Bier und Brauereien in Hamburg

Noch vor ein paar Jahren war es in Hamburg ganz einfach, du hast entweder ein Knolle Astra oder ein Holsten bestellt. Oder eben ein anderes Fernsehbier von den üblichen Verdächtigen. Doch das hat sich geändert, schon bei meinem ersten Einkehrschwung, eigentlich wollte ich nur einen Kaffee trinken, ist mir das Hamburger Lager der Ratsherrenbrauerei aus der Gegend der Sternschanze in die Hände gefallen. Und das im Alsterhaus im SB-Restaurant im 4. Stock. Also nichts mit Kaffee, lieber mal das Bier mit Blick auf die Alster gekostet.

Ratsherrn Hamburger Lager

Das helle Bier hat satte 5,4% Alkohol, Die vier verwendeten Hopfen Herkules, Tradition, Mittelfrüh und Hersbrucker Spät kann man schon schmecken. Vor allem am Herkules scheinen sie nicht gespart zu haben. Im Antrunk etwas Malzig, dann schmeckt man den Hopfen. Ganz wenig Süße, etwas wenig Kohlensäure. Ein trinkbares Bier dem man den Alkoholgehalt nicht zutrauen würde. 

Nach einer Rundfahrt durch das Containerterminal Burchardkai und das Containerterminal Altwenwerder hatte ich wieder Durst. Also habe ich Beschlossen mich ein paar Meter vom Rathaus weg in die Gasthausbrauerei Johann Albrecht gemacht.

Sehr schöne Gaststätte mit rustikaler Einrichtung und viel Kupfer zum Polieren. Die Auswahl an Essen ist überschaubar, der Preis für die Lage in Ordnung. Ich sollte eben nicht alles mit unseren Dorfwirtschaften Vergleichen. Das Ambiente, der schöne Sommertag und vielleicht auch das Bier haben Scharen von Besuchern angezogen. Als Erstes habe ich ein Kupfer bestellt. Scheint sich um eine Art Kellerbier zu handeln, sehr Trüb, aber das wird sich wohl so gehören. Der Hopfen ist Vorhanden aber nicht im Vordergrund. Mit seiner Malzigkeit fehlt ihm im Abgang noch was, fast schon etwas dünn im Nachgeschmack.

Links das Kupfer, rechts das Weizen

 

Das Hefeweizen kam von der Optik gut daher, schöner Schaum, Hefetrüb, etwas dunkler. Die Nase war Weizentypisch nach Ester. Beim trinken merkt man als erstes dass es mehr zur Nelke neigt, wenig Bananenaromen. Erinnert vom Geschmack an ein Krombacher Weizen. Nicht Schlecht, aber eben nicht mein Geschmack, so dass es bei einem geblieben ist.

Sicher findet sich unter der reichen Auswahl der Biere dieser Brauerei noch der ein- oder andere gute Tropfen. Aber für einen Dreitagesausflug bei dem man noch was von der Stadt sehen will sind hier die Möglichkeiten begrenzt. Doch das Essen war von der Qualität auf jeden Fall den Weg wert.

Am nächsten Tag nach einer Hafenrundfahrt auf zum nächsten Brauhaus. Das Gröninger Brauhaus in der Willy-Brandt-Straße befindet sich in einem urigen Kellergewölbe. Schon beim Betreten der Wirtschaft fällt einem die Brauanlage auf. Von Kaspar Schulz aus Bamberg geliefert, also von der Anlage her spricht nichts gegen gutes Bier. Auf der Karte steht dass sich die Besitzer bei der Kreation ihrer Biere durch viele deutsche Regionen getrunken haben. Respekt, das erfordert auch bei einem Test von nur 5% der angebotenen Biere und Marken eine reife Leistung.

Groninger Privatbrauerei

Als nicht Pilstrinker hab ich mir trotzdem als erstes ein Pils bestellt. Bei der Hitze an diesem Tag erst mal einen kräftigen Schluck getrunken vor dem Foto. Klasse diese Pils, schön Herb ohne zu Bitter zu wirken, etwas kerniges Malz, Geruch wie ein Pils ihn haben soll. Also mir hat es geschmeckt auch wenn es leicht trüb war, was bei unfiltrierten Bieren eben so ist.

Groninger Pils

Groninger Helles

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Hellen war ich erst mal etwas Überrascht. Es war wirklich Strohblond mit malzigem Antrunk. Der Hopfen hält sich dezent zurück, schmeckt eher etwas „dünn“, aber für den Sommer voll in Ordnung. Im Abgang kommt eine leichte Bittere. Eigentlich ein Schüttbier, wogegen jedoch der Preis spricht. 4,50€ für 0,4Bier ist schon etwas heftig, das Essen passt auch vom Preis. Mann kann sich an einer Art Imbisstheke sein Essen aus den Komponenten zusammenstellen. Frikadelle mit Bratkartoffeln für 5€ ist wirklich ok, auch ganz gut vom Geschmack.

Für meine Besuche in Hamburg habe ich eine Tradition entwickelt. Ich geh in die Kneipe „Herz von St. Pauli“ mitten auf der Reeperbahn gegenüber vom Schmidttheater, setz mich dort unter die Markise und schau den Leuten zu. Dabei trinke ich Astra aus der Knolle (Steinieflasche), ein Bier das ich mir zuhause nie kaufen würde, aber dort passt es. Zur Zeit machen sie wieder coole Werbung auf der Rückseite ihrer Bierdeckel. Also mit Kieznamen soll ich Solariumralle heißen? Auch gut!

 

Dabei ist mein Auge auf die Rückseite der Speisekarte gefallen: Duckstein Weizen, das neue Angebot. Nun war ich länger nicht mehr in der Gegend also mal probieren. So stellt sich also ein Norddeutscher ein Weizen vor das die „Seppels“ da unten immer so trinken. 

Von der Farbe passt es ja, golden und richtig Hefetrüb. Die Nase verspricht auch keine besonderen Auffälligkeiten, aber auch keine Bananenbombe. Im Antrunk kommt doch etwas Banane, dann der Hopfen. Eigentlich kein schlechtes Bier wenn man es mit vielen der Industrieweizen hier im Norden vergleicht oder auch Schöfferhofer. Trinkbar aber eben Mittelfeld. Vielleicht bin ich ja zu Verwöhnt von den Weißbieren aus der Umgebung. Zusammenfassend war der Trip nach Hamburg wie immer schön und Anstrengend, ich werde auch weiterhin in Hamburg mein Astra trinken, aber es lohnt sich immer mal was anderes zu Probieren. Sollte jemand eine andere Meinung haben, kein Problem, ich urteile nach meinem Geschmack.