Gegendruckabfüller

Es gibt in der Hobbybrauerei zwei Methoden das Bier in die Flasche zu kriegen. Die am häufigsten verwendete ist die Flaschengärung. Nach der ersten Gärung wird das Jungbier entweder mit Speise (meistens etwas Würze die nach dem Würzekochen abgenommen wurde und für diesen Zweck konserviert wurde) oder mit normalem Haushaltszucker. Das und noch andere Methoden, auf die ich hier nicht eingehen will, hat nur den Zweck in das Produkt Kohlensäure zu bringen. Bei der Flaschengärung ist eben das Problem, falls man den Prozess nicht genau im Griff hat, „Flaschenbomben“ zu Produzieren. Durch zu viel Speise oder Zucker oder wenn das Jungbier noch nicht ganz Vergoren ist kann zu viel CO2 Gebildet werden was im schlechtesten Fall die Flasche zum Platzen bringt.

Ich gehe das Ganze etwas anders an, denn ich mache die zweite Gärung und die Reifung in KEGs mit Flachfitting. Das hat für mich den Vorteil dass ich den Druck einfach kontrollieren kann und falls er zu hoch ist über ein Spundungsgerät ablassen kann. Den Aufbau und die nähren Berichte zum Arbeiten mit KEGs bringe ich in einem anderen Bericht. Ist das Bier fertig habe ich im Prinzip zwei Möglichkeiten: Das Bier über eine Zapfanlage mit CO2 zu zapfen oder in Flaschen zu füllen. Dabei ist das Problem, dass man verhindern muss, dass Sauerstoff an das Bier gelangt. Hierfür ist ein Gegendruckabfüller von Nöten.

Das Teil sieht, zum Beispiel von Braupartner, so aus. Beim Anschluß 1 wird ein 7mm Bierschlauch angeschlossen. Der Anschluß 2 ist für einen 4mm CO2 Schlauch. Die Schnellverschlüsse sind aus der industriellen Pneumatik bekannt, hier ist immer auch auf den Außendurchmesser zu achten dass die Schläuche halten. Am Anschluß 3 habe ich einen Schlauch mit einer Drossel angeschlossen.

Damit lässt sich der CO2 Durchgang relativ feinfühlig regeln. Wichtig ist das um beim Befüllen der Flaschen weder zu langsam noch zu schnell das Bier gegen den CO2 Druck einströmen zu lassen. Aber der ganze Vorgang noch einmal von Vorne.

Beim Abfüllen in Flaschen ist es gut das Fass so kalt wie möglich zu haben, da sich bei kälterem Bier das CO2 nicht so schnell entbindet. Zuerst misst man den CO2-Druck im Fass. Ich habe mir dafür einen Zapfkopf umgebaut, näheres demnächst. Dann stelle ich den CO2-Druck am Druckminderer meiner CO2 Flasche um zirka 0,5 Bar höher. Ist der Innendruck im KEG höher als 2 Bar wird das ein Problem werden. Hier kann man versuchen den Druck durch schütteln und Ablassen des CO2 zu Verringern.

Zuerst entlüfte ich immer die Bierleitung. Nachdem ich den Zapfkopf angeschlossen habe lasse ich durch öffnen des Hahn 1 immer etwas Bier in einen bereitgestellten Putzeimer laufen. So gehe ich sicher dass keine Luft in der Bierleitung ist und auch eventuelle Reste des Spülwassers entfernt werden.

Der Abfüller wird auf die Flasche gesetzt und fest angedrückt. Jetzt Hahn 2 öffnen und die Flasche mit CO2 Vorspannen. Hierbei ruhig so 3 bis 4 Sekunden das CO2 einströmen lassen. Dann den Hahn 2 schließen und Hahn 1 öffnen. Ist der Hahn 3 zu oder die angeschlossene Drossel ganz geschlossen sollte nur ganz wenig Bier in die Flasche fließen. Jetzt öffne ich Hahn 3 und öffne die Drossel langsam so weit, dass das Bier ohne Schaumbildung in die Flasche fliest. Hier ist etwas Gefühl notwendig, das kommt aber mit der Zeit. Ist die Flasche voll wird der Hahn 1 wieder geschlossen und der Gegendruckfüller aus der Flasche gezogen. Je nachdem wie lebhaft das Bier ist, ist es wichtig die Flasche schnell zu Verschließen.

Das Ganze erfordert etwas Übung und Gefühl für das Bier. Wer bei dieser Arbeit noch keine Bierdusche abgekriegt hat kann sich glücklich schätzen. Deshalb bitte nicht im Wohnzimmer oder in der neuen Küche arbeiten, besser ist hier ein Raum der auch mal eine Sauerei aushält. Beim Abfüllen stelle ich meine Flasche immer in eine flache Wanne, da es beim herausziehen des Abfüllers immer etwas tropft. Bisher habe ich etliche Flaschen mit meinem GDA abgefüllt, nicht immer ohne Probleme, aber meistens ganz einfach. Wichtig ist, dass man die Flaschen danach noch einmal mit Wasser abspült, sonst kann es sein dass Reste vom Abfüllen am Verschluss das Schimmeln anfangen.

Kurz noch was zum CO2: Ich habe mich nach einem lokalen Gashändler umgesehen. Da kostet mich die Füllung je 10kg Flasche 20€, für die Flasche verlangt er ein Pfand von 100€, das bekomme ich aber zurück wenn ich die Flasche wieder abgebe. Eine Füllung reicht für viele Liter zapfen und viele Flaschen füllen. Bei meinem Brauereifest 2019 war ich etwas in Sorge, da ich die eine Flasche schon angefangen hatte, also habe ich mir eine zweite als Reserve geholt. Die steht nach 8 Monaten und einigem Gebrauch immer noch Versiegelt in der Ecke. Somit hält sich der CO2 Verbrauch ziemlich in Grenzen.

Es sollte keine Frage sein dass der Gegendruckabfüller nach der Verwendung gründlich gereinigt wird. Ich verwende dafür Pulverreiniger für Geschirrspülmaschinen. Eine Zeit lang mit der Pumpe im Kreis durch den GDA pumpen und dann mit viel klarem Wasser nachspülen. Anschließend gut austrocknen lasse und die Schläuche am Besten aufhängen zum Trocknen, dann sollte sich kein Infekt breit machen.

2 Gedanken zu „Gegendruckabfüller“

  1. Hallo, danke für den Beitrag mit dem GDA ! Ich habe seit einem Jahr den gleichen GDA, das erste mal hat Alleswisser geklappt, leider kriege ich jetzt keine Flaschen mehr gut abgefüllt, ständig Bierduschen 🙁 . Die Drücke liegen i.d.R. bei ca 1.5 bar. Ich habe das Gefühl, dass bei der Fassgärung die Zuckermenge reduziert werden kann da der Druck am manometer höher steigt als berechnet. Früher bei der Flaschengärung mit Flaschenmanometer waren die errechneten Zuckermengen irgendwie genauer. Naja,kurzum wollte ich eigentlich nur Fragen, woher ich eine solche Drossel bekommen kann? Danke und Grüße aus dem Weserbergland
    Daniel

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