Kellerbier der Stuttgarter Hofbräu

Auch die Stuttgarter Hofbräu, eine Tochter der Radebergergruppe, also von Dr. Oetker, braucht also ein uriges Kellerbier. Ist zur Zeit der Trend dass jede Brauerei ein Kellerbier und ein Weizen braut, auch wenn es, nach meiner Meinung, viele lassen sollten. Wenn ihr es bemerkt habt, ich habe zur Zeit hauptsächlich Flaschen mit Bügelverschluss im Test. Das hat seinen Grud darin, dass ich die hinterher wieder für mein Bier verwenden kann. An Weihnachten gehen immer etliche Flaschen weg von denen ich nur einen Teil wieder sehe.

Also jetzt das Kellerbier der Stuttgarter. Mit 5% Alkohol ist das schon ganz schön aus den 11,5% Stammwürze. Im Glas zeigt das Bier ein helles Gelb, der Schaum ist ok, wen auch etwas Gropporig, fast wie Seifenschaum. Der Geruch ist Malzig mit einer säuerlichen Note nach Hefe. Im Antruk ist es etwas „leer“, ich weis nicht wie ich es anders beschreiben soll. Dann schmeckt man den Hopfen und die Hefe. Die Malzigkeit die ich bei so einem Bier erwarte finde ich gar nicht. Liebe Stuttgarter Hofbräu, zu diesem Kellerbier kann ich bestenfalls sagen „Ihr habt euch Bemüht“, mehr auch nicht. Hier gibt es in der klassischen Kellerbierregion in Oberfranken Biere die viel runder und ausgewogener sind.

Das Schwarze von Schwabenbräu

  • Im Real in Horb hab ich das Schwarzbier von Schwabenbräu entdeckt. Da ich in nächster Zeit vorhabe auch mal ein klassisches Schwarzbier zu brauen habe ich mir mal eine Flasche gekauft. Auf der Homepage habe ich mal nachgesehen was die noch so alles herstellen und ob ich über das Schwarze mehr Informationen finde. Leider ist die Homepage hier wenig Informativ. Außer der Angaben :
  • Alkohol Vol.%: 4,9
  • Stammwürze in %: 11,5
  • kcal/kJ/l: 420/1750

findet sich nur das übliche Gewäsch der Werbetexter: „Das Schwarze ist ein Vollbier für Kenner und Liebhaber des besonderen Geschmacks. Gebraut mit speziell ausgewählten Naturprodukten von bester Qualität, eigenständig und edel in der Ausstattung. Das ist Braukunst höchster Güte.“ (Zitat aus der Seite), was alles und nichts sagt.

Also doch lieber selbst probieren, was mir auch immer das Liebste ist. Das Bier läuft richtig satt dunkel in das Glas und entwickelt einen Schaum der leichte Carameltöne zeigt. Der Geruch ist malzig änhich dem nach frischen Treber. Im Antrunk kommen sofort dir Röstaromen der dunklen Malze, ich glaube nicht dass die Brauerei hier mit Färbebier arbeitet. Das Bier vermittelt einen relativ trockenen Eindruck, es ist keine Süße wie oft bei anderen dunklen Bieren zu schmecken. Dafür merkt man den Hopfen nachdem der Röstgeschmack etwas zurückgeht. Ich Tippe auf die üblichen Verdächtigen deutschen Aromahopfen. Nach dem Trinken hat man diese noch etwas im Mund geschmeckt. Als Fazit kann ich nur sagen dass dieses Schwarzbier gar nicht schlecht ist, obwohl auch keine Geschmacksexplosion. Aber so zum Trinken ganz ok.

Noch eine Bierprobe

In meinem Getränkeshop ist mir neulich eine Flasche der Mönchshof Brau Manufactur aufgefallen. Es handelt sich um einen „Zoigl“?! Also bisher bin ich davon ausgegangen dass man Zoigl nur in wenigen Ortschaften in der Oberpfalz und in Neuhaus / Pegnitz als Kommunbrauerbier erhalten kann. Da entweder direkt vor Ort oder in dort erworbenen oder mitgebrachten Gefäßen. Richtig Spaß macht das ganze im Zoiglausschank mit gutem, preiswertem Essen und echten Zoigl vom Fass, der bei jedem Ausschank etwas anders schmeckt, da zwar die Würze in Kommunbrauhaus hergestellt wird, aber die Gärung und Reifung beim jeweiligen Brauer selbst erfolgt. Hier ein interessantes Video dazu:

Darum bin ich etwas skeptisch wenn der Zoigl von einer großen Brauerei im Regal steht. Das geht mir mit dem Exemplar von Mönchshof, also der Kulmbacher Brauerei AG, genau so. Hier wird sogar auf dem Etikett auf die Tradition in der Oberpfalz verwiesen. Hier ist auch angegeben dass dieser Zoigl 5,4% Alkohol hat, 12,3°P Stammwürze. Auf der Homepage erfährt man mehr: Die Bittereinheiten sind 16 IBU, wobei mit Hallertauer Perle und Saphir gearbeitet wurde, beides Aromahopfen. Als Malze wurden Karamalze „Eiche“ und „Ebenholz“ verwendet. als Basismalze Pilsener- und Münchner Malz. Soweit nicht schlecht zu lesen.

Dann das Einschenken. Hier zeigt er sich Honigfarben, sehr trüb. Der Schaum ist nicht schlecht, hält jedoch nicht lange. Der Geruch ist etwas säuerlich nach Malz und Hefe.

Der erste Schluck schmeckt etwas Malzig süß wie es der Geruch erwarten lies, jedoch ist die Süße schnell verflogen und es kommen leichte, grasige Hopfennoten durch. Ich nehme an dass der Haupthopfen Perle ist und nicht so viel von dem Saphir seinen Weg in den Sud gefunden hat. Das Bier hält auch nicht lange im Mund nach. Also den satten Alkoholgehalt von 5,4% kann es gut verstecken. Das Bier ist nicht schlecht, halt eben kein Zoigl. Sollen die Kulmbacher es doch Zwickl oder Kellerbier nennen. Ich werde weiterhin wenn ich Lust auf Zoigl habe in die Oberpfalz fahren und ihn dort direkt vom Fass genießen statt ihn von der Mönchshof kaufen.

Biertest zum Ersten

Da ich immer wieder wenn ich beruflich unterwegs bin mir mal das ein oder andere Bier mitnehme das mich interessiert habe ich beschlossen, von der Verkostung hier zu berichten. Ganz nach dem alten Motto des Bayrischen Rundfunks ( Aussage Norbert Neugirg, Chef der Altneihauser Feierwehrkappel`n) „Wurscht wer in der Glotze steht, Hauptsache die Zeit vergeht“. Somit stelle ich hier mal ein paar Biere vor.

Da ich zur Zeit viel in der Gegend von Stuttgart unterwegs bin hab ich mal ein paar Biere aus dieser Region getestet. Anfangen möchte ich mit dem Baisinger Teufele. Es kommt aus der Baisinger Bier Manufaktur der Familie Teufel in Rottenburg a.N. / Baisingen

Auf der Homepage der Brauerei ist nachzulesen dass sie schon häufiger Preise beim European Beer Star  und beim World Beer Award gewonnen hat. Das Teufele jedoch nicht. Also hilft nur selbst testen. Die 0,33l Flasche mit dem langen Hals und dem Bügelverschluss macht schon was her. Ich glaube ja eher dass die Form dem Flaschenfüller in der Brauerei geschuldet ist dass sich die Umbauarbeiten in Grenzen halten.

Auf dem Etikett ist zu lesen dass es sich um ein helles Vollbier mit 4,6% Alkohol, was für ein Helles ziemlich wenig ist. Eingeschenkt zeigt es ein helles Gelb mit einem dichten Schaum. Der Geruch ist leicht Malzig, vom Hopfen riecht man wenig. Der Antrunk bring das was der Geruch verspricht. Mildes Malziges Mundgefühl mit etwas Hopfen im Hintergund, das ganze sehr dezent.

Im Abgang meldet sich dann doch noch der Hopfen zur Stelle. Alles in allem ein durchaus trinkbares Bier, jedoch nicht das Spitzengetränk. Ich will mir von dieser Brauerei mal die mit den Preisen ausgezeichneten Biere holen, vielleicht kann ich das ja Nachvollziehen. Jedoch ist beim Biertest wie beim Test von anderen Getränken sehr viel persönlicher Geschmack und Gewohnheit ausschlaggebend.

Bier in Köln und Düsseldorf, so verschieden und doch so ähnlich.

Das letzte Wochenende war ich mit ein paar Kumpels in Köln. Am Samstag hatte ich Vorgeschlagene dass wir einen keinen Ausflug in die Nachbarschaft nach Düsseldorf machen, so dass wir auch dort die Bierszene etwas erkunden.

Der erst Weg hat uns in das „Brauhaus Em Kölsche Boor“ geführt. Hier wird das Kölsch der Gaffelbrauerei ausgeschenkt. Eigentlich habe ich gedacht dass hier am Eigelstein auch die Brauerei sein muss, doch wie ich erfahren habe ist die in die Vorstadt umgezogen. War mir klar dass das irgend wann passieren wird, denn dort wo sie bisher 4 Keller tief und auch über mehrere Stockwerke oben gearbeitet haben war das auf Dauer nicht möglich. Wo die Brauerei war kann man jetzt ein tiefes Loch sehen in dem ein Baukran steht.

Doch weiter zu Brauhaus Em Kölsche Boor, also das Brauhaus im Kölnischen Bauer, der eine Figur des Kölner Karneval ist. Hier kann man gemütlich sitzten und ein paar Kölsch trinken, andere Getränke gibt es auch, doch die dauern länger. Das Gaffel Kölsch ist ein typischer Vertreter seiner Art. Schön golden im Glas mit dichtem Schaum, der aber schnell verschwunden ist. Der Geruch ist Malzig, etwas Grasig vielleicht. Beim Geschmack ist weder das Malz noch der Hopfen was hervorsticht. Beim Trinken sträubt es sich nicht, es ist jetzt keine Geschmacksexplosion, viel eher ein einfaches Bier das sich gut trinken lässt. Im Nachgang ist es Würzig, was jedoch nicht zu lange anhält.

Als Süddeutscher bin ich ja immer geneigt über die „Reagenzgläser“ in denen das Kölsch ausgeschenkt wird zu lästern. Vor allem wenn man aus einer Gegend kommt wo man in der Dorfwirtschaft noch 0,5 Helles für den selben Preis bekommt wie in Köln ein 0,2 Kölsch. Doch muss man der Fairness halber sagen dass ein immer frisches Bier und auch die Atmosphäre in einem Brauhaus schon nicht schlecht sind. Und ehrlich, in welcher Großstadt ist das Bier wirklich billig?

Nach dem Stadtbummel und einer Besichtigung des Domes sind wir zum Abendessen bei Früh am Dom gelandet, was das größte Kölschbrauhaus in der Stadt ist. Hier brauchte ich erst mal eine Kleinigkeit zum Essen. Ein Hämmchen wollte ich mal Probieren.

ok, das ist eine ausgewachsene Portion. Nach 2/3 musste ich aufhören sonst wäre ich geplatzt. Aber wirklich gut, auch der Stopfer und das Sauerkraut. Da kann man ein paar Kölsch trinken um die Menge an Fleisch zu Verdauen.

Dafür kommt das Bier hier im Brauhaus flott, vor allem wenn der Köbis alles auf einen Deckel schreiben kann.  Das Bier ist etwas Hopfiger als das Gaffel, aber auch Typisch für ein Kölsch keine Geschmackssensation. Dafür ein gut trinkbares Bier dessen bisschen Geschmack fein zwischen Malz und Hopfen balanciert ist und von dem auch ein par mehr schmecken. Muss es mehr können? Eigentlich nicht!

Am Samstag sind wir dann in der Frühe nach Düsseldorf gefahren. Also 9Uhr30 ist für Düsseldorf zu Früh. Da sind die Straßen so leer, du wartest jederzeit darauf dass wie in einer Geisterstadt Büsche vom Wind durch die Straßen geweht werden. Also als erstes vom U-Bahnhof Heinrich Heine Allee zur Brauerei im Füchschen marschieren. Zu unserer freudigen Überraschung waren wir nicht die einzigen die sich vor der Brauerei an die Bänke gesetzt hat um einen Frühschoppen einzunehmen. Das erste Alt in Düsseldorf war richtig gut, schön stark gehopft, jedoch auch schön Malzig durch die dunklen Malze. Alles andre als ein fades Bier, der Schaum schön weiß, der Geruch nach Hopfen und Malz, leicht säuerlich. Ein Antrunk bei dem sich der Hopfen etwas nach vorne schiebt, aber dann auch die Malzigkeit gut herauskommt. Der Hopfen bleibt noch lange auf dem Gaumen, jedoch nicht Unangenehm. Ich habe schon mal ein Alt nach einem Clonerezept des Füchsen hergestellt und war sehr skeptisch ob das mit den 50 IBU nicht doch zu viel des Guten ist, aber auch mein Selbstgebrautes schmeckt prima.

Da wir schon mal hier sind dann zum nächsten Brauhaus. Aber erst mal zum Senfladen von Löwensenf in der Bergerstraße 29. Hier kann man praktisch jeden Senf probieren und das sind einige. Hier hat jeder seinen Lieblingssenf gefunden. Dann die Straße ein paar Meter weiter und in die Hausbrauerei zum Ürige, wirklich im Herzen Düsseldorfs. Hier kann man sein Alt neben dem Braukesseln genießen und dabei eine Kleinigkeit essen. Das Bier ist auch gut, halt weniger Hopfig als das Füchschen, aber sehr gut zu trinken.

Nach der Rückkunft in Köln sind wir wieder los in die Altstadt. Diesmal war das Brauhaus zum Pfaffen unser Ziel. Wir hatten Glück und erwischten einen freien Tisch. Das Bier ist schnell abgehandelt, ein Kölsch wie viele andere, nicht sehr viel Geschmack aber auch nichts was am weitertrinken stört. Ein Kölsch das man für den Durst immer gut trinken kann, nichts zum lange Herumschwafeln über Hopfenflavours und den Feinheiten verschiedener Malze und Brauwässer.

Mein Fazit ist, dass man die Brauhauskultur in beiden Städten gut vergleichen kann. Außer der Farbe des Bieres sind die Unterschiede nicht so groß. Die Speisekarten sehen sich sehr Ähnlich, die Gerichte unterscheiden sich kaum. Auch der Service ist sehr ähnlich. Bier geht schnell, alles Andere kostet nur unnütze Zeit die der Kellner lieber für ein Schwätzchen mit seinen Gästen verwendet. Für einen etwas eigenbrödlerischen Franken wie mich ist das eine Fremde Welt, hat aber durchaus ihren Reitz.

Das war auch schon das Ende der Tour, ein paar Flaschen habe ich mir mit nach Hause genommen um sie dort in Ruhe zu Verkosten, davon ein anderes mal.

Inspirationen für neue Biere

Als Hobbybrauer mit einem gewissen Anspruch sich nicht nur auf zwei Biersorten festzulegen sondern immer wieder etwas neues auszuprobieren sind Biere von guten Brauereien immer wieder ein Quell der Inspiration. Wobei diese oft auf ihren Homepages schon einige Geheimnisse verraten. Nehmen wir hier mal die Brauerei Pyrasser zum Beispiel. Das Einfachste ist hier in einem gut sortiertem Getränkehandel, am Besten in der Gegend von Nürnberg, sich eine Auswahl dieser Brauerei zu holen und mal zu probieren welches am Besten schmeckt.

Da es mir gut schmeckt hier mal das Kellerbier aus dem Hause Pyrasser. Auf der Homepage finden sich folgende Angaben:

Bierstil: naturtrübes, mildes Vollbier
Farbe: 20 EBC, bernsteinfarben
Schaum: feinporig und elfenbeinfarben
Geschmack: fruchtige Hefe- und ausgeprägte Hopfennote
Mundgefühl: vollmundig, unfiltriert, sanft
Hopfen: Perle, Hersbrucker, Select
Malz: Münchner Malz, Pilsner Malz
Bittereinheiten: 18 IBU
Stammwürze: 11,4 %
Alkoholgehalt: alc. 4,8 % vol.
Trinktemperatur: 7 °C

Für mich heißt das folgendes: Das Bier ist Untergärig, da es von einer Landbrauerei im weitesten Sinne kommt ist man mit der Hefe 34/70 gar nicht so schlecht. Die Schüttung wird so zu 2/3 Pilsner Malz, zu 1/3 Münchner Malz sein. Hier ist der Typ 2 eigentlich das was am meisten gehandelt wird. Ein wenig Karamalz Rot oder Hell kann die Vollmundigkeit noch erhöhen, hier jedoch nicht mehr als 5 bis 8% der Schüttung.

Der Hopfen spielt bei diesem Bier zwar nicht die Hauptrolle, sollte aber schon zu merken sein. Ich würde hier 2/3 der Bittereinheiten über eine Gabe Perle beim Kochen nach dem Eiweisbruch, also so nach 10 Minuten geben, Perle ist ja ein Aromahopfen der trotzdem eine höhere Menge an Alphasäure mitbringt und so häufig als quasi Bitterhopfen verwendet wird. Die Kochzeit würde ich so mit 90 Minuten annehmen. Viele propagieren eine kürzere Kochzeit von nur 60 Minuten, doch ich habe die Erfahrung gemacht dass bei untergärigen Bieren eine längere Kochzeit ein besseres Ergebnis bringt, kann aber auch nur Einbildung sein.

Die 2. Hopfengabe würde ich so 20 Minuten vor Ende der Kochzeit zugeben. Dabei würde ich auf Hersbrucker Pure oder Hersbrucker Spät setzen, je nach dem was man kriegt. Dabei sind beide vom Aroma recht ähnlich. Die letzte Hopfengabe ist 10 Minuten vor dem Kochende mit Spalter Select. Bei diesen beiden Hopfengaben wird zwar der Bitterstoff nicht komplett umgesetzt, jedoch bleibt das Aroma besser erhalten, was für die feine Hopfennote im fertigen Bier sorgt.

Nach dem Hopfenseihen und Abkühlen wird es bei so 9 bis 14°C mit der Hefe angestellt. Hierbei hat sich bei mir bewährt dass ich die Temperatur bis zum Ankommen der Hefe etwas wärmer gelassen habe und dann auf zirka 9°C heruntergekühlt habe. Die zweite Gärung nach dem Schlauchen sollte auch noch einmal zirka eine Woche bei 9°C erfolgen, dann auf 1 bis 3°C heruntergekühlt werden und so noch einmal 4 Wochen reifen.

Ihr könnt ja bei anderen Brauereien auf die Homepage schauen, viele habe dort ihr Bier gut beschrieben und verraten damit auch ein paar Geheimnisse die sonst geschätzt werden müssten. Auf die Gärungsführung werde ich demnächst in einem Bericht eingehen.

Jedoch muss ich in diesem Fall noch einmal auf die Homepage der Pyrasser Brauerei verweisen. Es steht außer den Daten auch noch eine Menge über die Geschichte, die Rohstoffe so wie ein Statement der Brauerei zum Reinheitsgebot zu lesen. Hier muss ich der Brauerei ein großes Lob aussprechen, eine wirklich informative Homepage.

 

Auf der Fürther Michaeliskerwa

Heuer bin ich endlich wieder mal auf die Fürther Kirchweih gekommen. Mich fasziniert immer wieder diese Mischung aus Straßen und Wirtshauskirchweih. Auch die Anzahl der Biersorten ist recht hoch, auch wenn das Grüner aus dem Tucherkonzern schon ein Übergewicht hat. Doch ich gebe jedem Bier eine Chance.

Als erstes ist mir beim Haxn Liebermann dieses Schild aufgefallen. Glossner? Glossner? Irgend wo hab ich den Namen schon gehört. Da fällt es mir wieder ein, ist eine Brauerei aus Neumarkt/Obpf. Soll nach aussage einer anderen Werbetafel prima zu gegrillten Haxen passen. Da ich nicht so viel Hunger hatte habe ich es nicht probiert un bin weiter gelaufen. Als Erstes mal ein Grüner Festmärzen. Mit seinen 6% Alkohol ist es nicht ganz schwach.

Es hat eine schöne orange Farbe einen schönen, lang anhaltenden Schaum und einen Geruch nach Würzigem, Grasigem Hopfen. Den Spagat zwischen Malzigkeit und einem feien Hopfenaroma haben die bei Tucher gut hinbekommen. Lässt sich sehr gut trinken, das Oktoberfestbier für Fürth. Ist mit 4,50€ das Seidla auch günstiger als in München auf dem Fest.

Als Nächstes ein St. Georgen Kellerbier aus Buttenheim. Hier geht es mir wie jedes mal mit diesem Bier. Das Erste ist so la la, das Zweite schmeckt besser und ab dem dritten hab ich mich daran gewöhnt. Als Kellerbier mit doch einem kräftigen Schlag Hopfen und doch einen Geschmack nach Malz, dem etwas Säuerlichen der Hefe ist es schon etwas eigenständiges. Im Abgang kommt dann nochmal der Hopfen durch. Wie schon gesagt, durchaus gut zu trinken wenn man dem Bier eine Chance lässt.

Das habe ich vor ein paar Tagen auch noch nicht gedacht dass ich hier auf der Kerwa das wahrscheinlich letzte echte Kitzmann aus Erlangen trinken werde. Die Marke wird es ja weiter geben, wird eine der vielen aus den Sudkesseln in Kulmbach von der dortigen Einheitsbrauerei. Nicht dass mich jemand hier falsch versteht, die können ihr Handwerk und machen auch recht trinkbare Biere, doch finde ich es immer Schade wenn so eine Brauerei ihre Pforten zu macht die so zur Region und zum Erlanger Berg gehört hat wie Kitzmann.

Aber hier ist halt das Problem: nicht so Groß wie ein richtig Großer aber auch zu Groß für eine Kleinbrauerei. Mal sehen was die Zukunft bring, was Kulmbacher aus der Marke macht.

Einige Stände legen sich bei ihrem Angebot nicht so fest. Da gibt es Bier verschiedener Brauereien, sogar von meiner Heimatbrauerei Dornbräu Bruckberg, Federweißen, Wein und Prosecco. Als Letztes musste ich noch bei einem Stand mit Ausschank der Schanzenbräu vorbeischauen.

Das rote Weizen der Schanzenbräu hab ich bisher noch nicht probiert, also war ich sehr gespannt. Auf der Homepage steht dass es erstmals 2014 in Zusammenarbeit mit der Brauerei Pinkert in Breitengüßbach hergestellt wurde. Die Zusammenarbeit hat sich doch gelohnt, herausgekommen ist ein süffiges Weizen mit schönem Schaum das nicht zu Süß ist, aber doch eine schöne Bananennote hat. Davon kann man auch mal eines mehr trinken. Auch die Farbe passt super, alles richtig gemacht. Eigentlich wollte ich noch zu der Bude aus dem ersten Foto gehen und das Glossner Bier probieren, bin aber irgend wie drüber weggekommen. Jedenfalls ist die Kerwa in Fürth immer einen Besuch wert, ob zum Biertrinken oder um die Atmosphäre zu genießen.

Die Auswahl des richtigen Hopfens für mein Projekt

Mittlerweile gibt es ja eine schier unüberschaubare Zahl an Hopfensorten und jedes Jahr kommen neue hinzu oder verschwinden auch wieder. Welchen Hopfen ich für welches Bier verwende hängt immer auch von den eigenen Vorlieben oder der Verfügbarkeit ab.

Meistens verwende ich für das Brauen die Hopfenpellets, also gemahlenen und gepressten Hopfen. Durch das entfernen der Stengel und ein weiteres Trocknen sind Pellets ergiebiger als getrockneter Doldenhopfen. Für mich ist auch die Lagerfähigkeit ein großer Vorteil. Geliefert werden die Packungen fast immer Vakuumverpackt in beschichteter Aluverpackung um ein keine Aromastoffe zu verlieren. Meistens brauch ich so eine Packung aber nicht auf Einmal auf. Also versuche ich so viel Luft als Möglich aus der Packung zu drücken und verschließe diese mit einer Beutelverschlussklammer für Gefrierbeutel. Und genau so werden die angebrochenen Hopfenvorräte bei mir auch gelagert, zwar im Gefrierfach meines Kühlschrankes.

Für deutsche Bierstile habe ich so meine Standartsorten wie Perle, Spalter Select, Tettnanger, Saazer und Hallertauer Tradition oder Mittelfrüh. Soll es ein Pils sein oder auch ein gut gehopftes  Alt so nehme ich noch als erste Gabe Herkules oder Nordbrauer als Bitterhopfen. Wenn ihr euch Wundert über Alt als gut gehopftes Bier: ich habe festgestellt dass ein gutes Alt einen Wert von 50 IBU gut verträgt ohne zu bitter zu schmecken.

Für Bierstile von der Insel der aus USA biete sich auch an auf die Berühmten C-Hopfen zu setzten. Wobei ich hier gerne auch mal etwas Ausprobiere. Hier ist für die Hopfenauswahl  die Aromatabelle von Hopfen der Welt eine große Hilfe, auch das Aromarad des Hopfenhändlers Barth Haas Group fördert manche Ideen zu Tage. Mir ist es so nach der letzten Brau-Bevinale in Nürnberg gegangen. Nachdem ich mir Zeit genommen habe und bei jedem Hopfenhändler oder Pflanzer auf dem Stand war, jedes mal die verschieden Hopfen zerrieben und gerochen. Dabei konnte ich als Hobbybrauer viele interessante Gespräche führen und auch etliche Proben von neuen Hopfensorten mit nach Hause nehmen. Doch bei welchen Bier kommt welche Sorte am Besten zu tragen? Hier hilft mir das BJCP System der Biertypen auf der Homepage der Müggelland-Brauerei. Mit den Links zur genaueren Beschreibung der Typen und zu Rezepten ist das immer eine gute Anregung.

Ich würde mich auch nicht als Hophead bezeichnen der IPA braucht um Glücklich zu sein. Eigentlich bevorzuge ich die etwas milderen Biere mit guter „Trinkabillity“, doch ich merke immer mehr dass ich bei Brauen häufiger die in einer Typbeschreibung angegebenen IBU Werte an die Obergrenze ausreize, außer beim Weizen. Vielleicht bin ich Altmodisch, aber ich habe schon viele Hopfenweizen probiert aber noch keines hat mich Überzeugt.

Mein nächstes Projekt soll ein Whiskyale sein. dafür hab ich mir mit Torf geräuchertes Malz besorgt. Mal sehen wie das wird, ich denke mit einem Rauchmalzanteil von 30% wird es schon rausschmecken. Vergoren wird Obergärig mit der Nottingham Ale. Als Hopfengeschmack stelle ich mir als Kontrast eine gewisse süße fruchtigkeit vor. Nach dem Aromarad von Barth-Haas und meinem Hopfenvorrat habe ich mich für Cascade als einzige Hopfensorte entschieden. Mit 30IBU ist es auch nicht wirklich schwach gehopft, aber um dem Rauch etwas entgegen zu setzen kann ich mir Vorstellen dass das ganz gut wird. Hier mal meine Rezeptidee:

Whiskyrauchbier

Als Fazit ziehe ich, dass jeder nach seinen Vorlieben seine Biere Hopfen kann, jedoch ist es manches mal schon gut wenn man eine Orientierung hat.

Mal ein paar Gedanken zum hochgelobten Deutschen Reinheitsgebot

Die Feste sind um zu 500 Jahre Reinheitsgebot. Die Werbeaussage der deutschen Brauindustrie ist noch auf vielen Etiketten zu finden. Viele Rühmen sich damit, dass man auch Craftbier nach dem Reinheitsgebot brauen kann. Sicher ist das so, doch was spricht gegen folgende  Zutaten:

Unvermälztes Getreide, Röstgerste, Kümmel, Wacholder, Kardamom, Orangenschalen, Ingwer, Basilikum und so weiter.

Sind die Zutaten von vorneherein schlecht? Wurden Sie doch auch in Bayern Jahrhunderte lang verwendet, auch nach dem Gesetz von 1516. Was immer verschwiegen wird ist die Tatsache dass dieses Gesetz keine lange Gültigkeit hatte. Es war nicht, wie jetzt behauptet, zur Reinheit des Bieres erlassen sondern um den Markt abzuschirmen. Vom 16. bis 19. Jahrhundert lassen sich Gewürzbiere nachweisen. Auch wurde deswegen kein Brauer bestraft, anders als heute.

Hier mal der Link zu einem sehr Interessanten Artikel „https://bier-scout.de/500-jahre-bayerisches-reinheitsgebot-kein-grund-zum-feiern“ Viel mehr kann man dazu nicht mehr sagen. Soll jeder sein Bier nach seiner Fasson brauen, ich möchte nur alles was im Bier ist auch auf dem Etikett lesen. Denn bei der Aussage „Das ist ja im fertigen Produkt nicht mehr drin“ bin ich sehr skeptisch. Was ist nicht schon alles in Lebensmitteln gefunden worden das eigentlich nur als Hilfsstoff gedacht war.

Dass das nicht das Ende der Bierkultur ist beweist, dass nicht die Deutsche Einheitspilskultur, sondern die Belgische Bierkultur Weltkulturerbe der UNESCO geworden ist.

Ferner bin ich dafür dass in allen Lebensmitteln sämtliche verwendeten Stoffe auf dem Etikett angegeben sein sollten. So kann jeder mündige Bürger entscheiden ob Geiz geil ist (ich weis, bei vielen ist auch das Geld einfach knapp) oder ob ich Produkte Kaufe deren Zutatenliste nicht so groß ist wie der Sportteil der Bildzeitung.

 

Erster Versuch eines Grünhopfenpils

Als mich Gestern ein Kollege ansprach dass er Hopfen vor seiner Wohnung hat und ob ich den brauch könne habe ich etwas Gezögert. Ich habe mit Grünhopfen keine Erfahrung, bisher habe ich meistens Pellets oder getrocknete Dolden verwendet.  Auch habe ich keine Ahnung welche Sorte das ist. Aber am nächsten Tag hatte ich schon einen Tüte mit 300g Grünhopfen in den Händen. Leider nicht Optimal, da nach meiner Recherche die Zeit zwischen Ernte und Brauen relativ gering sein soll. Deshalb habe ich die Dolden sofort nachdem ich heimgekommen bin in der Gefriertruhe gelagert. Die 300g Grünhopfen sollen ungefähr 100g getrockneten Dolden entsprechen. Ich habe mir Vorgenommen das Rezept für Amerikanische Pils nachzubrauen das schon auf meinem letzten Brauereifest sehr viel Lob gekriegt hat. Jetzt halt statt Tettnanger Dolden mit unbekanntem Grünhopfen. Da der Vermieter meines Kollegen selbst ein ehemaliger Hobbybrauer ist gehe ich davon aus, dass es sich bei dem Hopfen um eine Standartsorte handelt. Der Geruch ist ähnlich den Spalter oder Hallertauer Tradition Dolden.

Heute habe ich im Rezeptkalkulator bei Brauerei Müggelland mein Rezept erstellt. Die Schüttung besteht aus 10900g Pilsner Malz und 2800g Maisflocken. Da mir auf die Dauer die Cornflakes von Seitenbacher zu teuer sind (da ohne Zucker) bin ich auf Maisflakes für Viehfutter umgestiegen ohne an Qualität einen Unterschied zu merken. Jedoch kosten hier 25 kg nur an die 25€ inklusive Versand. Als Brauwasser werde ich 100% Wasser aus der Osmoseanlage verwenden mit einer Messerspitze Brauergips. Mineralstoffe kommen ja auch durch das Malz und die Rohfrucht in den Sud. Hier mal das Rezept als PDF.

Pensilvania Pils Große Anlage

Wie ihr seht will ich auf meier großen Anlage brauen, soll so eine Ausschlagmenge von 60l ergeben. Dafür ist eine Menge von 40l in der Maischepfanne  und von 50l als Nachguss nötig. Sollte der Sud nach dem Kochen etwas zu stark werden kann ich noch mit Wasser verdünnen. Beim Schroten des Malzes habe ich die Maisflocken auch gleich mit durch die Mühle gelassen, sollte bei der Menge an Pilsner Malz beim Läutern auch keine Probleme machen.

Heue Früh hab ich dann angeheizt, die 55°C waren schnell erreicht und ich konnte Einmaischen. Bei dieser Menge an Mais Rohfrucht ist eine Eiweisrast sicher nicht verkehrt. Nach dem Einmaischen ist die Temperatur auch nur um 3°C gefallen. Die weiteren Rasten bei 62°C und 72°C für jeweils 40 Minuten sind auch durch.

Ich heize dann immer noch auf 77°C auf vor dem Läutern, da ist bei mir die Ausbeute besser. Das Läutern lief in einer Stunde problemlos. Beim Hopfen musste ich die ein- oder andere Menge etwas anpassen. Wegen 5 oder 8 Gramm lasse ich keine angebrochene Tüte im Gefrierschrank sondern verwende den Rest auch noch. Die Große Unbekannte ist ja der Grünhopfen.

 

Nach einer Kochzeit von 90 Minuten kam dann das Hopfenseihen. Hier hat sich wieder bewährt dass ich an meinen Topf einen Stutzen mit 1 1/4″ anschweißen lies. Nicht einmal die Dolden waren für meinen Kugelhahn das Problem. Ich habe dann immer einen Küchenseiher vor den Monofilamentfilter gehalten und so die groben Hopfenteile schon zuvor abgesiebt. Dann die zirka 65l auf 20°C herunterkühlen.

Hierzu pumpe ich die Würze im Kreis über den Plattenwärmetauscher. Gekühlt wird dieser mit Brunnenwasser welches im Anschluss noch zum Giesen verwendet wird. Mit dieser Anordnung dauert es zirka 20 bis 25 Minuten bis die 20°C erreicht sind. Für das Abkühlen verwende ich gleich meinen Gärbehälter, so spare ich mir nochmaliges Umpumpen. Die Messung mit dem Refraktometer hat einen Wert von 12,4% Brix ergeben was einer Stammwürze von zirka 11,8°P. Ein eher leichtes Bier mit einem zu erwartendem Alkoholgehalt von 4,8%. Bin gespannt wie die W34/70 aus der ersten Führung arbeitet. Da sie erst eine Woche alt ist sollte sie richtig Abgehen.

Nach dem 2. Tag in der Kühlzelle bei 11°C ist die Hefe richtig angekommen. Habe die Temperatur jetzt noch auf 9°C reduziert.

Am 12.11. habe ich das Pils auf Flaschen gefüllt und mal gekostet:

Von der Farbe her ist es relativ Hell (Kommt auf dem Foto nicht so raus), schönen Schaum. Der Geruch erinnert an Grasigen Hopfen, so ähnlich wie der Grünhopfen gerochen hat. Der Antrunk ist richtig Hopfig herb wie man es für ein Pils erwartet, es ist wenig vom Malz zu schmecken, ansonsten ist es ein schlankes Pils das etwas mehr Hopfen hat als die deutschen Industriepilsener. Der Hopfen hält auch im Nachtrunk lange an ohen Unangenehm zu wirken. Auch ich als nicht „Pilstrinker“ finde gefallen an diesem Bier. Eigenlob stinkt, doch ist mir dieses Pils wirklich gut gelungen und entschädigt für das ein oder andere das im Gully gelandet ist.