als Bitterhopfen. Wenn ihr euch Wundert über Alt als gut gehopftes Bier: ich habe festgestellt dass ein gutes Alt einen Wert von 50 IBU gut verträgt ohne zu bitter zu schmecken.

Für Bierstile von der Insel der aus USA biete sich auch an auf die Berühmten C-Hopfen zu setzten. Wobei ich hier gerne auch mal etwas Ausprobiere. Hier ist für die Hopfenauswahl  die Aromatabelle von Hopfen der Welt eine große Hilfe, auch das Aromarad des Hopfenhändlers Barth Haas Group fördert manche Ideen zu Tage. Mir ist es so nach der letzten Brau-Bevinale in Nürnberg gegangen. Nachdem ich mir Zeit genommen habe und bei jedem Hopfenhändler oder Pflanzer auf dem Stand war, jedes mal die verschieden Hopfen zerrieben und gerochen. Dabei konnte ich als Hobbybrauer viele interessante Gespräche führen und auch etliche Proben von neuen Hopfensorten mit nach Hause nehmen. Doch bei welchen Bier kommt welche Sorte am Besten zu tragen? Hier hilft mir das BJCP System der Biertypen auf der Homepage der Müggelland-Brauerei. Mit den Links zur genaueren Beschreibung der Typen und zu Rezepten ist das immer eine gute Anregung.

Ich würde mich auch nicht als Hophead bezeichnen der IPA braucht um Glücklich zu sein. Eigentlich bevorzuge ich die etwas milderen Biere mit guter „Trinkabillity“, doch ich merke immer mehr dass ich bei Brauen häufiger die in einer Typbeschreibung angegebenen IBU Werte an die Obergrenze ausreize, außer beim Weizen. Vielleicht bin ich Altmodisch, aber ich habe schon viele Hopfenweizen probiert aber noch keines hat mich Überzeugt.

Mein nächstes Projekt soll ein Whiskyale sein. dafür hab ich mir mit Torf geräuchertes Malz besorgt. Mal sehen wie das wird, ich denke mit einem Rauchmalzanteil von 30% wird es schon rausschmecken. Vergoren wird Obergärig mit der Nottingham Ale. Als Hopfengeschmack stelle ich mir als Kontrast eine gewisse süße fruchtigkeit vor. Nach dem Aromarad von Barth-Haas und meinem Hopfenvorrat habe ich mich für Cascade als einzige Hopfensorte entschieden. Mit 30IBU ist es auch nicht wirklich schwach gehopft, aber um dem Rauch etwas entgegen zu setzen kann ich mir Vorstellen dass das ganz gut wird. Hier mal meine Rezeptidee:

Whiskyrauchbier

Als Fazit ziehe ich, dass jeder nach seinen Vorlieben seine Biere Hopfen kann, jedoch ist es manches mal schon gut wenn man eine Orientierung hat.

Mal ein paar Gedanken zum hochgelobten Deutschen Reinheitsgebot

Die Feste sind um zu 500 Jahre Reinheitsgebot. Die Werbeaussage der deutschen Brauindustrie ist noch auf vielen Etiketten zu finden. Viele Rühmen sich damit, dass man auch Craftbier nach dem Reinheitsgebot brauen kann. Sicher ist das so, doch was spricht gegen folgende  Zutaten:

Unvermälztes Getreide, Röstgerste, Kümmel, Wacholder, Kardamom, Orangenschalen, Ingwer, Basilikum und so weiter.

Sind die Zutaten von vorneherein schlecht? Wurden Sie doch auch in Bayern Jahrhunderte lang verwendet, auch nach dem Gesetz von 1516. Was immer verschwiegen wird ist die Tatsache dass dieses Gesetz keine lange Gültigkeit hatte. Es war nicht, wie jetzt behauptet, zur Reinheit des Bieres erlassen sondern um den Markt abzuschirmen. Vom 16. bis 19. Jahrhundert lassen sich Gewürzbiere nachweisen. Auch wurde deswegen kein Brauer bestraft, anders als heute.

Hier mal der Link zu einem sehr Interessanten Artikel „https://bier-scout.de/500-jahre-bayerisches-reinheitsgebot-kein-grund-zum-feiern“ Viel mehr kann man dazu nicht mehr sagen. Soll jeder sein Bier nach seiner Fasson brauen, ich möchte nur alles was im Bier ist auch auf dem Etikett lesen. Denn bei der Aussage „Das ist ja im fertigen Produkt nicht mehr drin“ bin ich sehr skeptisch. Was ist nicht schon alles in Lebensmitteln gefunden worden das eigentlich nur als Hilfsstoff gedacht war.

Dass das nicht das Ende der Bierkultur ist beweist, dass nicht die Deutsche Einheitspilskultur, sondern die Belgische Bierkultur Weltkulturerbe der UNESCO geworden ist.

Ferner bin ich dafür dass in allen Lebensmitteln sämtliche verwendeten Stoffe auf dem Etikett angegeben sein sollten. So kann jeder mündige Bürger entscheiden ob Geiz geil ist (ich weis, bei vielen ist auch das Geld einfach knapp) oder ob ich Produkte Kaufe deren Zutatenliste nicht so groß ist wie der Sportteil der Bildzeitung.

 

Erster Versuch eines Grünhopfenpils

Als mich Gestern ein Kollege ansprach dass er Hopfen vor seiner Wohnung hat und ob ich den brauch könne habe ich etwas Gezögert. Ich habe mit Grünhopfen keine Erfahrung, bisher habe ich meistens Pellets oder getrocknete Dolden verwendet.  Auch habe ich keine Ahnung welche Sorte das ist. Aber am nächsten Tag hatte ich schon einen Tüte mit 300g Grünhopfen in den Händen. Leider nicht Optimal, da nach meiner Recherche die Zeit zwischen Ernte und Brauen relativ gering sein soll. Deshalb habe ich die Dolden sofort nachdem ich heimgekommen bin in der Gefriertruhe gelagert. Die 300g Grünhopfen sollen ungefähr 100g getrockneten Dolden entsprechen. Ich habe mir Vorgenommen das Rezept für Amerikanische Pils nachzubrauen das schon auf meinem letzten Brauereifest sehr viel Lob gekriegt hat. Jetzt halt statt Tettnanger Dolden mit unbekanntem Grünhopfen. Da der Vermieter meines Kollegen selbst ein ehemaliger Hobbybrauer ist gehe ich davon aus, dass es sich bei dem Hopfen um eine Standartsorte handelt. Der Geruch ist ähnlich den Spalter oder Hallertauer Tradition Dolden.

Heute habe ich im Rezeptkalkulator bei Brauerei Müggelland mein Rezept erstellt. Die Schüttung besteht aus 10900g Pilsner Malz und 2800g Maisflocken. Da mir auf die Dauer die Cornflakes von Seitenbacher zu teuer sind (da ohne Zucker) bin ich auf Maisflakes für Viehfutter umgestiegen ohne an Qualität einen Unterschied zu merken. Jedoch kosten hier 25 kg nur an die 25€ inklusive Versand. Als Brauwasser werde ich 100% Wasser aus der Osmoseanlage verwenden mit einer Messerspitze Brauergips. Mineralstoffe kommen ja auch durch das Malz und die Rohfrucht in den Sud. Hier mal das Rezept als PDF.

Pensilvania Pils Große Anlage

Wie ihr seht will ich auf meier großen Anlage brauen, soll so eine Ausschlagmenge von 60l ergeben. Dafür ist eine Menge von 40l in der Maischepfanne  und von 50l als Nachguss nötig. Sollte der Sud nach dem Kochen etwas zu stark werden kann ich noch mit Wasser verdünnen. Beim Schroten des Malzes habe ich die Maisflocken auch gleich mit durch die Mühle gelassen, sollte bei der Menge an Pilsner Malz beim Läutern auch keine Probleme machen.

Heue Früh hab ich dann angeheizt, die 55°C waren schnell erreicht und ich konnte Einmaischen. Bei dieser Menge an Mais Rohfrucht ist eine Eiweisrast sicher nicht verkehrt. Nach dem Einmaischen ist die Temperatur auch nur um 3°C gefallen. Die weiteren Rasten bei 62°C und 72°C für jeweils 40 Minuten sind auch durch.

Ich heize dann immer noch auf 77°C auf vor dem Läutern, da ist bei mir die Ausbeute besser. Das Läutern lief in einer Stunde problemlos. Beim Hopfen musste ich die ein- oder andere Menge etwas anpassen. Wegen 5 oder 8 Gramm lasse ich keine angebrochene Tüte im Gefrierschrank sondern verwende den Rest auch noch. Die Große Unbekannte ist ja der Grünhopfen.

 

Nach einer Kochzeit von 90 Minuten kam dann das Hopfenseihen. Hier hat sich wieder bewährt dass ich an meinen Topf einen Stutzen mit 1 1/4″ anschweißen lies. Nicht einmal die Dolden waren für meinen Kugelhahn das Problem. Ich habe dann immer einen Küchenseiher vor den Monofilamentfilter gehalten und so die groben Hopfenteile schon zuvor abgesiebt. Dann die zirka 65l auf 20°C herunterkühlen.

Hierzu pumpe ich die Würze im Kreis über den Plattenwärmetauscher. Gekühlt wird dieser mit Brunnenwasser welches im Anschluss noch zum Giesen verwendet wird. Mit dieser Anordnung dauert es zirka 20 bis 25 Minuten bis die 20°C erreicht sind. Für das Abkühlen verwende ich gleich meinen Gärbehälter, so spare ich mir nochmaliges Umpumpen. Die Messung mit dem Refraktometer hat einen Wert von 12,4% Brix ergeben was einer Stammwürze von zirka 11,8°P. Ein eher leichtes Bier mit einem zu erwartendem Alkoholgehalt von 4,8%. Bin gespannt wie die W34/70 aus der ersten Führung arbeitet. Da sie erst eine Woche alt ist sollte sie richtig Abgehen.

Nach dem 2. Tag in der Kühlzelle bei 11°C ist die Hefe richtig angekommen. Habe die Temperatur jetzt noch auf 9°C reduziert.

Am 12.11. habe ich das Pils auf Flaschen gefüllt und mal gekostet:

Von der Farbe her ist es relativ Hell (Kommt auf dem Foto nicht so raus), schönen Schaum. Der Geruch erinnert an Grasigen Hopfen, so ähnlich wie der Grünhopfen gerochen hat. Der Antrunk ist richtig Hopfig herb wie man es für ein Pils erwartet, es ist wenig vom Malz zu schmecken, ansonsten ist es ein schlankes Pils das etwas mehr Hopfen hat als die deutschen Industriepilsener. Der Hopfen hält auch im Nachtrunk lange an ohen Unangenehm zu wirken. Auch ich als nicht „Pilstrinker“ finde gefallen an diesem Bier. Eigenlob stinkt, doch ist mir dieses Pils wirklich gut gelungen und entschädigt für das ein oder andere das im Gully gelandet ist.

Berlin, Berlin, ich war in Berlin

Durch eine glückliche Fügung konnte ich ein paar Tage nach Hamburg auch noch einen Kurztrip nach Berlin unternehmen. Auch hier ist die Bierszene im Aufbruch. An jeder Ecke Craftbier, viele Englische und Amerikanische Einflüsse, viel IPA und Pale Ale. Aber nun mal von Vorne: als Erstes habe ich mir eine Craftbierführung für den ersten Abend gebucht. Dachte mir das kann ja ganz Lustig werden. Was ich wieder mal nicht gelesen habe war, dass die Tour auf Englisch war. Kein Problem, der Führer wird schon deutsch verstehen und wenn nicht, mit meinem Englisch bin ich bisher auf der ganzen Welt zurecht gekommen. Nach meinem Besuch der Reichstagskuppel (sehr zu Empfehlen, am Besten aber zur Blauen Stunde so kurz vor Sonnenuntergang) hatte ich etwas Zeit zur Bierführung. Also erst mal ein Berliner Einheitsbier trinken: Berliner Pilsener aus der Berliner Kindl Brauerei, Radeberger Gruppe, also Dr. Oetker. Zur Vorbereitung habe ich mir ein paar Verkostungsbogen des deutschen Brauerbundes ausgedruckt. Somit erster Test an diesem Pilsener.
Berliner Pilsener
Das Ergebnis: Feinporiger Schaum, haftet am Glas, Farbe zwischen Gelb und Gold, blankes Bier (sollte man bei so einer großen Brauerei erwarten), der Geruch ist sehr wenig, leicht hopfig. Der Antrunk ist sortentypisch schlank, die Rezenz für mich relativ herb mit feinherben Nachtrunk. Gar nicht so schlecht sich an so einem Bogen zu Orientieren. Fazit ist für mich: als Durstlöscher ok. Dann Abends die Führung. Eine glückliche Fügung war der Treffpunkt genau vor meinem Hotel. Es hat sich dann herausgestellt, dass die ganze Gruppe aus einem Amerikanischen Ehepaar aus Arizona, mir und dem Führer aus Boston bestand. Auch der Führer lebte schon mehr als ein Jahr in Deutschland doch sprach fast kein Wort. Die erste Station war das Brew Dog in Berlin Mitte. Welche Biere genau es gab weiß ich nicht mehr, da es zum schreiben zu dunkel war und eine genaue Beschreibung vom Führer nicht zu bekommen war. Das erste war jedenfalls ein Schönramer Pils, also was aus Bayern, gebraut von einem gebürtigen Amerikaner. Dann kamen IPS, Pale Ales und ein Dubel.
In der Kaschk Bar
Danach waren wir im Kaschk, eine Bar mit norwegischen Craftbieren vom Fass. Hier bekamen wir als erstes eine Berliner Weisse mit Roten Johannisbeeren, dann ein heftiges IPA. Ich hab dann och ein Steinbier Pale Ale probiert. Der Abschluss war dann in der Circus Microbrewery mit einem Pils. Das Witzige ist daran dass gleich nebenan das offizielle David Hasselhoff Museum in Berlin ist.
Brauhaus am Alex
Am zweiten Tag habe ich mir vorgenommen mindestens drei Brauereien oder Craftbierbars zu besuchen. Das erste war das Brauhaus Lemke direkt am Alexanderplatz, 100 m vom Bahnhof. Hier war eine ganz schöne Auswahl von Bieren am Hahn, auch eine Bierprtobe mit sechs unterschiedlichen Bieren. Also hab ich mir die mal geordert zum Probieren.
Bierprobe
Die Probe kam auf einem Holzbrett mit jeweils einer Beschreibung für jedes Bier. Ist zwar sehr viel Lobhuddelei, aber als erste Orientierung ganz ok. Also als erstes das Böhmische Pils, mit 35 IBU etwas hopfiger als die meisten Industriepilsener. Die Farbe war Bernstein mit leichter Trübung, also nicht gefiltert, der Schaum stabil. Der Geruch war frisch und Malzig, der Antrunk Herb mit feinen Fruchtnoten. Die Rezenz hatte feinherben Hopfen und eine gewisse Malzigkeit auf der Zunge, die im Nachtrunk feinherb im Mund lag. Alles in allem ein guter Vertreter seiner Art. Das Nächste war ein Pale Ale mit der Bezeichnung 030. Mit 30 IBU etwas weniger Gehopft als das Pils. Die Farbe war ein trübes Orange, der Schaum war für ein Ale ok. Im Geruch war die Fruchtigkeit auffällig, der typische Geruch nach C-Hopfen, was der Antrunk bestätigt hat, mit einer leichten Malzsüße die nicht störte. Die Rezens war ausgewogen mit relativ wenig Kohlensäure. Im Nachtrunk blieb der feinherbe Eindruck mit der Frucht noch auf der Zunge. Bei der nächsten Probe steht der Name „Original“, was ein Wiener Lager darstellen soll. Für den Stil ist es mir jedoch zu dunkel. Es hat fast keinen Schaum, der Geruch ist nach Münchner Malz, sehr Malzig, was sich auch im Antrunk fortsetzt. Die Rezenz ist etwas Süßlich, nicht sehr hochvergoren trotz 5,4% Alkohol, der Abgang schmeckt nach Malzbonbon. Es ist nicht schlecht, aber hier hätte etwas mehr Hopfen gut getan. Das nächste Bier ist ein Weizen womit ich bei Norddeutschen Brauereien meistens meine Probleme habe. Die Farbe wie dunkles Gold passt schon mal, der Geruch ist etwas Estrig, erinnert an vollreife Birne, der Schaum ist ok. Im Antrunk hat man Nelke und Banane auf der Zunge aber auch merklich Hopfen. Im Geschmack überwiegt dann die Banane und etwas reife Birne, im Abgang ist es aber relativ Herb – Süsslich. Es ist nicht schlecht aber mir persönlich gefallen andere Weizenbiere besser. Die Probe die als Vorletztes vorgesehen ist ist ein etwas andere Bierstil. Ein Weizenbock mit viel Hopfen soll es sein. Der Schaum ist gut haltbar und feinporig, die Farbe erinnert an Bernstein und ist gleichmäßig trüb. Der Geruch ist hopfenaromatisch und etwas süßlich. Im Antrunk kommt dann der Bock durch mit malzigem Aroma und richtig schwer auf der Zunge. Die 40 IBU sind gar nicht so sehr zu merken. Die Rezenz ist alkoholisch mit einer leichte süße, der Nachtrunk ist kräftig betont mit etwas herbe aus dem Hopfen. Ist ein Interessantes Bier, würde ich mir aber so nicht bestellen. Am Schluss ist noch ein IPA auf dem Probenbrettchen. Ohne geht es ja bei einer echten Craftbierbrauerei nicht, obwohl ich finde dass hier mit 60 IBU und 6,5% Alkohol ein verhältnismäßig derzenter Vertreter vor mir stand. Der Schaum ist gut haltbar, die Farbe goldbraun und gleichmäßig Trüb mangels Filtration. Der Geruch ist typisch für ein obergäriges Bier mit vielen Aromahopfen. Das merkt man im Antrunk der sehr Hopfenbetont auf der Zunge liegt, beim Trinken kommt dann noch etwas Malzaroma hinzu, der NAchtrunk bleibt mit C-Hopfen lange auf der Zunge. Ein gutes IPA für alle die wie ich zwischendurch gerne mal eines Trinken. Zwischendurch habe ich auf einer Bootsfahrt auf der Spree ein Bier aus der großen Berliner Einheitsbrauerei getrunken: den Märkischen Landmann, soll nach der Karte ein Schwarzbier sein. Also von der Farbe her hat es gepasst mit einem tiefen Schwarz – Braun, doch Schaum hat er wenig. Der Geruch ist sehr malzig, der Antrunk malzaromatisch mit ein wenig Hopfen. Die Rezenz ist angenehm mit wenig Kohlensäure, vom Hopfen ist fast nichts zu merken. Der Nachtrunk liegt noch lange kräftig Malzig mit leichten Röstnoten auf der Zunge. Alles in allem ein Bier ohne Ecken und Kanten, doch für ein echtes Schwarzbier etwas zu mild. Erinnert mehr an ein Münchner Dunkel, ist aber im Ganzen nicht schlecht. Mein nächster Weg hat mich dann mit der S-Bahn über Köpenick hinaus zur Berliner Bürgerbräu an den Müggelseedamm  geführt.
Hätte ich mich etwas früher Informiert hätte ich mir den Weg gespart. Berliner Bürgerbräu gilt zwar als älteste Brauerei Berlins doch seit dem Verkauf der Rechte an die Radebergergruppe bin ich mir sicher dass das Pils aus den selben Tanks kommt wie Berliner Pils oder Perliner Kindl Pils. So Wundert es nicht dass die Verkostung aufs Haar die selben Ergebnisse gebracht hat wie das Berliner Pils. Leider hatten sie dort im Brauhaus das Rotkehlchen nicht, so bin ich relativ bald wieder aufgebrochen, vor allem da bei der langsamen Bedienung ein zweites Bier zu lange gedauert hätte. Die Nächste Station war dann der Taproom der Vagabund Brauerei. Eine urige Kneipe in der Antwerpner Straße in Berlin Mitte. Die Liste der Biere auf der Tafel hinter dem Tresen, noch jede Menge anderer Biere aus der Flasche. Als ich einen Blick in die eigentliche Brauerei werfen konnte kam ich mir richtig heimisch vor. Meine große Anlage besteht auch aus drei Edelstahltöpfen, jedoch beheize ich meine mit Gas. Also habe ich mir mein erstes Bier an der Theke geholt, ein Haus Helles. Hierbei handelt es sich um ein Pale Ale mit sahnigem, gut haltbarem Schaum und goldgelber Farbe das leicht Trüb ist. Ein Geruch ist fast nicht Wahrnehmbar, der Antrunk ist etwas fruchtig, leicht für ein Pale Ale. Die Rezenz ist angenehm Lebendig, das Ale hinterlässt eine feinherbe Note auf der Zunge. Soweit kein schlechtes Bierchen, aber für mich auch kein Highlight. Das Zweite war ein Pina Colada Spiced Ale, das etwas kräftiger daher kam. Der sahnige Schaum überkrönt ein Bernsteinfarbenes Bier das gleichmäßig trüb ist. Vom Geruch nimmt man deutlich Hopfen und Ester war. Der erste Schluck schmeckt im Antrunk würzig fruchtig, die Rezenz ist angenehm, schwer zu Beschreiben. Im Nachtunk bleibt das feinherb fruchtige Aroma noch lange im Mund. War gut, etwas spezieller, aber ich mag sowas. Hier habe ich dann meinen Biertest abgeschlossen, bin in eine Bar gegnüber meines Hotels gegangen und hab mir noch ein paar Cocktails genehmigt. Man soll es ja mit dem Biertesten nicht übertreiben.

Bier und Brauereien in Hamburg

Noch vor ein paar Jahren war es in Hamburg ganz einfach, du hast entweder ein Knolle Astra oder ein Holsten bestellt. Oder eben ein anderes Fernsehbier von den üblichen Verdächtigen. Doch das hat sich geändert, schon bei meinem ersten Einkehrschwung, eigentlich wollte ich nur einen Kaffee trinken, ist mir das Hamburger Lager der Ratsherrenbrauerei aus der Gegend der Sternschanze in die Hände gefallen. Und das im Alsterhaus im SB-Restaurant im 4. Stock. Also nichts mit Kaffee, lieber mal das Bier mit Blick auf die Alster gekostet.

Ratsherrn Hamburger Lager

Das helle Bier hat satte 5,4% Alkohol, Die vier verwendeten Hopfen Herkules, Tradition, Mittelfrüh und Hersbrucker Spät kann man schon schmecken. Vor allem am Herkules scheinen sie nicht gespart zu haben. Im Antrunk etwas Malzig, dann schmeckt man den Hopfen. Ganz wenig Süße, etwas wenig Kohlensäure. Ein trinkbares Bier dem man den Alkoholgehalt nicht zutrauen würde. 

Nach einer Rundfahrt durch das Containerterminal Burchardkai und das Containerterminal Altwenwerder hatte ich wieder Durst. Also habe ich Beschlossen mich ein paar Meter vom Rathaus weg in die Gasthausbrauerei Johann Albrecht gemacht.

Sehr schöne Gaststätte mit rustikaler Einrichtung und viel Kupfer zum Polieren. Die Auswahl an Essen ist überschaubar, der Preis für die Lage in Ordnung. Ich sollte eben nicht alles mit unseren Dorfwirtschaften Vergleichen. Das Ambiente, der schöne Sommertag und vielleicht auch das Bier haben Scharen von Besuchern angezogen. Als Erstes habe ich ein Kupfer bestellt. Scheint sich um eine Art Kellerbier zu handeln, sehr Trüb, aber das wird sich wohl so gehören. Der Hopfen ist Vorhanden aber nicht im Vordergrund. Mit seiner Malzigkeit fehlt ihm im Abgang noch was, fast schon etwas dünn im Nachgeschmack.

Links das Kupfer, rechts das Weizen

 

Das Hefeweizen kam von der Optik gut daher, schöner Schaum, Hefetrüb, etwas dunkler. Die Nase war Weizentypisch nach Ester. Beim trinken merkt man als erstes dass es mehr zur Nelke neigt, wenig Bananenaromen. Erinnert vom Geschmack an ein Krombacher Weizen. Nicht Schlecht, aber eben nicht mein Geschmack, so dass es bei einem geblieben ist.

Sicher findet sich unter der reichen Auswahl der Biere dieser Brauerei noch der ein- oder andere gute Tropfen. Aber für einen Dreitagesausflug bei dem man noch was von der Stadt sehen will sind hier die Möglichkeiten begrenzt. Doch das Essen war von der Qualität auf jeden Fall den Weg wert.

Am nächsten Tag nach einer Hafenrundfahrt auf zum nächsten Brauhaus. Das Gröninger Brauhaus in der Willy-Brandt-Straße befindet sich in einem urigen Kellergewölbe. Schon beim Betreten der Wirtschaft fällt einem die Brauanlage auf. Von Kaspar Schulz aus Bamberg geliefert, also von der Anlage her spricht nichts gegen gutes Bier. Auf der Karte steht dass sich die Besitzer bei der Kreation ihrer Biere durch viele deutsche Regionen getrunken haben. Respekt, das erfordert auch bei einem Test von nur 5% der angebotenen Biere und Marken eine reife Leistung.

Groninger Privatbrauerei

Als nicht Pilstrinker hab ich mir trotzdem als erstes ein Pils bestellt. Bei der Hitze an diesem Tag erst mal einen kräftigen Schluck getrunken vor dem Foto. Klasse diese Pils, schön Herb ohne zu Bitter zu wirken, etwas kerniges Malz, Geruch wie ein Pils ihn haben soll. Also mir hat es geschmeckt auch wenn es leicht trüb war, was bei unfiltrierten Bieren eben so ist.

Groninger Pils

Groninger Helles

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Hellen war ich erst mal etwas Überrascht. Es war wirklich Strohblond mit malzigem Antrunk. Der Hopfen hält sich dezent zurück, schmeckt eher etwas „dünn“, aber für den Sommer voll in Ordnung. Im Abgang kommt eine leichte Bittere. Eigentlich ein Schüttbier, wogegen jedoch der Preis spricht. 4,50€ für 0,4Bier ist schon etwas heftig, das Essen passt auch vom Preis. Mann kann sich an einer Art Imbisstheke sein Essen aus den Komponenten zusammenstellen. Frikadelle mit Bratkartoffeln für 5€ ist wirklich ok, auch ganz gut vom Geschmack.

Für meine Besuche in Hamburg habe ich eine Tradition entwickelt. Ich geh in die Kneipe „Herz von St. Pauli“ mitten auf der Reeperbahn gegenüber vom Schmidttheater, setz mich dort unter die Markise und schau den Leuten zu. Dabei trinke ich Astra aus der Knolle (Steinieflasche), ein Bier das ich mir zuhause nie kaufen würde, aber dort passt es. Zur Zeit machen sie wieder coole Werbung auf der Rückseite ihrer Bierdeckel. Also mit Kieznamen soll ich Solariumralle heißen? Auch gut!

 

Dabei ist mein Auge auf die Rückseite der Speisekarte gefallen: Duckstein Weizen, das neue Angebot. Nun war ich länger nicht mehr in der Gegend also mal probieren. So stellt sich also ein Norddeutscher ein Weizen vor das die „Seppels“ da unten immer so trinken. 

Von der Farbe passt es ja, golden und richtig Hefetrüb. Die Nase verspricht auch keine besonderen Auffälligkeiten, aber auch keine Bananenbombe. Im Antrunk kommt doch etwas Banane, dann der Hopfen. Eigentlich kein schlechtes Bier wenn man es mit vielen der Industrieweizen hier im Norden vergleicht oder auch Schöfferhofer. Trinkbar aber eben Mittelfeld. Vielleicht bin ich ja zu Verwöhnt von den Weißbieren aus der Umgebung. Zusammenfassend war der Trip nach Hamburg wie immer schön und Anstrengend, ich werde auch weiterhin in Hamburg mein Astra trinken, aber es lohnt sich immer mal was anderes zu Probieren. Sollte jemand eine andere Meinung haben, kein Problem, ich urteile nach meinem Geschmack.

Malz selber schroten

Seit meinem zweiten Sud schrote ich mein Malz selbst. Meine erste Malzmühle war ein Unikat, eine Gewürzmühle von Westmark. Angetrieben durch eine Bohrmaschine von Aldi konnten 5kg in 15 Minuten geschrotet werden. Sogar das Schrotbild war soweit in Ordnung, eine Sudausbeute von 62 bis 64% war ganz ok.

Dann habe ich mir die Mühle von Corona gekauft. Mit diesem Antrieb waren 5kg in 5 Minuten erledigt. Durch die Verstellmöglichkeiten konnte der Schrot so gemahlen werden, dass wirklich ein schönes Schrotbild mit ausreichend Spelzen entstanden ist.

Als nächsten Schritt habe ich mir eine Walzenmühle bei Polsinelli gekauft. Den Antrieb macht ein Scheibenwischermotor, ist zwar nicht besonders schnell aber macht auch ein gutes Schrotbild. Als zusätzliche Trichtervergößerung habe ich ein 200mm Abflussrohr angebaut, so dass ich mehr als 10kg Malz auf einmal in den Trichter bekomme.

Es wird direkt in einen Hobbock mit 30l geschrotet der auch als Aufbewahrungsbox dient falls ich mal ein- oder zwei Tage vor dem Brauen schrote.

Malz habe ich relativ viel da, vor allem von den Basismalzen. Die kaufe ich in 25kg Säcken direkt in der Mälzerei Steinbach in Zirndorf. Könnte woanders billiger sein, aber hier kann ich auf dem Nachhauseweg von der Arbeit vorbei fahren wenn ich bestellt habe. Spezialmalze nehme ich dort auch teilweise mit, teilweise kaufe ich die Kilo weise beim Brauversand.

Seit ich diese günstigen Schwerlastregale gesehen habe finde ich auch meine Malze und Flocken wieder. Manchmal wird auch ein Kara- oder Farbmalz verbraut nur dass der Behälter leer wird. Am Anfang meiner Hobbybrauerkarriere habe ich den Fehler gemacht, dass ich alles da haben wollte was irgend wo in einem Rezept steht. Aber bald habe ich wieder mehr überblick. Was bei meiner Mühle Probleme macht sind Flocken die ich mit vermahle. Für ein Amerikanisches Pils erwende ich eine Schüttung von 20% Maisflocken. Zuerst hab ich ja die Cornflakes von Seitenbacher verwendet, doch auf die Dauer ist das ganz schön teuer. Also habe ich mit Maisflocken aus dem Futtermittelhandel experimentiert und keine Verschlechterung des Ergebnisses festgestellt. Das ist schon ein Preisunterschied bei 13€ für einen 25kg Sack. Die mahle ich normalerweise mit um einen besseren Aufschluss zu erreichen. Doch sie bilden im Trichter der Mühle richtige Brücken so dass kein Malz mehr nachrutscht. Somit war rühren und stopfen angesagt um die Mühle in Gang zu halten. Das nächste mal will ich Versuchen die Flocken separat zu mahlen.

Wie ich zum Brauen kam

Wie manche Geschichten die das Leben so schreibt ist das auch ein Weg voll Irrungen und Kurven. Schon kurz nach meiner Meisterprüfung Anfang der Neunziger Jahre hatte ich Beruflich mit dem Bier brauen zu tun. Ich erstellte die Programme für CIP-Anlagen und ähnliches bei verschiedenen Brauereien. Nach dem die Firma pleite ging bin ich nach mehreren anderen Stationen wieder zu einer Firma für Brauereitechnik gekommen. Aber auch dort bin ich nicht auf die Idee gekommen mein eigenes Bier zu brauen. Erst bei meiner jetzigen Firma sprang der Funke über. Ein Kollege hat mich gefragt, da ich mich mit ihm schon häufiger über Bier unterhalten habe, ob ich eine Schrotmühle hätte, da er demnächst brauen will.

Die Idee hat mich nicht mehr losgelassen, also mal den Google fragen was im WWW so alles zu diesem Thema zu finden ist. Hier fand ich von Videos bei YouTube über diverse, teilweise wirklich brauchbare, Anleitungen bis hin zur Hobbythek  alles mögliche. Über Ebay bestellte ich mir dann mein erstes Brauset, ein obergäriges Helles. Das war mit geschrotetem Malz, einer Tüte Hopfenpellets, einer Tüte Hefe so wie diversen Gerätschaften bestückt, alles in einem Hobbock als Gärbehälter. Somit war die Grundausstattung vorhanden, nur noch die Raumfrage klären. Da ich auf einem ehemaligen Bauernhof wohne hatte ich bald die Idee die ehemalige Milchkammer, also der Raum in dem die Melkmaschine und der Milchtank gestanden haben.

Der größte Vorteil dieses Raumes besteht dabei darin, dass er bis auf 2m gefliest ist und über eine Bodenablaufrinne verfügt. Wie sich herausstellte ein großer Vorteil bei der Reinigung. Also habe ich in die ehemalige Milchkammer eine Arbeitsplatte eingebaut, zusätzliche Steckdosen mit separater Absicherung installiert und mir bei Ebay einen gebrauchten Einkochautomaten besorgt. Den Läuterbottich habe ich aus zwei Hobbocks gebaut, der eine bekam einen Hahn, der Andere Löcher mit 2mm in den Boden. Ich habe mir nicht Vorstellen können was das für eine Arbeit ist tausende von Löchern in den Boden eines Plastikeimers zu bohren. Somit waren die Vorbereitungen abgeschlossen und ich schritt zur Tat. Noch auf dem Hauptzollamt anrufen und dort wegen der Versteuerung nachfragen, dann stand nichts mehr im Wege.

Eines Samstags in der Frühe wurde dann mein erster Sud gestartet. Das Wasser wurde genau nach den Angaben im Rezept abgemessen und in den Einkocher gefüllt. Dann aufheizen, ständig mit dem Einkochthermometer die Temperatur geprüft. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren dann die 55°C erreicht und das Einmaischen konnte beginnen. Also die Tüte mit dem Schrot aufschneiden und in das Wasser einrühren. Das Maischepaddel aus Kunststoff konnte hier seinen guten Dienst verrichten. Jetzt weiter auf 62°C aufheizen zur ersten Rast. Um ja nichts anbrennen zu lassen während der ganzen Zeit rühren. Immer wieder Temperatur kontrollieren und bei Bedarf nachheizen. So habe ich den ganzen Sud streng nach Rezept gefahren, stets darauf bedacht nicht den kleinsten Fehler zu machen da das Bier ja so empfindlich ist. Auch das Läutern ist ganz gut gegangen in meiner Version vom doppelten Oskar. Die Tüte Hopfen (fragt mich nicht was das für eine Sorte war) gleich bei koch-beginn zugegeben, scheint soweit alles ok. Doch auf einmal schaltet der Einkocher aus! Zum Reparieren ein blöder Zeitpunkt mit 23l heißer Würze. Da ist mir mein alter Tauchsieder eingefallen. Somit konnte ich mit dessen Hilfe das Kochen zu ende bringen.

Da ich keine Möglichkeit hatte den Sud schnell zu kühlen musste ich Ihn 24 Stunden zum Abkühlen stehen lassen. Heiß hab ich noch 3l Speise entnommen und in Plastikflaschen gefüllt. Am nächste Tag hab ich es mit dem Tütchen obergärige Hefe von Braupartner angestellt. Die erste Gärung war nach einer Woche vorbei, es hat sich im Gärspund nichts mehr gerührt. Somit habe ich meine 3l Speise aufgetaut und mit dem Rest gemischt. Dann folgte die Abfüllung in Bügelverschlussflaschen. Zur Sicherheit hab ich diese die ersten Tage immer wieder kurz das CO² abgelassen so dass mir keine Flasche platzt. Nach so vier Wochen dann die Probe mit Freunden. Was soll ich sagen, es hat geschmeckt! War nicht das beste Bier der Welt aber sehr gut trinkbar. Somit bin ich bei dem Hobby hängen geblieben, mach zwar jetzt vieles anders aber die Spannung auf das Ergebnis bleibt.